Meinung

Große Ohren...

...machen unsere Freunde dies- und jenseits des Atlantiks offensichtlich schon seit Jahren. Keine Information aus internem und externen Datenverkehr unserer Unternehmen sowie von und zu unseren privaten Anschlüssen ans www, kein einziges Bit, ist den Lauschern dies- und jenseits des Atlantiks über einen namhaften Zeitraum entgangen. Und wahrscheinlich greifen auch Geheimdienste - oder wie immer sich die Arbeitgeber der Buben nennen - von Ländern, die sich erst gar nicht die Mühe geben, zu unseren Freunden gezählt werden zu wollen, reichlich zu. Und wer will ernsthaft bezweifeln, dass dabei auch Unternehmensinterna abfallen, die sich prächtig nutzen lassen, um den einen oder anderen Wettbewerber aus eben jenen befreundeten Ländern Vorteile im internationalen Geschäft zu verschaffen. Dass Japaner vor Jahrzehnten sprichwörtlich mit den Augen kopiert haben, chinesische Unternehmen auch heute noch direkt vom "lebenden Objekt" kopieren ist unbestritten. Der Verdacht liegt nicht fern, dass sich unsere Bündnispartner auf sehr viel elegantere Weise bedienen können.

Was unsere gewählten Volksvertreter tun? Abwiegeln, Beruhigen, dem Insider, der die Lawine losgetreten hat, Asyl verweigern und damit die beste Chance auf echten Erkenntnisgewinn vertun. Hauptsache, keinen Ärger mit den genannten Freunden riskieren.

Wem eine solche Haltung ganz sicher nicht hilft, ist der heimischen Wirtschaft. Maschinenbauer, Verarbeiter und Dienstleister leben seit vielen Jahren vor allem vom Erfolg ihrer Innovationen auf den internationalen Märkten. Hohe Exportüberschüsse sind das Ergebnis findiger Entwickler, pfiffiger Verkäufer sowie der Seriösität und Zuverlässigkeit der Unternehmen als Geschäftspartner. Sie gilt es zu schützen, hier liegt ein wichtiger Teil unserer Zukunft. Wer diese Interessen nicht schützt, das Absaugen interner Daten eher als Kavaliersdelikt betrachtet und vielleicht mit einer politischen Note droht - aber scharf formuliert! - der hat den Ernst der Lage eindeutig nicht erkannt. Um es einmal leicht abgewandelt mit Ludwig Thoma zu sagen: "Er war Minister und auch sonst von mäßigem Verstande."

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Passend zum Thema ließ die Bundesregierung am 5. November einmal mehr eine Offensive zum Ausbau der Internet-Infrastruktur ankündigen. Bis 2018 soll demnach auch der letzte Haushalt in Deutschland eine echte 50 Megabit-Leitung zur Verfügung haben. Dann wird der Datenaustausch schneller – hoffentlich nur mit den richtigen Freunden.

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