Meinung

Gurken und Leichtbauwerkstoffe …

… haben zwei Dinge gemein: Angestrebt wird die automatisierte, präzise Verarbeitung per Roboter und um beides kümmert sich Fraunhofer Institut für Produktionstechnik IPK in Berlin. In Sachen Gurke ist die Sache verzwickt: Sie wachsen auf der Erde liegend, teilweise von Pflanzen in ähnlichen Farben verdeckt, ungleichmäßig geformt und gefärbt, in zufälliger Anordnung liegend – eine echte Herausforderung für Erkennungssysteme und Greifroboter, zumal die Pflanzen nicht geschädigt werden dürfen. Da ergeben sich etliche Parallelen bei Handlingaufgaben in der Industrie.

Während im „Fall Gurke“, den Menschen beschwerliche Arbeiten abgenommen werden sollen, sind es bei Leichtbauwerkstoffen die klassischen Fräsmaschinen oder Bearbeitungszentren. Faserverbundbauteile sind häufig vergleichsweise großflächig. Dementsprechend teuer sind die Fräsmaschinen. Es liegt nahe, Fräsbearbeitungen von Robotern mit Ihren großen Reichweiten und flexiblen Einsatzmöglichkeiten bei moderaten Investitionskosten zu nutzen. Mit dem Ziel, vom ersten Bauteil an absolute Bahngenauigkeiten von mindestens ±0,1 Millimeter im gesamten Bearbeitungsraum zu erreichen, arbeitet das IPK an extrem steifen, hochdynamischen Antriebskonzepten sowie an Kompensationsstrategien für verschiedene Einflüsse wie Schwingungen und Temperatur. So sollen sich auch die bisher beispielsweise bei der Bearbeitung der Komponenten von Windkraftanlagen eingesetzten Portalanlagen.

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Von beiden Entwicklungen könnten andere Anwender mit ähnlichen Anforderungen profitieren. Über den Tellerrand, der auch mal ein Feldrand sein kann, hinaus zu schauen, war schon immer ein erfolgversprechendes Konzept, um Vorteile im Wettbewerb zu gewinnen.


Es grüßt aus Darmstadt
Meinolf Droege

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