Editorial KM 2/2022

Annina Schopen,

Beim Blick auf die Zapfsäule …

… kann einem heutzutage schon mal kurz der Atem stocken. Hier sieht man in digitalen Lettern besonders deutlich, wie viel teurer Energie geworden ist. Das trifft auch auf die Strom- und Heizkosten zu, laut Statistischem Bundesamt haben sich die Preise für Heizöl und Kraftstoffe innerhalb eines Jahres um mehr als ein Drittel erhöht.

© WBM

Das stellt nicht nur die Privathaushalte vor Herausforderungen, sondern auch viele Firmen ächzen unter dem Druck. Mancherorts schwinden aufgrund der hohen Energiekosten trotz voller Auftragsbücher die Margen, und in der Kunststoffverarbeitung lassen sich die Preissteigerungen nicht so ohne Weiteres an den Kunden weitergeben. En passant führen volatile und tendenziell steigende Energiepreise zu Wettbewerbsvorteilen jener Unternehmen, die sich in den letzten Jahren überdurchschnittlich in den Bereichen Nachhaltigkeit und Energieeinsparung engagiert haben. Der nachhaltigen Produktion haben wir uns übrigens wieder in fast allen Rubriken dieser Ausgabe gewidmet.

Gleichzeitig wächst die Sorge, dass der Konflikt in der Ukraine eskaliert. „Sollte die Lage sich durch wirtschaftliche Sanktionen und Gegensanktionen extrem zuspitzen, könnte der weltwirtschaftliche Aufschwung einen empfindlichen Dämpfer erhalten“, warnte Volker Treier, Chefökonom beim Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK), kürzlich im Handelsblatt. Gerade Sanktionen im Bereich der Energieversorgung wären in Deutschland schmerzhaft spürbar, wo der Füllstand der Gasspeicher auf einem Rekordtief ist. Ein Embargo aus Russland würde die Preise weiter in die Höhe schießen lassen.

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Aber abseits aller wirtschaftlichen Schäden würde ein Krieg auch unfassbar hohes menschliches Leid mit sich bringen, was es zu verhindern gilt. Nach dem Besuch von Bundeskanzler Olaf Scholz bei Russlands Präsident Putin, der kurz vor Drucklegung dieser Ausgabe stattfand, stehen die Zeichen zumindest auf Entspannung. Hoffen wir, dass sich diese Zeichen verdichten, nicht nur, damit die Energiekosten nicht weiter in die Höhe schießen.


Ich grüße Sie herzlich,

Ihre

Annina Schopen

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