Meinung

Unendlich …

…sei die Größe des Universums und die Dummheit der Menschen. Diese Erkenntnis wird Albert Einstein zugeschrieben, wobei er sich hinsichtlich des Universums angeblich nicht sicher war.

Redaktionssitzung

Ganz so schlimm ist es um das Potenzial unserer Nachwuchskräfte nicht bestellt. Noch haben wir ein Ausbildungssystem, das überwiegend hervorragend funktioniert – auch wenn jedem mit halbwegs klarem Verstand gesegneten Bürger bei Betrachtung der Eigenheiten unseres bundesrepublikanisch föderalen Schulsystems der Kropf schwellen muss. Während sich unsere Unternehmen im weltweiten Wettbewerb behaupten müssen und selbst kleinere Betriebe in internationalen Netzwerken agieren, kann ein Gymnasiast kaum von Mainz nach Wiesbaden und schon gar nicht von Bremen nach Stuttgart wechseln. Und aus der Ebene darunter verlassen immer mehr junge Menschen nach mindestens zehn Jahren Schulbildung die Lehranstalt mit eher marginalen Kenntnissen der Kulturtechniken Rechnen, Lesen, Schreiben – häufig kombiniert mit mangelnden sozialen Kompetenzen, um es vorsichtig zu formulieren. Eine ungünstige Kombination.

Über die Gründe zu spekulieren ist müßig. Solange 16 Kultusministerien mit stolzen Mitarbeiterstäben danach trachten sich zu profilieren, um vor allem die eigene langfristige Daseinsberechtigung nachzuweisen, wird sich wenig ändern.

Statt abzuwarten und zu lamentieren reagieren Unternehmen, Verbände und natürlich auch Personen mit Drang zu mehr Know-how und neuen Einsichten. So sind Aktivitäten von Unternehmen wie Pöppelmann, die Schulabgänger in eigener Initiative erst einmal zur Ausbildungsreife bringen, von Jumo, die duale Studiengänge schon unterstützt haben, als die Studienordnungen noch nicht verabschiedet waren oder Oni, die konsequent auch ältere Mitarbeiter einstellen und weiterbilden, nicht hoch genug einzuschätzen. Branchenverbände wie das Kunststoff Netzwerk Franken werben intensiv in den Schulen, um Jugendlichen attraktive Bildungsperspektiven aufzuzeigen. Zudem bieten mittlerweile mehrere Hochschulen Studiengänge an, die gestandenen Praktikern auch berufsbegleitend zusätzliche Qualifikationen ermöglichen.

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Während der Arzt seine Fehler begräbt und der Architekt seinem Kunden rät, Efeu zu pflanzen, sollten wir von vornherein bessere Lösungen anstreben – und dazu braucht es Menschen mit Bildung, mit soliden Basiskenntnissen, aber auch mit spezialisiertem, hochaktuellen Wissen. Wir halten das Thema für so interessant, dass wir einige Aspekte in der August-Ausgabe des Kunststoff Magazins vorstellen wollen. Ihre Anregungen dazu sind uns herzlich willkommen.

Es grüßt aus Darmstadt

Meinolf Droege

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… einen Blick auf Youtube

Not heiligt die Mittel – weiß der Volksmund zu berichten. Und so stoßen wir in unserer – nicht in technischen Belangen – oft eher etwas traditionsbehafteteren Branche auf den einen oder anderen interessanten Film zur Kunststofftechnik.

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