Neue Steuerungsgeneration

Vulkanisierpresse für effiziente Prozesse

Maschine und Steuerung optimiert viele Einflussfaktoren
Die intuitiv bedienbare Steuerung ermöglicht die problemlose weitere Nutzung vorhandener Programme.
Eine neue Generation von Maschinensteuerungen mit Infrarot-Touchscreen soll die wichtigste Ressource im Unternehmen auch unter schwierigen Umgebungsarbeiten effizienter lassen: den Mensch.

Leistungsfähige Maschinen und Anlagentechnik allein bedeutet noch nicht, alle Potenziale der Produktion auszuschöpfen. Im optimalen Zusammenspiel von Mensch und Maschine sind häufig noch Rationalisierungsreserven zu finden. Rucks Maschinenbau rüstet deshalb seine Anlagen mit einer neuen Steuerungsgeneration aus. Erstmals gezeigt wurde das in 2000 kN-Vakuumkammer-Vulkanisierpresse Ende Juni während der IRC 2009 in Nürnberg.

Nach ausgiebigen Recherchen und internen Testphasen werden alle neuen Anlagen mit Panel-PC (Industrie-PC mit integriertem Bildschirm zum Einbau in eine Schaltschranktür) und einer über Bus-System angekoppelten Ein- und Ausgangsbaugruppe ausgerüstet. Die so entstandene Systemlösung Ruxx Logic HP biete, so der Anbieter, gegenüber den bisherigen Steuerungskonzepten ein stark verbessertes Kosten/Nutzen-Verhältnis.

Plattform für die Bedien- und Steuerungseinheit ist ein Farb-Panel mit 12 Zoll oder größer mit Profibus- und Ethernet-Schnittstelle. Der in diesen Geräten integrierte Infrarot-Touchscreen zeigt vor allem unter widrigen Umgebungsbedingungen seine Stärken: Er „spannt“ ein feines Gitter aus Infrarot-Lichtschranken über sein Display, so dass selbst die Bedienung mit Handschuhen problemlos ist. Zudem befindet sich dort, wo Touchscreens anderer Technik eine relativ empfindliche Folie haben, robustes Sicherheits-Verbundglas. Ein weiterer Vorteil: Helligkeit und Brillanz des Displays bleiben langfristig erhalten, was die gute perfekte Ablesbarkeit auch unter schlechten Lichtverhältnissen ermöglicht.

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Den Bestandsschutz bestehender Steuerungsprogramme gewährleistet die auf dem Industrie-PC installierte Step7-kompatible Soft-SPS AT-S7. Mit dieser virtuellen SPS können die neuen Steuerungen wie gewohnt mit dem Simatic-Manager über Ethernet-TCP/IP programmiert und bestehende Step7-Lizenzen weiter verwendet werden. Künftige Programmerweiterungen sind unter Windows CE einfach zu realisieren.

Die Maschinenfunktionen können in übersichtlichen Fenstern auf einem Blick erkannt und schnell geändert werden. Diese Darstellung ist besonders bei parallelen Maschinenabläufen von Vorteil: Die entsprechenden Parameterbilder können intuitiv aus der Ablaufprogrammierung angewählt und die betreffenden Daten eingegeben werden. Für die freie Einstellbarkeit des Funktionsablaufs kann der Anwender aus einer Liste die möglichen Maschinenfunktionen mit den zugehörigen Parametern wählen. Das Speichern der Werkzeugparameter und Ablaufprogramme ist per interner Compact Flashcard sowie extern über USB-Stick oder Netzwerk möglich. Ein Netzwerkrouter zur Ferndiagnose und Wartung ist vorhanden. Damit können Maschinen weltweit schnell diagnostiziert und Servicehinweise gegeben werden.

Bei aller Unterstützung von Bediener und Einrichter kommt dem optimalen Ablauf, der Effizienz und Robustheit der eigentlichen Fertigung weiterhin hohe Bedeutung zu. Dementsprechend wurden auch die Kernprozesse weiter optimiert. So wurde die Presse unter der Prämisse einer besonders energiesparenden Betriebsweise entwickelt. Die Mehrzonen-Heizplatten und alle übrigen wärmeführenden Teile sind zum Maschinenkörper mit einer neuen Bauart von Isolationsplatten überdurchschnittlich stark isoliert. Zusätzlich erhielt die für 400 Millimeter hohe Werkzeuge geeignete Vakuumkammer eine Außenisolation, um auch an dieser Stelle Wärmeverluste zu minimieren. Ein Stromzähler im Schaltschrank und dessen permanente Auswertung über die Rezepturverwaltung vereinfacht die Ermittlung des Energiebedarfs je Formteil.
Für hohen Bedienkomfort wurde die Vakuumkammer mit zwei Sichtfenstern sowie LED-Beleuchtung ausgestattet, die eine visuelle Kontrolle der Prozesse innerhalb der geschlossenen Kammer ermöglichen. Die Kammer bleibt auch nach Ende der Vakuumatmosphäre während der gesamten Vulkanisierzeit geschlossen, um Energieverluste durch Zugluft auszuschließen. Vulkanisationsdämpfe, die sonst beim Öffnen der Kammer bei Prozessende in hoher Konzentration austreten, entfernt eine separate Absaugung vorher. Der Zugang zum Werkzeugbereich ist von allen Seiten über leicht zu öffnende Verkleidungstüren sowie von vorn über eine Sicherheitslichtschranke mit Hintertrittschutz möglich.

Präzise weggesteuerte Trennereinrichtungen für die obere und untere Heizplatte ermöglichen den Einsatz vierteiliger Werkzeuge. Eine untere hydraulisch ausfahrbare Heizplatte dient der zügigen und komfortablen Entnahme der Formteile ohne Gefahr der Werkzeugabkühlung, so dass die hohe Teilequalität durchweg sichergestellt ist.
Langlebigkeit sowie einfache Wartung und Instandhaltung sieht Rucks als weitere wichtige Schwerpunkte dieser Presse: Die Abdichtung der bewegten Elemente der Vakuumkammer übernehmen trockenlaufgeeignete Dichtungen und Abstreifer nach Industrienorm. Heizpatronen sind ohne Demontage anderer Bauteile der Vakuumkammer austauschbar. Ein platzsparender Aufbau der Gesamtanlage auf einer gemeinsamen Grundplatte gewährleistet einfachen Transport im Ganzen und geringen Montageaufwand beim Anwender.

Der globale Markt stellt die Maschinenhersteller vor die Aufgabe, die Schnittstelle Mensch-Maschine weltweit verständlich zu gestalten. Die neue Steuerungsgeneration mit grafisch orientierter Bedienoberfläche, Touchscreen, Online-Sprachumschaltung – auch chinesisch – und Internetkommunikation ist eine Antwort auf die Kundenforderung nach einem modernen, intuitiven und benutzerfreundlichen Bedienkonzept und hält den Aufwand für Inbetriebnahme, Service und Schulung gering. Das scheint hier einmal mehr zu greifen: Das Ausstellungsstück wurde bereits an Greiner Gummitechnik in Wulfsen verkauft und wird für die Herstellung großvolumiger sowie medizinischer Gummiformteile eingesetzt.

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