Editorial

Noch bunter

als das Ergebnis der Bundestagswahl dürfte die Fakuma werden. Und ausgewogener. Immerhin annähernd 1500 Aussteller mit einem Programm von A wie Angussseparatoren bis Z wie Zylinder-Reinigungsgranulate haben gemeldet. Insgesamt bleiben einige Messekennwerte zwar hinter den Zahlen der Vorgängerveranstaltung zurück, aber beileibe nicht in dem Maße, wie Insider zunächst befürchteten. Und: Das Jahr 2008 markierte nach mehreren Wachstumsjahren einen absoluten Größenrekord, der nicht jährlich wiederholbar ist. Auch wenn der eine oder andere renommierte Name im Ausstellerkatalog fehlt: Vor diesem Hintergrund scheint das Bemühen der Organisatoren, das gesamte Farbspektrum der Branche abzubilden und die wichtigsten Marktteilnehmer an den Bodensee zu holen, gut gelungen. Im Übrigen werden die Flächen wohl kaum „Löcher“ aufweisen. Es finden sich etliche interessante neue Firmen in den Hallen und einige Stammteilnehmer haben die Chance genutzt, endlich ihre Fläche zu vergrößern. Nicht zuletzt vermuten die Macher der Messe, „dass sich die Aussteller (…) nicht so einfach mit der vorherrschenden schwierigen wirtschaftlichen Situation abfinden wollen“. Womit sie wohl den Nagel auf den Kopf getroffen haben. Es gibt Anbieter, die aus der aktuellen Lage Vorteile ziehen und eher gestärkt antreten: Die Übernahme von Battenfeld durch Wittmann und die Integration von Kiefel in die Reifenhäuser-Gruppe sind nur zwei Beispiele dafür, dass nicht pure Größe zählt, sondern – wie unser Alt-Kanzler ganz richtig feststellte – was hinten raus kommt. In beiden Fällen nämlich nicht nacktes Wachstum durch Zukauf, sondern innovativere Produkte durch Kombination des vorhandenen Know-hows: Wittmann-Battenfeld zeigt zur Fakuma die erste komplett neu entwickelte Spritzgießmaschine mit vielen interessanten Detaillösungen, Reifenhäuser wird eine Art Best-of-Two-Strategie vorstellen und, so wie man das Unternehmen kennt, den Worten in wenigen Monaten konkrete Taten folgen lassen. Bemerkenswerter Weise sind es auch in diesem Fall inhabergeführte Unternehmen, die mutig voranschreiten statt ins Klagen einzustimmen und damit die Einschätzung der Messeveranstalter bestätigen.

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Das sind nur zwei Beispiele von vielen. Selten gibt es im Vorfeld einer Messe dieser Größenordnung einen derartigen Boom an Meldungen über neue Entwicklungen. Ein Blick ins Innere dieses Heftes verrät es: Unter vielen Beiträgen finden sich die „Koordinaten“ der Unternehmen, damit Sie sich vor Ort, auf der Fakuma, vom Innovationsgehalt der Produkte und Dienstleistungen auf direktem Weg überzeugen können.
Wir, die Mannschaft des Kunststoff Magazins, werden auf jeden Fall da sein. Besuchen Sie uns in Halle B1 am Stand 1125.

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