European Polymer Blends and Alloys Markets (M44E)

Nischen und Osteuropa bringen den europäischen Markt für Polymer-Blends in Schwung

Mit qualitativen und quantitativen Entwicklungen der Märkte für „Polymer-Blends“ beschäftigt sich die Studie der Unternehmensberatung Frost und Sullivan, aus der im Folgenden zitiert wird.

Der durch die globale Wirtschaftskrise im Jahr 2009 stark angeschlagene europäische Markt für Polymer-Blends und -Polymer-Legierungen befindet sich inzwischen wieder im Aufschwung, und dies hauptsächlich dank des hohen Wachstumspotenzials in Osteuropa, speziell im Bereich von Elektronikanwendungen. Es sind hierbei vor allem die Bereiche Elektronikgehäuse und computerbezogene Anwendungen, in denen sich die stärkste Entwicklung für Polymer-Blends und speziell für Polycarbonat-Blends abzeichnet. Aber auch biobasierte Blends sind aufgrund der weltweit eskalierenden Umweltproblematiken auf Erfolgskurs, sagt die im Juli 2010 publizierte Studie www.chemicals.frost.com. Demnach dürften die Umsätze im europäischen Markt für Polymer-Blends von 346 Mio. Euro im vergangenen Jahr auf 453 Mio. Euro im Jahr 2016 steigen. Die in dieser Studie erfassten Anwendungsbereiche sind: Transportwesen, Elektronik, Konsumgüter, Bau- und Industrieanwendungen.

Demnach seien Elektronikgehäuse, einschließlich der für Gehäuse für IT-bezogene Produkte wie PC und Laptops die vorrangigen Wachstumstreiber für den europäischen Markt für Polymer-Blends. Denn globale Hersteller von Elektronik- und IT-Produkten verlagern ihre Produktionsstätten immer mehr nach Osteuropa, da dort bessere Standards zur Qualitätssicherung bestehen als in Asien. Potenzial für Wachstum haben außerdem bio-basierte Varianten. Die Unternehmen in diesem Markt erweitern das Produktprogramm rasch von Kunststofftüten und Verpackungsmaterial auf Hochleistungsanwendungen. Blend-Hersteller müssen jedoch neue Anwendungsbereiche erschließen. Polymer-Blends sind aufgrund der höheren Verarbeitungskosten teurer als Basispolymere. Wenn Unternehmen ihre Budgets kürzen, greifen sie dafür auf modifizierte Basispolymere zurück, wie langes glasfaserverstärkte Polypropylen oder ABS, und das vor allem in volumenstarken Anwendungen wie im Automotive-Bereich. Diese Polymere bieten ähnliche Leistungsmerkmale wie Polymer-Blends. Es ist daher notwendig, Nischenanwendungen zu finden, in denen sie nicht durch Basispolymere ersetzbar sind. Zusätzlich verschärft die wachsende Präsenz asiatischer Anbieter in Osteuropa den Wettbewerb, und es wird dadurch für europäische Hersteller zusehends schwieriger, ihren Marktanteil auszuweiten.

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Obwohl im aktuellen Marktszenario für Hersteller nicht mit Wachstum zu rechnen ist, dürfte die Nachfrage nach 2012 wieder ansteigen, sobald die Hersteller der Automotive- und Elektronikbranche ihre Budgets gegenüber dem Zeitraum 2008 bis 2010 zu erweitern beginnen. Dies wird dazu führen, dass einige Hersteller trotz der höheren Preise auf Polymer-Blends setzen werden, da diese bessere Werkstoffeigenschaften aufweisen, als Basispolymere. Bis dahin sollten Hersteller eng mit Kunden zusammenarbeiten, um alternative Anwendungsmöglichkeiten ausfindig zu machen. Eine viel versprechende Investition für Unternehmen stellen zum Beispiel bio-basierte Polymer-Blends dar, da durch das steigende Umweltbewusstsein und entsprechende staatliche Vorschriften die Nachfrage nach umweltverträglichen Produkten, die in technischen Anwendungen eingesetzt werden können, stark vorangetrieben wird. Ob die Ergebnisse dieser Studie tragfähig sind, muss anhand anderer Quellen abgeglichen werden.

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