Editorial

Tag der Umwelt

Vor wenigen Wochen, am 5. Juni, fand der "Tag der Umwelt" statt. Trotzdem dürften die wenigsten Bürgerinnen und Bürgern angesichts des Feiertages sich oder dem gelben Sack eine Gedenkminute gegönnt oder ihre Zigarettenkippe(n) in der Manteltasche nach Hause getragen haben, um sie dort fachgerecht zu entsorgen. Aber vielleicht hat der eine oder andere CFO, der sich zufällig mit dem "Erneuerbare-Energien-Gesetz" (EEG) und seinen Folgen beschäftigte, selbigen Tag herzlich verflucht.

Man kann den Welt-Umwelttag - er geht auf die erste Weltumweltkonferenz in Stockholm ab 5. Juni 1972 zurück und wurde vom United Nations Environment Programme als World Environment Day (WED) ausgerufen - als Vorläufer der aktuellen Gesetzgebung sehen. Die Intention, zum Schutz der Umwelt, heute vor allem des Klimas, in nahezu alle Lebensbereiche der Bürger und in die Industrie steuernd einzugreifen, ist unzweifelhaft gut und ehrenwert. Einige Erfolge sind unbestritten. Aber der Mensch, und Politiker sind Menschen, ist nicht perfekt, auch wenn Berater aller Art - neudeutsch Lobbyisten genannt - ihr Bestes geben, um deren Wissenslücken zu füllen und jeglichem Bildungsgebrechen in angenehmer Dinneratmosphäre abzuhelfen.

Im Ernst: Auch die neuesten Reformbemühungen um dieses unselige EEG-Konstrukt lässt wenig Gutes für unsere Branche erahnen. Wenn die - prinzipiell richtigen - Vorgaben zur Förderung des Einsatzes nachhaltig erzeugter Energie im Wesentlichen dazu führen, dass Unternehmen ab einer gewissen Größe eher mit ausgefeilten internen Strukturänderungen wie dem Auslagern interner Betriebsbereiche zu rechtlich selbständigen Einheiten profitieren als Unternehmen, die einfach in moderne Technologie investieren, ist und bleibt die Sache faul und wirkt wettbewerbsverzerrend.

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Gut gemeint ist in aller Regel das Gegenteil von gut gemacht. Wir dürfen gespannt sein, welche politischen Entscheider sich des Themas einmal der Perspektive und Argumentation der Betroffenen, den Praktiker aus der Industrie, stellen - und den hoffentlich erzielten Erkenntnisgewinn in ihre Entscheidungen einfließen lassen.

Meinolf Droege

Chefredakteur Kunststoff Magazin

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