Kunststoffindustrie Thüringen

Thüringer K-Industrie in glänzender Verfassung

Lage, Infrastruktur und Politik fördern die Branche
Sitz der LEG Thüringen in Erfurt. Im Hintergrund ist der Erfurter Dom zu sehen.
Die zentrale Lage in Europa und die moderne Verkehrsinfrastruktur machen Thüringen zu einem Wirtschaftsstandort der schnellen Wege. Thüringen kann die Schnittstelle zwischen etablierten Märkten und den aufstrebenden Wirtschaftsregionen Osteuropas bilden.


Mehr als 160 Millionen Menschen leben im Umkreis von 500 Kilometern. Im Lieferrhythmus von weniger als acht Stunden erreichen Lkw von hier aus jede deutsche Stadt. Neben Unternehmen aus Automobilindustrie, Maschinenbau, Logistikbranche, Biotechnologie und Optik sind es vor allem Unternehmen der Kunststoffindustrie, die davon profitieren und rasant wachsen.

Mit 2,6 Milliarden Euro im Jahr 2007 zählt die Kunststoffindustrie in Thüringen nach Angaben der Landesentwicklungsgesellschaft Thüringen (LEG) zu den umsatzstärksten Branchen des Bundeslandes. So betrug das Umsatzwachstum 2007 über 6 Prozent im Vergleich zum Jahr 2006; von 2002 bis 2007 stieg der Umsatz mit einem rekordverdächtigen Wert von 78 Prozent. Die überdurchschnittliche Entwicklung der Thüringer Wirtschaft insgesamt beflügelt die etwa 220 vorwiegend mittelständisch geprägten Unternehmen der Kunststoffbranche, die sich über ganz Thüringen verteilen und inzwischen rund 15.000 Mitarbeiter beschäftigen. Hinzu kommt, dass eine ganze Reihe dieser Unternehmen einerseits leistungsfähige Spezialprodukte für wachsende Nischenmärkte herstellen. Andererseits produzieren sie oft für Industriebranchen, in denen Kunststoffe zunehmend mehr verwendet werden – wie in der Automobilindustrie und im Maschinenbau. Zirka 30 Prozent des Branchenumsatzes der K-Industrie in Thüringen kommen bereits aus dem Export. Zu den wichtigsten Ausfuhrgütern gehören Kunststofftafeln, -platten, -folien, -bänder und -streifen.
Am erstaunlichen Wirtschaftswachstum im Bundesland Thüringen insgesamt hat die 1992 gegründete LEG Thüringen – mit ihren Kerngeschäften Wirtschaftsförderung und Immobilien- und Flächenmanagement – einen ordentlichen Anteil. Als Dienstleister steht sie den Investoren bei deren Ansiedlungsvorhaben von Beginn zur Seite. Die LEG wählt gemeinsam mit den Investoren, die in der K-Industrie nicht nur aus Deutschland, sondern auch aus anderen Regionen Europas und den USA kommen, die passenden Standorte aus den Thüringer Industrie- und Gewerbeflächen aus. Sie stellt Kontakte zu Gebietskörperschaften her, übernimmt das Behördenmanagement und vermittelt Kooperationspartner. Beratungen zu Finanzierung und Förderung sind selbstverständlich. Wohl einmalig in Deutschland sind so für die Investoren alle notwendigen Ansprechpartner unter einem Dach vereint. Längst gehört auch die Betreuung bestehender Firmen – beispielsweise bei deren Erweiterung und Ausbau – zu den Geschäftsfeldern. Ein weiterer wichtiger Baustein der LEG-Strategie ist die Identifizierung und Sicherung des Fachkräftebedarfs der Firmen, der mit dem eigens dafür Anfang des Jahres 2008 geschaffenen „Unternehmer- und Fachkräfteservice“ entscheidend weiterentwickelt wurde. Und: Das selbstbewusste Standortmarketing der LEG und die Imagekampagne des Thüringer Wirtschaftsministeriums mit dem Slogan „Willkommen in der Denkfabrik. Freistaat Thüringen“ haben sicher keinen geringen Anteil am steilen Aufstieg der K-Industrie in diesem Bundesland.

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Die Unternehmen der Kunststoffbranche profitieren auch von den zahlreichen Forschungseinrichtungen in Thüringen, in denen industrienahe und – angewandte Forschung groß geschrieben wird. Dazu gehören beispielsweise das Thüringer Institut für Textil- und Kunststoff-Forschung (TITK) in Rudolstadt (mit dem Kompetenzbereich Polymerwerkstoffe in unterschiedlicher Kombination und als Verbund) und das Textilforschungsinstitut Thüringen – Vogtland (TITV) in Greiz mit dem Kompetenzbereich innovative textile Produkte für neue Einsatzgebiete. Thüringen ist mit seinen elf Hochschulen auch in der Ausbildung des fachlichen Nachwuchses gut aufgestellt. Die Studierenden können hier unter vielen technischen Studiengängen wählen – darunter mehrere, die für die Kunststoffbranche bedeutsam sind. So bieten die Friedrich-Schiller-Universität in Jena, die TU Ilmenau und die Bauhaus-Universität-Weimar gemeinsam den Verbundstudiengang „Werkstoffwissenschaft/Materialwissenschaft“ an. An den Fachhochschulen Schmalkalden und Jena können angehende Ingenieure die Vertiefungsrichtung Kunststofftechnik belegen. Als ein wichtiger Impulsgeber für dynamisches Wachstum, Wettbewerbsstärke und Innovationskraft der Thüringer Kunststoffindustrie gilt inzwischen das Thüringer Kunststoff-Netzwerk Polymermat mit seinen ehrgeizigen Zielen – in der Partnerschaft von Wirtschaft, Wissenschaft und Bildung.
Die LEG Thüringen ist auf der Fakuma in Halle 7, Stand 7214 zu finden. Dr. Bernd Bräuer

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