Marktstudie Polypropylen

Werkstoff mit viel Zukunft

Weltweit wachsen die PP-Kapazitäten
Mit einer Karosserie aus PP: der neueSmart Fortwo.
Eine neue Marktstudie belegt, dass weltweit ein starkes Wachstum des PP-Markts festzustellen ist und vor allem im asiatischen Raum und im Nahen und Mittleren Osten neue Kapazitäten entstehen.

Die Karosserie des neuen Kleinwagen Smart Fortwo ist erstmals vollständig aus Polypropylen (PP) hergestellt, ebenso Stoßfänger und Armaturenbrett des neuen Fiat 500: Der vielseitigste aller Kunststoffe erobert immer mehr Anwendungsgebiete. Ob in Eisbechern oder Trinkhalmen, in Waschmaschinen, Polstermöbeln oder Sportkleidern, in Koffern, Windeln oder medizinischen Spritzen: Polypropylen ist immer öfter das Material der Wahl. Das leichte, gut recycelbare Material kann mit einer Liste positiver Tugenden aufwarten, es spart Gewicht und verbessert oft die Umweltbilanz. Zunehmend ersetzt PP andere, wesentlich teurere Kunststoffe.

Asien-Pazifik legt zu

Besonders in China und Indien schießen derzeit neue PP-Fabriken aus dem Boden: In den nächsten fünf Jahren wird die Herstellungskapazität in beiden Ländern insgesamt um mehr als 7,5 Millionen Tonnen vergrößert. Die starke Nachfrage nach Verpackungen und Kraftfahrzeugen, aber auch der Bedarf von anderen Wachstumsbereichen wie Medizintechnik und Telekommunikation sowie der Einsatz in der Baubranche, sorgen trotz steigender Preise dafür, dass der PP-Verbrauch weiter zunimmt.

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Zu den großen Lieferanten von PP im asiatischen Raum gehört ebenfalls Südkorea. Dort legte die Produktion in den vergangenen Jahren zwar nur um durchschnittlich 3,4 Prozent im Jahr zu, erreichte jedoch im vergangenen Jahr ein Volumen von beachtlichen drei Millionen Tonnen. Die bedeutendsten Hersteller im südlichen Teil der koreanischen Halbinsel verfügten im Jahr 2007 über eine Gesamtkapazität von knapp 3,3 Millionen Tonnen. Der Auslastungsgrad liegt gegenwärtig bei über 90 Prozent. Ein weiterer Anstieg der gesamten PP-Produktionsmenge kündigt sich in dem fernöstlichen Land für die nahe Zukunft bereits an, wenn um die Jahreswende 2008/2009 die Anlage des petrochemischen Kombinats Lotte Daesan Petrochemical mit einer Jahreskapazität von 300.000 Tonnen in Betrieb genommen wird.

Veränderungen kündigen sich auch für den Nahen und Mittleren Osten an: Saudi-Arabien und die übrigen Golfstaaten wollen nicht länger nur Rohöl-Lieferanten sein. Sie bauen ebenfalls große PP-Produktionsstätten auf, um mit teureren Endprodukten bessere Renditen zu erwirtschaften. Ihre PP-Herstellungskapazitäten werden sich in den nächsten fünf Jahren mehr als verdoppeln. Während die Binnennachfrage der arabischen Länder noch auf niedrigem Niveau stagniert, wird die exportierte Menge des polymeren Werkstoffs überdurchschnittlich zulegen: Der Mittlere Osten steigt zum wichtigsten Lieferanten von PP auf.

In Kanada, den USA und Westeuropa dagegen werden vermehrt kleinere PP-Fabriken mit Kapazitäten von unter 200.000 Tonnen abgebaut. In den nächsten Jahren wird die Bedeutung dieser Länder als Exportnationen von PP weiter abnehmen. Da die Marktpreise wesentlich höher sind als zum Beispiel in China oder Saudi-Arabien, stehen die traditionellen PP-Hersteller vor großen Herausforderungen: Sie müssen die Effizienz ihrer Produktion durch verbesserte Herstellungsverfahren steigern, ihre Distributionsnetzwerke weiter ausbauen, zusätzliche Serviceleistungen für die Endkunden anbieten und enger mit der verarbeitenden Industrie kooperieren, um innovative Produkte für die Zukunft zu entwickeln.

Weltweites Wachstum

Wie das Konstanzer Marktforschungsinstitut Ceresana Research in einer neuen Studie festhält, hatte der weltweite PP-Markt im vergangenen Jahr ein Volumen von 45 Millionen Tonnen mit einem Wert von rund 65 Milliarden US-Dollar (47,4 Milliarden Euro). In den nächsten Jahren werde es weltweit zu einem deutlichen Zuwachs der PP-Kapazitäten und einer besseren Versorgung mit dem Vorprodukt Propylen kommen. Dennoch steige weltweit der Kostendruck aufgrund der deutlich gestiegenen Rohstoff-, Energie- und Transportkosten. Die Marktforscher vom Bodensee erwarten, dass sich der PP-Umsatz bei steigenden Absatzmengen und Preisen bis zum Jahr 2016 mehr als verdoppeln wird.

Die „Marktstudie Polypropylen“ des Konstanzer Unternehmen präsentiert nach eigener Darstellung auf über 900 Seiten alle wesentlichen Daten des rasch wachsenden PP-Markts. Sie bietet 100 Firmen-Profile von gegenwärtigen und zukünftigen Herstellern in aller Welt. Für 64 Staaten wird die Entwicklung detailliert mit jeweils eigenen Länder-Profilen aufgezeigt. Außerdem informiert die Studie über die technischen Eigenschaften und Anwendungsgebiete der verschiedenen PP-Sortierungen und gibt einen Überblick zu relevanten Gesetzen und Umweltvorschriften. Der Marktreport ist in einer sogenannten Basis-Edition ab 1895Euro bis hin zu einer Corporate-Edition für dann 3595 Euro zu haben. Weitere Informationen dazu sicher auch, entweder über unser Stichwort oder gleich im Internet.

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