Meinung

20 Jahre…

…Smartphone haben unser Leben – und unsere Industrie umgekrempelt. Es ist das Synonym für die Digitalisierung der Gesellschaft. Keine andere technische Innovation hat so schnell so tiefgreifende Auswirkungen auf die Menschen gehabt. Über Jahrzehnte oder Jahrhunderte gewachsene und stabile Geschäftsmodelle sind ins Wanken gekommen oder gestürzt.

Redaktionssitzung

Die großen Versandhändler wie Neckermann und Quelle, neben der Automobilindustrie die Symbole für eine prosperierende, erfolgreiche Gesellschaft, hat es zuerst getroffen: Sie sind in wenigen Jahren mehr oder weniger komplett untergegangen. Folgenlos – außer für die Beschäftigten der Konzerne. Keiner vermisst sie. Sie wurden ersetzt durch andere Versandhändler, die die Technik besser zu nutzen verstanden. Wie tief das Smartphone und damit die jederzeit, an jedem Ort und unbegrenzt verfügbare Information und Kommunikation unser Leben durchdrungen hat, wird den Meisten erst klar, wenn das Netz offline ist. „Kein Empfang“ ist – zumindest für die Generation unter 30 – häufig nur noch ein gradueller Unterschied zu „tot“.

Die nächste Evolutionsstufe steht an. „Industrie 4.0“, das Synonym für die Durchdringung der Industrie mit Informationsketten ohne Brüche, vom Verwaltungsrechner des Konsortionallagers über die Blasformanlage und den Stapler bis zum Materialsilo wird in den nächsten fünf Jahren wohl nicht zum Standard. Die aufwendige Kampagne der Messegesellschaft, um das Thema Industrie 4.0 in der K 2016 zu verankern, ist aber ein Indiz für dessen Relevanz im Investitionsgüterbereich. Dass sich Produktionsleiter jederzeit per Handy oder Tablet über den Status einzelner Maschinen informieren, solange sie irgendwie ein „Netz“ aufzutreiben können, ist fast schon Alltag. Dass er jedoch per Meldung auf dem Smartphone gewarnt wird, wenn der Silo-Lkw mit Material im Stau steckt und es besser sein könnte, die Auftragsreihenfolge umzuplanen – einschließlich einem Vorschlag dazu – ist technisch bereits möglich, im betrieblichen Alltag aber noch nicht angekommen. Aber das wird Normalität werden. Ebenso wie der Griff zu Smartphone, um die Wetterprognose abzufragen.

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Es grüßt aus Darmstadt

Meinolf Droege

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