K-Industrie in Mitteldeutschland

Thema Bio und Kunststoff

Internationale Veranstaltung in Erfurt mit breiter Themenwahl
Eine kompostierbare Tüte aus Biokunststoff ist das Leitmotiv des 7. Internationalen Symposiums „Werkstoffe aus Nachwachsenden Rohstoffen“.
Noch agieren sie überwiegend in Nischenanwendungen, aber: Das Label „Bio“ durchdringt immer mehr Kunststoffanwendungen und die Nachfrage steigt schnell weiter. Ein hochkarätiges Symposium will die Trends hinsichtlich Anwendungen, Rohstoffen und Verarbeitung aufzeigen.

Nach Schätzungen von European Bioplastics haben bereits heute Biokunststoffe einen Anteil von bis zu 100.000 Tonnen am europäischen Kunststoffmarkt. Im Jahr 2020 könne die Menge auf fünf Millionen Tonnen steigen. Ob Polyhydroxyalkanoat (PHA) oder Polymilchsäure (PLA) – die Zukunft der aus natürlichen Ausgangsstoffen gewonnenen Biokunststoffe wächst sozusagen heran. In welche Richtungen die Trends hinsichtlich Rohstoffe, Herstellungsverfahren und Einsatzfelder gehen, diskutieren Experten aus Industrie, Wirtschaft und Wissenschaft am 9. und 10. September 2009 in Erfurt. Im Fokus des 7. Internationalen Symposiums Narotech stehen Werkstoffe aus Nachwachsenden Rohstoffen.

Während des Symposiums berichten Entscheider und Entwickler aus Forschung und Industrie in voraussichtlich 45 Vorträgen über neue Ideen und Ergebnisse. Gegliedert ist das Programm in die Sektionen Faserverbundwerkstoffe, Biopolymere sowie Kleben, Holz und andere Technologien. Im Programmplan der ersten Symposiumssektion stehen unter anderem innovative Fassadenelemente in Außenanwendungen, Leichtbau mit naturfaserverstärkten Kunststoffen, feuchtkonservierte Naturfasern in mineralisch gebundenen Baustoffen, Bauteildesign sowie Trag- und Gleitelemente für die Fördertechnik aus Holz-Polymer-Werkstoffen. Auf besonderes Interesse dürfte in diesem Umfeld der Vortrag des japanischen Kyoto Institute of Technologie über die Isolationswirkung verschiedener Naturfasern stoßen. Neu entwickelte Werkstoffe und Produkte sowie technische Verfahren und Eigenschaften stehen hier im Fokus.
In der Sektion Biopolymere dreht sich alles um innovative Werkstoffe, Halbzeuge sowie deren Einsatzmöglichkeiten und Eigenschaften. So beschäftigt sich ein junges Unternehmen aus Österreich mit den Herausforderungen bei der Verarbeitung von Biokunststoffen. Diese reichen vom Fehlen von Rohstoffdaten bis zu den Alterungsprozessen der Rohstoffe. Ähnlich praxisorientiert zeigen sich die Referenten der dritten Sektion mit Teilnehmern aus den USA und Israel, die Ergebnisse ihres Forschungsprojekts zu Ein- und Zweikomponentenklebern auf Proteinbasis vorstellen. Auch geht es in diesem Bereich um alternative Bindemittel für Holzwerkstoffe, thermisch modifizierte Furniere oder um neue Methoden zum Spritzgießen von Papier. Status Quo und Quo Vadis aus nationalen und internationalen Blickwinkeln präsentieren in Erfurt auch Dr. Andreas Schütte, Geschäftsführer der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe und Dr. Harald Käb, Generalsekretär European Bioplastic.

Anzeige

Insgesamt erwarten die Veranstalter rund 300 Biowerkstoff-Experten in Erfurt. Partner des Internationalen Symposiums sind das Thüringische Institut für Textil- und Kunststoff-Forschung, die Forschungsvereinigung Werkstoffe aus Nachwachsenden Rohstoffen, die Fachagentur für Nachwachsende Rohstoffe und die Messe Erfurt. Ziel ist die intensive, interdisziplinäre Zusammenarbeit zum Einsatz nachwachsender Rohstoffe. Nur auf diese Art und Weise lassen sich mit Biowerkstoffen Marktanteile ausbauen und Spitzenpositionen auf dem Weltmarkt erobern.
Allein das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMVEL) förderte den Bereich der Werkstoffentwicklung in den letzten Jahren mit etwa 60 Millionen Euro. Hinzu kamen erhebliche Forschungsinvestitionen der Unternehmen. Zu den wichtigsten Anwendungen der jährlich etwa 80.000 Tonnen in Europa erzeugten bio-basierten bzw. biologisch abbaubaren Polymerprodukten zählen Verpackungen und landwirtschaftliche Mulchfolien.

Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige

Mulchfolien

Biologisch abbaubar

BASF bietet mit ecovio M 2351 einen zertifizierten, im Boden biologisch abbaubaren Kunststoff für Mulchfolien an. Dieser besteht aus dem biologisch abbaubaren Copolyester Polybutylenadipat-terephthalat (PBAT) ecoflex sowie anderen biologisch...

mehr...