Editorial

Mittendrin statt nur dabei

sind Internetnutzer - so könnte man eine aktuelle Studie des Münchner Ifo-Instituts auf den Punkt bringen. Ja klar, Statistiken haben ihre eigenen Gesetzmäßigkeiten, vor allem wenn man sie nicht selbst angefertigt hat. Aber gehen wir einmal davon aus, dass zumindest die Tendenz der Erkenntnisse dieses renommierten Instituts stimmt, können wir uns, Sie und ich, gleich etwas besser fühlen.

Internetzugang führe eher nicht zur Vereinsamung, nicht zur aus-schließlichen romantischen Beziehung zwischen bleichgesichtigem Nerd und großformatigem Monitor oder zur Reduzierung sinnlicher Kontakte auf das Zusammenspiel empfindsamer Fingerkuppen und sanft geschwungenen Mauskonturen, sondern dazu, dass Menschen sich überdurchschnittlich politisch interessieren und ehrenamtlich engagieren. Demnach haben sie mehr (reale) soziale Kontakte und nutzen sie auch. Nein, in diesem Zusammenhang ist nicht die Rede von Kontaktanzeigen im Netz. Es geht einfach darum, dass Internetnutzer - im statistischen Durchschnitt - mehr Freunde haben und häufiger Theater, Konzerte, Kneipen und Sport-veranstaltungen besuchen, als Internet-Legastheniker.

Zugespitzt: DSL-Verfügbarkeit steht sozusagen in einem direkten Zusammenhang zur Kneipenfrequentierung des Anschlussinhabers. Tatsächlich ist es wohl so, dass ohnehin aktive Menschen das Netz verstärkt als Informations- und Kommunikationsplattform für ihre politischen und sozialen Aktivitäten nutzen. Ursache und Wirkung sind hier sicher nicht immer klar zu trennen.

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Wie dem auch sei: Erwischt Sie Ihr Chef demnächst mal wieder beim privaten Surfen während der Arbeitszeit, erklären Sie ihm, dass Sie eben dabei sind, sich überdurchschnittlich zu sozialisieren. Falls das in eine argumentatorische Sackgasse führt, verbleiben Sie einfach ein wenig länger auf der Seite des Kunststoff Magazins...

Meinolf Droege (Chefredakteur)

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