Meinung

50 Mikrometer…

…sind das Maß der Dinge in Frankreich: Im August letzten Jahres führte Frankreich im Rahmen des Reformgesetzes zu Energiewende und ökologischem Wachstum ein Verbot von Einwegkunststofftüten ein. Eine Verordnung über die konkreten Anforderungen und Rahmenbedingungen zur Umsetzung wurde nun verabschiedet und tritt am 1. Juli 2016 in Kraft. Die Verordnung bezieht sich auf Einwegkunststofftüten, die dünner als 50 Mikrometer sind, und schreibt vor, dass diese dem französischen Standard für Heimkompostierung entsprechen und einen biobasierten Gehalt von mindestens 30 Prozent aufweisen müssen. Dieser Mindestgehalt an Biomasse soll stufenweise bis auf 60 Prozent im Jahr 2025 angehoben werden.

Redaktionssitzung

Jenseits aller Diskussionen in Frankreich – und in Deutschland – zur Definition, was denn nun wirklich „Bio“ ist: Die entsprechenden Biokunststoff-Materialien seien in ausreichenden Mengen auf dem Markt verfügbar und von Seiten der Hersteller stehe der Umstellung nichts im Wege. Sagt zumindest die französische Interessenvertretung Club Bio-plastiques. Präsident Christophe Doukhi-de Boissoudy: „Wir begrüßen die Mobilmachung der Behörden zur Umsetzung dieser Maßnahmen.“ Nicht zuletzt im monetären Interesse der französischen Kunststoffhersteller dürfte die Situation sein. Schließlich werden aktuell rund 90 Prozent der Frucht- und Obstbeutel importiert. Hier liegen wohl die Hoffnungen auf einem künftig höheren Anteil französischer Unternehmen.

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Die Alternative, der verstärkte Einsatz von Recyclingmaterialien, wie ihn das preisgekrönte und wirtschaftlich außerordentlich erfolgreiche Unternehmen Werner und Mertz mit der Marke Frosch vorlebt, ist für den Bereich sehr dünner Folien sicher nicht 1:1 umsetzbar. Verstärkte Forschungen und ein gewisser Druck „von oben“ könnte die Grenze des Machbaren aber sicher hinausschieben.


Es grüßt aus Darmstadt

Meinolf Droege

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