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MeinungZykluszeiten und Treibstoffverbrauch

Immer neue lustige Blüten treibt die Diskussion um den Treibstoffverbrauch unserer Pkw: Dass ein neuer normierter Testzyklus namens NEFZ die hier ermittelten Werte zum Benzin- oder Dieselverbrauch näher an die Realität des Straßenverkehrs führen und Tricksereien der Autohersteller unterbinden soll, ist schon länger bekannt. Jetzt insistiert der europäische Herstellerverband offenbar, um die bisherigen praxisfernen Regeln, die beispielsweise Sonderreifen mit extremen Drücken, abgeklebte Karosseriespalte oder abgeklemmte Batterien zur Widerstandsreduzierung der Lichtmaschine erlauben, noch bis mindestens 2020 nutzen zu dürfen.

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Da fühle ich mich unter den Maschinenbauern doch sehr viel wohler: Sichert der Lieferant der Fertigungszelle für ein bestimmtes Produkt eine Zykluszeit zu, dann ist die einzuhalten. Dabei wird der Test nicht mit einer leichteren Lineareinheit gefahren als im Normalbetrieb, der Artikel wird auch nicht im halbweichen Zustand der Form entnommen. Und wenn der Formenbauer eine bestimmte Mindestausbringung zwischen den Wartungsintervallen garantiert, dann bezieht sich das auf den typischen Betrieb bei voller Geschwindigkeit und mit dem Serienwerkstoff. Sicher, hier ist der Einfluss des Menschen auf das Ergebnis geringer als beim Autofahren und wir alle kennen Fälle, bei denen die avisierte Leistung nicht, oder erst mit Nachbesserungen erreicht wurde. Dann aber wird in aller Regel nicht lange gefackelt, und die Sache über den Preis geregelt. Und das ist gut so.

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Auch in unserer Branche füllen selbst Verträge über eher einfache Anlagen mitunter ganze Aktenordner, um alle Unwägbarkeiten und Eventualitäten abzudecken. Im Kern gelten jedoch die zugesagten Leistungswerte als Maßstab der Vertragserfüllung – ein maßgeblicher Anteil der Kaufsumme fließt erst, wenn die erreicht werden. Hoffen wir, dass die zunehmende Zahl von Weiterbildungsveranstaltungen mit Themen wie „Vertragswesen für den Ingenieur“ kein Symptom für den Hang zur Umschiffung klarer Absprachen ist. Dauerhafter Erfolg verlangt in unseren Märkten trotz allen Wettbewerbs solide und seriöse Angebote – der Erfolg kommt nicht über versprochene, sondern realisierte Innovation.

Meinolf Droege, Chefredakteur

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