Editorial

Ein Ausrufezeichen…

…beschreibt die wirtschaftliche Situation unserer Branche nach der K und kurz vor dem Jahresende wohl am Besten. Gut so, nachdem im November 2009 noch eher ein Fragezeichen zu verzeichnen war – wenn auch ein schon etwas „gestrecktes“. Der in der letzten Dekade mit zumeist hohem Tempo voran getriebenen Internationalisierung sei Dank, konnten die Unternehmen der Branche, vielfach auch kleinere und mittelständische, die zunächst internationale Erholung der Branche nutzen.

Segen auf der einen Seite, Probleme – oder sagen wir besser: Herausforderungen – auf der anderen: Das internationale Geschäft der K-Branche führt zu vergrößerten Absatzmärkten und Wachstumschancen, in den meisten Produktgruppen aber auch zu einem stärkeren Wettbewerbsumfeld. Hier bringt der verschärfte weltweite Handel unter anderem einen Kampf um Werkstoffe und spezielle Komponenten – und damit hohe Unsicherheiten in der Kalkulation von Preisen und Lieferterminen.

Kreativität ist in diesem Umfeld nur begrenzt einsetzbar, aber immerhin gelegentlich sind findige Unternehmer erfolgreich: So holt ein Hersteller von Blasformen alte, nicht mehr benötigte Formen von seinen Kunden zurück und erarbeitet daraus neue, um dem Materialmangel bzw. den teils abnormen Kostensteigerungen zu entgehen oder um überhaupt fristgerecht liefern zu können.
Bleibt zu überlegen, wie das nächste absehbare und in Teilen bereits vorhandene Problem gelöst werden kann: Der Mangel an qualifizierten, gut eingearbeiteten und möglichst auch mobilen Mitarbeitern. Die lassen sich nämlich nicht so einfach aus irgendwo in Hartz-IV-Kellern und 1-Euro-Job-Maßnahmen abgestellten Arbeitnehmern „wieder aufarbeiten“. An dieser Stelle ist einmal mehr den Unternehmen Respekt zu zollen, die über ihren Bedarf hinaus ausbilden, in eigener Initiative oder über Verbände wie dem Kunststoff-Netzwerk Franken Schüler für die innovativen Berufsbilder der Branche interessieren, mit Stützunterricht und Zusatzkursen Jugendliche auf ein akzeptables Bildungsniveau bringen. Das Problem wird uns voraussichtlich weit länger beschäftigen, als temporär zu hohe Materialpreise.

Anzeige

Eine ebenfalls temporäre Herausforderung liegt da näher – auch wenn die Lösungswege seit Jahren prinzipiell bekannt sind: In rund vier Wochen ist Weihnachten! Der Weg zum Geschenk wird auch in diesem Jahr für viele Männer auf direktem Weg zur Parfümerie, zum Blumenladen oder zur Konfiserie führen. Wie gut, dass der Ingenieur gelernt hat, pragmatisch zu denken – auch wenn Phantasie und Kreativität mitunter weiter führen im Wettbewerb…
In diesem Sinne verabschiedet sich das Redaktionsteam mit dieser letzten Print-Ausgabe des Jahres 2010 von Ihnen. Unter http://www.kunststoff-magazin.de und mit den noch erscheinenden Newslettern sind wir jedoch auch den Rest des Jahres bei Ihnen.

Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Anzeige

Kommentar

Droege empfiehlt …

… einen Blick auf die Gewinner der Corona-Krise. Für die Zukunft zu lernen, kann nie schaden. Und die ist offenbar sehr grün. In diesem Fall trägt sie allerdings keinen Drei-Tage-Bart. Es geht auch nicht um den Streit hinsichtlich der Nutzung von...

mehr...

Kommentar

Droege empfiehlt einen Blick …

… auf eines der liebsten Laster im Lande, nämlich den herzhaften Zug an der – hoffentlich versteuerten – Kippe. Schwer haben es die Rauchliebhaber. Schon länger müssen sie vor die Tür wenn sie drinnen rauchen wollen oder, eindrücklicher formuliert:...

mehr...

Kommentar

Droege empfiehlt …

… einen Blick auf die "andere Art des Blasformens": Es muss nicht immer die Limoflasche oder der Heizungskanal für den Pkw sein. Ganze Kajaks mit mehr als 5 Meter Länge und über 30 Kilogramm schwer produziert das im bayrischen Rosenheim ansässige...

mehr...
Anzeige
Anzeige

Kommentar

Droege empfiehlt …

… einen Blick auf die Smarte Fabrik im Schreibtischformat. Fast jeder kennt die technischen Konstruktionsbaukästen der Marke Fischertechnik, die das Heranführen an Technik und die Begeisterung dafür viele gestandene Ingenieure bis heute...

mehr...
Anzeige

Kommentar

Droege empfiehlt …

… einen Blick auf einige kleine, weithin unbekannte Innovationsschmieden in Deutschland: die akademischen Fliegergruppen, kurz Akaflieg genannt. An mehreren Universitäten haben sich diese Studentenvereinigungen mit heute unterschiedlichen...

mehr...

Kommentar

Droege empfiehlt …

… einen Blick auf das Thema Brandschutz: Kunststoffen trauen viele Menschen wenig zu, wenn es um die Materialwahl in Umgebungen geht, die ein höheres Sicherheitsniveau verlangen. Das gilt speziell beispielsweise in Architektur und Fahrzeugbau.

mehr...
Anzeige
Anzeige
Anzeige

Kommentar

Droege empfiehlt …

… einen dreidimensionalen Blick auf das Handwerk in unserem Land: Jahrhunderte alte Kunst, aus wenigen Materialien etwas Wertbeständiges für Generationen zu schaffen gehört dazu.

mehr...

Komentar

Droege empfiehlt …

… einen Blick auf die Geschichte des Kunststoffs – weniger unter wissenschaftlichen Ansprüchen, als unterhaltend. Das Deutsche Kunststoff-Museum ist kein klassisches Museum sondern aktiv mit gelegentlichen Wanderausstellungen und vor allem mit...

mehr...

Kommentar

Droege empfiehlt …

… ganz im Gegensatz zu sonst mal einen Blick zurück – auf Ostern. Vorweg: Die meisten Osterhasen waren auch in diesem Jahr aus Schokolade. Den vergleichswiese wenigen mit Fell wurde zumeist vor der Küchentür aus dem Mantel geholfen.

mehr...