Dämmstoffe

Ansiedlung nach Maß

Die Autobahn ist nah, Wohngebäude sind fern, das Gewerbegebiet funktioniert. Solch eine Lage haben spanische Investoren gesucht, als sie Mitte der 90er Jahre ein Werk zur Produktion von Dämmstoffen in Deutschland errichten wollten. Ihre Wahl fiel auf Queis, ein Gewerbegebiet östlich von Halle an der Autobahn A14.

Heute werden dort im Werk der Ursa, der Dämmstoff-Sparte der Uralita-Gruppe, im Vier-Schicht-System jährlich 440.000 Kubikmeter XPS-Dämmstoffplatten produziert. Diese Menge entspricht fast sechs Millionen Platten mit 100 Millimetern Dicke. Eingesetzt werden diese druckstabilen und feuchtresistenten Platten zur Dämmung von Gebäuden, vor allem für Außenwände im Kellerbereich und unter der Bodenplatte. 1997 errichtete die spanische Poliglas das moderne Dämmstoffwerk, das Unternehmen wurde 1997 Teil der spanischen Uralita-Gruppe. Zudem kaufte Uralita 2004 die Dämmstoff-Sparte Ursa vom deutschen Baukonzern Pfleiderer.

Als nach einem Standort für ein Werk in Deutschland gesucht wurde, gab es klare Vorgaben. Neben der Autobahnnähe und der Ferne von Wohngebieten hatten auch die für Ostdeutschland geltenden Fördermöglichkeiten eine Rolle gespielt. Schließlich sei auch die zentrale Lage in Europa sehr wichtig gewesen. Daraus ergaben sich logistische Vorteile für die Belieferung sowohl der west- wie der osteuropäische Märkte. Das Ursa Werk in Sachsen-Anhalt beliefere hauptsächlich Deutschland, Österreich, die Schweiz und Polen. Geringere Mengen gehen auch nach Tschechien und in die Slowakei. Einer der bedeutendsten Märkte für die gesamte Ursa Gruppe ist Russland. „Er bietet die meisten Chancen, birgt aber auch die größten Risiken“, hebt der Werkleiter hervor. Er verweist darauf, dass in der Madrider Ursa Zentrale sowohl die politische Stabilität in Deutschland als auch die Stabilität des Marktes sehr geschätzt werden.

Anzeige

Die Erwartungen in der Madrider Zentrale dürften erfüllt worden sein. Beim Start in Halle-Queis stellten 16 Mitarbeiter jährlich 53.000 Kubikmeter XPS her. Inzwischen wurde eine zweite Produktionslinie errichtet und zwei Erweiterungen haben die Kapazitäten ausgeweitet. Heute produzieren 65 Mitarbeiter jährlich 440.000 Kubikmeter XPS.

„Seit Jahren sei das Werk voll ausgelastet“, berichtet der Werkleiter Hendrik Mihls. Zweimal im Jahr wird die Anlage an je sechs Tagen gewartet. Beim Errichten und beim Anlaufen der Werke in Italien, Frankreich und Russland sind Mitarbeiter aus dem Werk in Mitteldeutschland gefragt gewesen. Das sei auch eine Wertschätzung für die Arbeit der Kollegen, meint Mihls, der zweimal jährlich in die spanische Hauptstadt zur Konzernzentrale reist. Dort blicke man gern nach Deutschland und Sachsen-Anhalt, denn die derzeit gültige Energiesparverordnung gilt ebenso wie die Kommenden als Wachstumsmotor für den Dämmstoffbereich.

Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige

Funktionale Additive

Gegen Kratzen beständig

Beständigkeit des Werkstoffs steuern und objektiv beurteilen. Optisch hochwertige Oberflächen nach langer Nutzung – das ist auch bei Kunststoffen möglich, wenn Additive und Füllstoffe richtig gewählt werden.

mehr...