Strahlenvernetzung

Mit Strahlen vernetzt

Immer mehr Hersteller bieten Kunststofftypen an, die nach der Formgebung durch elektronische Strahlung physikalisch vernetzt werden, um bessere mechanische Kennwerte vor allem unter höheren Umgebungstemperaturen zu erreichen.

Das ist eigentlich keine ganz neue Geschichte, hat aber nach der Beobachtung der süddeutschen Bestrahlungsfirma BGS Beta-Gamma-Service aus Wiehl in jüngster Zeit zugenommen. So hat der arabische Plastproduzent Sabic kürzlich ein neues strahlenvernetzbares Polyamid auf den Markt gebracht. Das soll Herstellern von Elektrobauteilen und Elektroverbindern kostengünstigere Alternativen zu herkömmlichen Werkstoffen wie Duroplasten oder spezielle Hochtemperaturpolymeren bieten. Besagte Compounds basieren auf Polyamid, das nach der Formgebung mit Elektronenstrahlen zu behandeln ist. Die Strahlen-Energie „vernetzt“ durch zusätzliche chemische Verbindungen die Makromoleküle des Polymers, das daraufhin unter anderem eine deutlich höhere Temperaturfestigkeit aufweise.

Nach Angaben des Wiehler Dienstleisters ist das neue Compound nicht nur preiswerter als Hochleistungs-Polymere, sondern es können auch die gleichen Werkzeuge wie bei entsprechenden technischen Kunststoffen verwendet werden. Die unter heftigem Konkurrenzdruck stehenden Kunststoff verarbeitenden Betriebe können so ihre Systemkosten um bis zu 20 Prozent senken. Investitionen in die Bestrahlung wären nicht notwendig, da Dienstleister wie diese Firma über die entsprechende Infrastruktur verfügen, wie sie auch bei der Sterilisierung von medizinischen Produkten zum Einsatz kommt. Das Verfahren der Strahlenvernetzung sei einfach in der Handhabung: Die Teile werden als Schüttgut in Kartons, in anderen Behältern oder auf Paletten angeliefert. Stranggut wird von der Trommel verarbeitet. Zum Verfahren selbst lässt sich unter diesem Stichwort mehr erfahren.

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