Editorial

13 von 19…

…der im Rahmen der Vergabe des Deutschen Verpackungspreises am 9. November prämierten Produkte sind aus Kunststoff. An zwei weiteren der als besonders innovativ bewerteten Lösungen haben Kunststoffkomponenten maßgebliche Anteile.

Ein beeindruckendes Ergebnis, dass einmal mehr klar macht, wohin bei der Verpackungstechnik die Reise geht: In Richtung Kunststoff. Gut für Sie und uns, im doppelten Sinne: Die meisten von Ihnen verdienen die Brötchen – und hoffentlich auch die Wurst dazu – auf die eine oder andere Weise in der Kunststoff-Branche, und außerdem haben wir wohl alle ganz privat ein Interesse an funktionalen und auch an schick designten Produkten.

Auffällig ist der vergleichsweise geringe Anteil von Produkten, die mit den Begriffen grün, öko oder nachhaltig für sich werben. Unter den Preisträgern ist mir keins aufgefallen und bei den nominierten waren es – gefühlt – vergleichsweise wenige. Einerseits schade. Hier werden Chancen vertan, Verpackungen, seit Jahren tendenziell unter eher kritischer Beobachtung, besonders was den Einsatz von Kunststoffen angeht, mit einem positiven Image zu versehen. Um keine Irritationen aufkommen zu lassen: Ich sehe durchaus die unterschiedliche Bewertungsmöglichkeiten von nackten Fakten und Meinungen zum Thema Umweltbilanzen und dergleichen.

Andererseits sind die Bemühungen, umweltschonender zu produzieren nicht zu übersehen. Zumindest die Branchenmessen der letzten drei Jahre, zuletzt die Fakuma vor wenigen Wochen, waren von einem Schlagwort geprägt: Energieeffizienz. Zugegebenermaßen dürfte das Streben nach sinkendem Energiebedarf selten von selbstlosem, ideellen Streben getrieben sein. Dahinter stehen handfeste wirtschaftliche Interessen, nämlich dem Verarbeiter Lösungen zu offerieren, mit denen er wirtschaftlicher produzieren kann – und in die er demzufolge auch investiert. Was aber am Effekt nichts ändert: Sowohl der Materialeinsatz wie die zur Produktion eines bestimmten Funktionselements benötigte Energiemenge dürfte durchschnittlich in den letzten Jahren deutlich gesunken sein. Nur lässt sich das natürlich nicht so einfach kommunizieren. Wenn Sie eine Idee dazu haben, dann her damit. Wir bringen sie gern an die Öffentlichkeit. In unser aller Interesse.

Anzeige

Bis dahin weise ich auf eine zweite Zahlenkombination hin: 47 von 52 Wochen des Jahres 2011 sind bei Erscheinen dieser Ausgabe des Kunststoff Magazins bereits verstrichen. Oder als klare Ansage an die In-der-allerletzten-Minute-Parfüm-Einkäufer: In vier Wochen ist Weihnachten.

Bis dahin hören wir noch voneinander, per Newsletter oder – persönlich – während der Euromold in Frankfurt.

Anzeige
Jetzt Newsletter abonnieren

Das könnte Sie auch interessieren

Anzeige

Editorial KM 09/2022

Hier wie dort und überall

Den Sommerurlaub habe ich mit meiner Familie in diesem Jahr in Kalifornien verbracht. Wir hatten dort eine fantastische Zeit, und es boten sich uns vom Großstadtleben über Fahrten durch schneebedeckte Berge bis zu Strandbesuchen die...

mehr...
Anzeige
Anzeige
Anzeige

Editorial KM 05/2022

Zurück nach vier Jahren

Nachdem die letzte Ausgabe der Moulding Expo 2021 noch pandemiebedingt ausfallen musste, wird Stuttgart nun vom 13. bis 16. Juni wieder der Mittelpunkt des deutschen und europäischen Werkzeug-, Modell- und Formenbaus.

mehr...

Editorial KM 04/2022

Ehrgeizige Ziele

Am 17. April hat die Hannover Messe wieder ihre Türen geöffnet und war zum Redaktionsschluss dieser Ausgabe noch in vollem Gange. Am Vorabend war sie feierlich im Beisein von Bundeskanzler Olaf Scholz und Indonesiens Präsident Joko Widodo eröffnet...

mehr...
Anzeige
Anzeige
Anzeige

Editorial KM 03/2023

Was sagt denn die KI dazu?

Ende letzten Jahres hat die Firma Open AI ihren Dienst ChatGPT auf die Welt losgelassen, seitdem schlägt das Thema künstliche Intelligenz hohe Wellen. Es scheint, als gebe es fast keinen Bereich mehr, indem es nicht einen Selbstversuch gegeben hätte.

mehr...

Editorial KM 01-02/2023

Am Reduzieren geht kein Weg vorbei

Plastik in den Ozeanen ist so gut wie unvergänglich – die Zahlen, wie lange es dauert, bis eine Plastiktüte oder gar eine PET-Flasche im Meer zerfällt, variieren. Aber ob die Plastiktüte 10 oder 20 Jahre braucht und PET 400 oder 450  Jahre, es steht...

mehr...

Editorial KM 01/2023

Ein Blick in die Glaskugel …

… wäre zuweilen ganz schön, vor allem wenn plötzlich Herausforderungen auftauchen, die vorher so abwegig erschienen. Vor ziemlich genau einem Jahr beschäftigten uns noch die Auswirkungen der Pandemie: unsichere Planung, Rohstoffknappheit,...

mehr...