Automobilmarkt USA

US-Automobilmarkt in der Bredouille

Zulieferer können jedoch profitieren
Innovative Formenbauer, Konstruktionsdienstleister und Verarbeiter könnten die Gewinner der Automobilkrise sein, nicht nur in den USA.

Aufgrund aktueller Berichterstattung bereist weitgehend bekannt, jetzt in geordneten Informationen von der Bundesagentur für Außenwirtschaft (bfai) in Köln zusammengefasst: Schlechte Aussichten für den US-amerikanischen Automobilsektor. Für den diesjährigen Absatz von Kfz in den USA wird derzeit mit einem Minus von 15 Prozent gerechnet. Ein Aufschwung für 2009 sei nicht in Sicht. In der Krise stecken die drei Detroiter Autobauer General Motors, Ford und Chrysler. In den ersten drei Quartalen 2008 mussten sie einen Verkaufseinbruch von 19,3 Prozent hinnehmen.

Die US-Automobilbauer stehen vor großen Herausforderungen, die ohne staatliche Unterstützung wohl nicht gemeistert werden können: Zum einen benötigen sie kurzfristig Liquidität, um sich vor dem Konkurs zu schützen. Gleichzeitig müssen sie auch in die Entwicklung innovativer Produkte investieren. Wandelnde Verbraucherinteressen hin zu spritsparenden Autos und die im Dezember 2007 verabschiedeten neuen Verbrauchsstandards zwingen zum Umdenken.

In den nächsten Jahren dürften Fahrzeuge mit Hybrid-Antrieben (Absatzplus 2007 rund 40 Prozent), kleinen Benzinmotoren und Dieselaggregaten gute Aussichten haben, ihre Marktanteile auf dem US-Markt stark zu erhöhen. General Motors hat angekündigt, das Hybridfahrzeug Chevrolet Volt ab Ende 2010 auf den Markt zu bringen. Damit will das Unternehmen in diesem Segment Anschluss gewinnen. Im Bereich der neuen Dieseltechnologie sind deutsche Automobilbauer in den USA die Vorreiter. Durch die neuen Clean Diesel-Technologien, die Klimadiskussion, die hohen Energiepreise und die aktuellen Verbrauchsstandards sind die Voraussetzungen für eine Dieseloffensive gegeben, wobei der hohe Dieselpreis ein Bremsklotz ist. Soweit die Meldungen der bfai.

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Diese Entwicklungen haben selbstverständlich nicht nur zeitnahe Auswirkungen auf die Zulieferer, die mit etwa gleichen Umsatzrückgängen zu kämpfen haben, sondern erfahrungsgemäß zeitversetzt, auch für den Maschinen- und Ablagenbau: Wenn etwa 15 Prozent weniger SMC-Teile benötigt werden, ist eben mehr als jeder sechste Presse übrig – oder es lassen sich mit älteren, weniger effizienten Maschinen noch ausreichende Durchsätze erreichen. Ähnliches gilt für die Werkstofflieferanten, deren Mengen linear mit sinkendem Absatz der Fahrzeuge zurück gehen.

Weniger prekär dürfte die Lage der Formenbauer und Entwicklermannschaften sein: Der Zwang schnell neue, moderne Fahrzeuge auf den Markt zu bringen, dürfte hier sogar „beflügelnd“ wirken.

In wie weit diese Entwicklungen nach Europa ausstrahlen, ist derzeit kaum seriös abzuschätzen. Gute Karten haben jedenfalls Unternehmen, Zulieferer und Dienstleister, die moderne Lösungen anzubieten haben: Energiesparende Produkte und kostensenkende Verfahren werden sich auszahlen – aber das ist ja nichts Neues, auch wenn diese Weisheit in den Boomjahren mitunter in den Hintergrund trat.

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