Meinung

Fabrik 4.0 …

… ist das Schlagwort, um das keine industrieorientierte Zeitschrift herum kommt. Auch wir nicht. Allerdings gehen wir das Thema weniger euphorisch, als vielmehr realistisch an: Der Begriff umschreibt nur vage, um was es wirklich geht und jeder Protagonist bietet eine eigene Interpretation.

Redaktionssitzung

Vor allem wenn unter dem Label eigene Produkte vermarktet werden können. Zudem sind viele der Grundelemente bereits unter anderen Begriffen Realität. Und andere werden es frühestens mittelfristig werden. Denn weiterhin steht der Mensch im Mittelpunkt – in diesem Fall der Manager – und stört dort.

In Sachen „digitale Transformation“ des Unternehmens überschätzt nämlich das Management vielfach die eigene Kompetenz. Das will eine Unternehmensberatung in einer Studie herausgefunden haben. Demnach sind die Mitglieder der Führungsebene in dieser Hinsicht weit optimistischer als die Mitarbeiter. 44 Prozent der Manager bewerten ihre Kompetenzen in diesem Thema als hoch bis sehr hoch. Aber nur 14 Prozent der Mitarbeiter wollen das ihren Chefs bescheinigen.

Sicher ist die statistische Aussage der Studie begrenzt; wen sollte die Managementberatung beraten, wenn weitgehender Konsens über die hohe Kompetenz potenzieller Klientel besteht. Trotzdem: Dem Mann und der Frau „an der Front“, den Mitarbeitern im Betrieb nicht nur zuzuhören, sondern deren Meinungen ernst zu nehmen, ist noch immer ein guter Rat. Die sind nämlich zum einen kostenlos und zum anderen haben langjährige Mitarbeiter auch auf unteren Hierarchieebenen häufig ein feines Gespür dafür, was machbar ist und was nicht. Natürlich gibt es auch ablehnende Haltungen à la „Das haben wir schon immer so gemacht.“ und „Das haben wir noch nie so gemacht.“ – wie übrigens ebenfalls auf allen Ebenen. Grundsätzlich sind die Kollegen in der Produktion aber sehr findig darin, neue Technologien sinnvoll und effizienzsteigernd zu nutzen, wenn man sie denn lässt.

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Lassen wir sie und erleben wir einen Teil der 4.0-Bewegung sozusagen von unten. Die Wahrscheinlichkeit, funktionierende Lösungen zu entwickeln ist drastisch höher, als wenn wir das Thema – wie andere auch – der Managementebene allein überlassen

Es grüßt aus Darmstadt.

Meinolf Droege

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