Editorial

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…der im Rahmen der Vergabe des Deutschen Verpackungspreises am 9. November prämierten Produkte sind aus Kunststoff. An zwei weiteren der als besonders innovativ bewerteten Lösungen haben Kunststoffkomponenten maßgebliche Anteile.

Ein beeindruckendes Ergebnis, dass einmal mehr klar macht, wohin bei der Verpackungstechnik die Reise geht: In Richtung Kunststoff. Gut für Sie und uns, im doppelten Sinne: Die meisten von Ihnen verdienen die Brötchen – und hoffentlich auch die Wurst dazu – auf die eine oder andere Weise in der Kunststoff-Branche, und außerdem haben wir wohl alle ganz privat ein Interesse an funktionalen und auch an schick designten Produkten.

Auffällig ist der vergleichsweise geringe Anteil von Produkten, die mit den Begriffen grün, öko oder nachhaltig für sich werben. Unter den Preisträgern ist mir keins aufgefallen und bei den nominierten waren es – gefühlt – vergleichsweise wenige. Einerseits schade. Hier werden Chancen vertan, Verpackungen, seit Jahren tendenziell unter eher kritischer Beobachtung, besonders was den Einsatz von Kunststoffen angeht, mit einem positiven Image zu versehen. Um keine Irritationen aufkommen zu lassen: Ich sehe durchaus die unterschiedliche Bewertungsmöglichkeiten von nackten Fakten und Meinungen zum Thema Umweltbilanzen und dergleichen.

Andererseits sind die Bemühungen, umweltschonender zu produzieren nicht zu übersehen. Zumindest die Branchenmessen der letzten drei Jahre, zuletzt die Fakuma vor wenigen Wochen, waren von einem Schlagwort geprägt: Energieeffizienz. Zugegebenermaßen dürfte das Streben nach sinkendem Energiebedarf selten von selbstlosem, ideellen Streben getrieben sein. Dahinter stehen handfeste wirtschaftliche Interessen, nämlich dem Verarbeiter Lösungen zu offerieren, mit denen er wirtschaftlicher produzieren kann – und in die er demzufolge auch investiert. Was aber am Effekt nichts ändert: Sowohl der Materialeinsatz wie die zur Produktion eines bestimmten Funktionselements benötigte Energiemenge dürfte durchschnittlich in den letzten Jahren deutlich gesunken sein. Nur lässt sich das natürlich nicht so einfach kommunizieren. Wenn Sie eine Idee dazu haben, dann her damit. Wir bringen sie gern an die Öffentlichkeit. In unser aller Interesse.

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Bis dahin weise ich auf eine zweite Zahlenkombination hin: 47 von 52 Wochen des Jahres 2011 sind bei Erscheinen dieser Ausgabe des Kunststoff Magazins bereits verstrichen. Oder als klare Ansage an die In-der-allerletzten-Minute-Parfüm-Einkäufer: In vier Wochen ist Weihnachten.

Bis dahin hören wir noch voneinander, per Newsletter oder – persönlich – während der Euromold in Frankfurt.

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