Editorial

Energie

dürfte neben „Kunststoff“ eines der meistgenutzten Worte während der Fakuma gewesen sein. Kaum eine Pressekonferenz oder Kundenveranstaltung, in der die Themen Energieeffizienz oder Energieeinsparung auf der Agenda fehlten. Vor allem die Spritzgießer verkündeten enorme Einsparpotenziale, die mit neuen oder verbesserten Maschinen realisierbar seien. Zum Teil weniger als die Hälfte der bisherigen Energiemengen sollen die Prozesse verschlingen und damit entsprechende Einsparungen ermöglichen.

Innovationssprünge sind in der K-Branche ja durchaus nicht ungewöhnlich. In der Vergangenheit haben Maschinenhersteller – was im übrigen auch für die Werkstoffspezialisten gilt – gelegentlich mit gänzlich neuen Wegen überrascht, um bisher nicht produzierbare Bauteile aus der Maschine fallen zu lassen oder die Kosten drastisch zu senken. Aber die Senkung des Energieverbrauchs um die Hälfte quasi von einem Tag auf den anderen lässt dann doch aufhorchen, selbst wenn damit erhöhte Investitionskosten verbunden sein sollten: Da die Life-cycle-costs beispielsweise einer Spritzgießmaschine nur in Maßen von den Investitionen, sehr viel stärker aber von den laufenden Betriebskosten bestimmt werden, müssten sich in jedem Fall drastische Senkungen der Stückkosten ermöglichen lassen. Genau hinsehen ist angesagt und intensives Prüfen, ob die Konzepte halten was sie versprechen.

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Versprechen zu halten ist jedenfalls in der Vergangenheit einigen Rohstoffherstellern, Distributeuren und Compoundern schwergefallen, wie die Branche in den letzten zwei, drei Jahren mitunter klagte. „Regelmäßige Preissteigerungen bei unregelmäßigen Lieferungen“ brachte ein Verarbeiter seinen Frust auf den Punkt. Gelegentliche Engpässe bei den Lieferkapazitäten waren nicht immer zu verheimlichen. Das scheint vorerst vorbei, die Marktsituation hat sich deutlich entspannt. Verarbeiter können wieder handeln, im wahrsten Sinne des Wortes. Ob das nun schon eine Krise ist, oder noch eine Normalisierung, wird unterschiedlich eingeschätzt. Unstrittig ist jedoch, dass es neue Chancen für Verarbeiter gibt sowohl bei Verhandlungen mit Maschinenherstellern als auch in Sachen Materialbereitstellung.
In diesem Sinne wünschen wir einen guten Verlauf der beiden letzten Monate des Jahres.

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