Editorial

Digital Natives,

digitale Ureinwohner, so die wenig sinnvolle Übersetzung, dürften wohl nur die Wenigsten von uns sein. Halbwüchsige, denen das Handy am Ohr festgewachsen scheint, die schneller SMS tippen als mit dem Kugelschreiber notieren, die ihre sozialen Kontakte vornehmlich im Internet pflegen, gleichzeitig fernsehen, Antworten auf ihre Hausaufgaben im Internet suchen, sich in mindestens einem virtuellen Dorf von ihrem Avatar vertreten lassen, die dank iPhone-Lokalizer jederzeit sehen können, wo sich ihre – vermeintlichen – Freunde aufhalten und die mit dem Begriff Telefax nichts mehr anfangen können, prägen das Bild.

Wer Rechner und andere elektronische Kommunikationsmittel exzessiv nutzt, ist seiner Umgebung und den darin lebenden Menschen allerdings nicht zwangsläufig einen Schritt voraus. „Wenn wir diesen die Köpfe der nächsten Generation völlig vermüllenden Medienkonsum einfach so weiterlaufen lassen, dann nähen wir die T-Shirts für China in 20 Jahren“, orakelte der Ulmer Gehirnforscher und Psychiater Manfred Spitzer. Allerdings haben schon die Altvorderen des letzten Dutzends Generation den rapiden Verfall von Geisteshaltung, Fleiß und Werten beklagt. Die Wahrheit wird einmal mehr in der Mitte liegen: Selbstverständlich ist auch dieser Text an einem Rechner entstanden, meine Leser kommunizieren mit mir per Mail, ich nutze Datenbanken zur Recherche und lese die aktuellen politischen Nachrichten eher in Online-Medien, als dass ich sie mir von einer womöglich lispelnden Ansagerin im Fernsehen vorlesen lasse.

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Echten Mehrwert mit geordneten und tiefgehenden Informationen zu bieten, statt den oben zitierten Medienmüll, war das Ziel bei Entwicklung des Online-Auftritts des Kunststoff Magazins. Im Mai wurde schließlich die neueste, technisch und bedienergonomisch wiederum auf den aktuellen Stand gebrachte und erweiterte Version gestartet. Die Navigation führt nun noch schneller zu einzelnen Artikeln. Auf der Startseite findet der Leser übersichtlich neben Topthemen, Branchen-News und dem Stellenmarkt auch direkte Verweise auf weitere Services wie den RSS-Feed, iGoogle oder den Facebook- und Twitter-Account. Generell wurde die Multimedia- und die Social-Media-Integration verstärkt: Neben Video- und Audio-Beiträgen sowie Bildergalerien lassen sich jetzt alle Artikel kommentieren, bewerten und teilen – beispielsweise in Facebook. Neu ist auch die e-Paper-Version: Alle Print-Ausgaben des Kunststoff Magazins erscheinen jetzt auch online im Original-Layout zum durchblättern und herunterladen.

Zudem wurde neben dem Kunststoff Magazin das Produkt- und Firmenverzeichnis Kunststoff Datenbank unter das gemeinsame Dach des „Hoppenstedt Publishing Plastics Network“ gestellt. Entwickler, Einkäufer und Entscheider aus der Branche haben damit jetzt noch besseren Zugang zu aktuellen Nachrichten, Hintergrundinformationen, Produktinformationen und Anbietern. Dank Vernetzung im Plastics Network können Nutzer beider Angebote bequem zwischen redaktionellem Angebot und Datenbank wechseln. Die Inhalte beider Bereiche sind eng verbunden, beispielsweise verlinkt die Redaktion am Ende von Artikeln auf die Profile der Firmen in der Datenbank. Mit der Kunststoff Datenbank eröffnet sich den Lesern außerdem eine weitergehende Recherchemöglichkeit in mehr als 20.000 Firmenprofilen mit umfassenden Angaben zu Liefer- und Leistungsprogrammen und Unternehmensdaten.

Ein Wissenskonzentrat so aufzuschließen, dass es für eine möglichst breite Interessensgruppe – und nicht nur von Digital Natives – schnell und zielführend nutzbar ist, das ist die Intention der Macher hinter www.kunststoff-magazin.de. Denn wir benötigen eben keine virtuellen Maschinen und Werkstoffe, sondern reale Informationen und Arbeitsmittel, um ganz reales Geld zu verdienen.

Möge Ihnen das reichlich gelingen!

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