Energielabel für Trockner

Zwischen Dichtung und Wahrheit

Energieversprechen beim Trocknen im Praxistest
Energiesparende Geräte schonen die Umwelt und senken Kosten. Zwischen Versprechen der Hersteler und Anwendererfahrungen liegen jedoch mitunter Welten.


Hört man das Marketinggetöse einiger Anbieter von Maschinen und Peripheriegeräten, kann man fast annehmen, der Energieverbrauch sei nahe Null angekommen, man könne sogar erwarten, dass beispielsweise der Trockner nicht nur trocknet, sondern auch elektrischen Strom produziert. Überspitzt formuliert.

Der Kunststoffverarbeiter FKT Formenbau und Kunststofftechnik wollte es genau wissen und hat sich Ende 2008 bei der Suche nach einem effektiven Granulattrockner nicht auf Prospekte verlassen, sondern sich eine eigene Meinung gebildet. Mit Hilfe eines direkten Vergleichstests. Besonders interessiert war FKT am Vergleich von Rad- und Patronentrockner-Technologien.
Gesucht wurde nach einer Lösung zur Trocknung von PA6 GF30 bei einem Volumen von 50 Kilogramm pro Stunde. Das stark hygroskopische Material kann Wassermoleküle sehr fest in der eigenen Molekularstruktur einbetten. Deshalb ist neben der Energieeffizienz auch eine konstante Trockenluftversorgung von Bedeutung.

Anzeige

Tests mit unterschiedlichen Randbedingungen

Trotz Vorliegen von Energieberechnungen für beide Trocknungssysteme, entschied sich FKT für eine eigene Energie-Vergleichsmessung, um den im voraus berechneten Verbrauch und die damit verbundene Kostenersparnis zu verifizieren. Zunächst wurde der Energieverbrauch für das Material PA6 GF30 bei 52 kg/h Durchsatz gemessen. Nach einem Werkzeugwechsel mussten die Trockner anschließend die extremen Bedingungen beim Trocken von PC mit nur knapp 14 kg/h Durchsatz zu bewältigen. Es waren also zwei widersprüchliche Testanforderungen bei sehr unterschiedlichen Materialdurchsätzen zu erfüllen. Besonders die Anwendung mit dem geringen Durchsatz sollte schließlich die wahren Verhältnisse hinsichtlich der Effizienz der unterschiedlichen Trockner ans Licht bringen. Nach Auswertung detaillierter Messreihen über mehrere Tage wurde ein eindeutiger Testsieger festgestellt: Der Drymax 100 von Wittmann hatte gegenüber den Konkurrenzprodukten zwischen 25 und 40 Prozent weniger Energie verbraucht. Umgerechnet in harte Münze bedeutet das eine Betriebskosteneinsparung zwischen 560 und 800 Euro – jährlich. Das basiert auf einem kalkulierten Energiepreis von 10 Cent pro kWh und 8000 Betriebsstunden im Jahr.

Beim direkten Vergleich von Trockner verschiedener Bauarten oder auch von Trocknern des gleichen Wirkprinzips, aber von mehreren Herstellern sind Datenblätter allein nur bedingt hilfreich. Als erstes Unternehmen in der Kunststoffbranche hat Wittmann deshalb bereits im Jahr 2007 eine normierte Messvorschrift publiziert, auf deren Basis sich unterschiedliche Trockenlufttrockner hinsichtlich ihres Energieverbrauchs miteinander vergleichen lassen. Dieses so genannte „Energy Rating“ wurde bereits für sämtliche Drymax-Trockner durchgeführt. Jedes gerät der Baureihe trägt seit Abschluss der Testreihen einen grünen Sticker, der den normierten Grundverbrauch des jeweiligen Trocknertyps angibt. So kann der Anwender eine rasche Einschätzung des zu erwartenden Energieverbrauchs treffen.

Was lehren uns diese Versuche: Das Dichten überlassen wir Poeten oder Klempnern. Beim Thema Energieeffizienz verlassen sich clevere Anwender eher auf seriöse, realistische und nachprüfbare Angaben.

Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Anzeige

Granulattrocknung

Trocknung effizienter machen

Neben der Granulatqualität steht beim Trocknen der Energieverbrauch im Fokus. Da die Nachfrage an Produkten mit niedrigem Energieverbrauch weiter steige, präsentiert Koch energiesparenden Granulattrockner in Vollausstattung.

mehr...

Vakuumtrockner

Schneller mit dem Vakuumtrockner

In nur 35 Minuten soll ein neuer Vakuumtrockner verarbeitungsfähiges Granulat bereitstellen, einen vergleichsweise hohen Durchsatz erreichen und dabei besonders wartungsfreundlich sein. Umfangreiche Tests im Produktionsmaßstab und mit...

mehr...
Anzeige

Granulattrockner

Schwierige Compounds sicher trocknen

Weniger Verschleiß und damit Betriebskosten soll der Bandtrockner verursachen, der sich damit besonders für abrasive Granulate empfiehlt. Besonders zur Trocknung abrasiver und brüchiger Compounds konzipiert wurde der Bandtrockner Duro.

mehr...

Granulattrockner

Besser Trocknen

Bei Auswahl des Systems zur Granulattrocknung lohnt ein genaueres Hinsehen – die für die Praxistauglichkeit relevanten Merkmale sind gelegentlich erst auf den zweiten Blick zu erkennen.Störungsfreier, robuster Betrieb und einfache Bedienung...

mehr...

Vakuumgranulattrockner

In trockenen Tüchern

Vakuum-Granulattrockner leisten einen Beitrag zur Steigerung des Outputs einer Produktionszelle in der Medizintechnik.Seitdem man bei Mack Molding, einem renommierten Kunststoffverarbeiter in den USA, alle Spritzgießmaschinen in einer neu...

mehr...

Granulate fit zum Verarbeiten

Kontinuierliche Granulataufbereitung, Trocknung, Förderung, Entstaubung als maschinenbezogene LösungEine optimale Granulattrocknung ist für viele Verarbeitungsprozesse zwingend erforderlich. Im Markt haben sich Trockenluftsysteme etabliert mit...

mehr...