Editorial

Pralle Sonne…

…über ganz Deutschland und den angrenzenden Ländern schon in den Wochen vor Ostern. Entspanntes Zurücklehnen bei Gartenpartys allerorten und am Badesee. Die einzige Sorge: Hoffentlich reicht das Bier.

So ähnlich sieht es in der Kunststoffbranche aus: Pralle Auftragsbücher lassen die Sonne über den Bilanzen der Unternehmen aufgehen, die Vertriebler lehnen sich dank gut gefüllter Provisionskonten entspannt zurück. Die einzigen Sorgen? Bekommen wir die Aufträge fristgerecht durchgeschleust und wie teuer wird der nächste Materialeinkauf.

Günstige Zeiten für Innovationen? Im Prinzip ja, aber inzwischen ist aus Kapazitätsgründen schon wieder kaum noch Zeit für das Anfassen grundsätzlicher Aufgaben: Das seit Jahren verschobene Einführen eines neuen ERP-Systems, vor 24 Monaten nicht finanzierbar, wird weiter hinaus gezögert, weil jetzt „alle Leute am Anschlag“ sind. Investiert wird zwar wieder erheblich, aber eher in Hardware, in neue Maschinen und Handlingsysteme. Organisatorische Verbesserungen werden oft zögerlich angegangen. Dabei kann ein grundlegend neu strukturiertes Qualitätsmanagement oder der Aufbau eines durchgängigen CRM-Systems mindestens ebenso zur Kundengewinnung und -bindung beitragen. Und das mit einer Perspektive von vielen Jahren.

Sicher, wenn ich Interessenten gewinne und kann sie wegen zu geringer Produktionskapazitäten nicht bedienen, ist keinem geholfen. Andererseits wird der aktuelle Boom nachlassen, und dann sind stabile und effiziente Strukturen gefragt, um Aufträge schneller und mit hoher Terminsicherheit durch das Unternehmen zu schleusen, dann muss die Kundengewinnung vom Zufallsprinzip auf eine sinnvolle Strategie umgestellt sein und nicht zuletzt muss die Internationalisierung einem sinnvollen Konzept folgen.

Anzeige

Es ist Zeit, einen Teil des jetzt verdienten Geldes – ja, ich weiß, die Margen sind teilweise nicht befriedigend – in die Stabilisierung der Organisation mit allen ihren Facetten zu stecken und sie fit zu machen für Zeiten, in denen nicht die einzige Sorge die lange Lieferzeit des nächsten Dienstwagen ist.

Anzeige
zurück zur Themenseite

Das könnte Sie auch interessieren

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige