Editorial

Über Oberösterreich ...

... berichten die Freunde nur Gutes: Strudel, Palatschinken und Nockerln, ergänzt um einen ausgewählten Zweigelt, lauschige Dörfer in weiten Tälern und die Alpen in der Nähe - ein überaus angenehmer Fleck grenzt an den Südosten unserer Republik. Das ist die eine Seite.

Dass der Kunststoff-Cluster in Oberösterreich in den letzten Jahren mehr als rührig war, um die Botschaft von der innovativen Technologieregion in Europa zu verbreiten, ist zumindest in unserer Branche hinlänglich bekannt. Der hohe Organisationsgrad Kunststoff-affiner Unternehmen in dieser Region um die Städte Wels und Linz ist beeindruckend. Und ebenso beeindruckend ist tatsächlich die Konzentration von international außerordentlich erfolgreichen Unternehmen. Exportquoten knapp unter 100 Prozent sind gar nicht so selten.

Dieser Anteil ist kaum noch zu steigern, sehr wohl aber das Wachstum insgesamt. Und das wird vehement vorangetrieben: Aktuell laufen gleich zwei große Inhouse-Veranstaltungen im Format einer mittelprächtigen Messe mit wenigen Tagen Abstand im Großraum Linz, zusätzlich verschiedene kleinere Präsentationen. Hier wird die internationale Kundschaft - ganz ohne die Hektik und Konkurrenz des üblichen Messegeschehens - intensiv über aktuelle Entwicklungen informiert. Der Erfolg scheint den Machern Recht zu geben, die Anmeldezahlen seien außerordentlich gut, auch und besonders aus den wachstumsstarken Märkten. Auch wenn der Organisationsaufwand sicher immens ist: Die Voraussetzungen zur individuellen und erfolgversprechenden "Massage" der Entscheidungsträger sind damit vorhanden.

Diese Aktivitäten einzelner Unternehmen schmälern nicht die Basisarbeit des Clusters, der mit vielfältigen Aktivitäten und offensichtlich hervorragender Vernetzung in die staatlichen Instanzen gute Voraussetzungen zur Ansiedlung und Standorttreue der Unternehmen schafft.

Die ganz spezielle Kombination aus technologischen Spitzenleistungen der Unternehmen, die unter günstigen Rahmenbedingungen arbeiten können, und dem nicht zu unterschätzendem Wohlfühlfaktor dürften auch die jetzt anstehenden Veranstaltungen interessant und erfolgreich machen. Diskussion um Einspritzdruck und Zykluszeit, um Waschintensität beim Bottle-to-Bottle-Recycling und den sinnvollen PLA-Einsatz dürften mit einem duftenden Palatschinken im Hintergrund einigermaßen entspannt ablaufen...

Meinolf Droege

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