5-Seiten Bearbeitung

Montageautomat statt Roboter

Für die Fünf-Seiten-Bearbeitung, beispielsweise Fügen, Schrauben, Nieten, Kleben, Prüfen oder Messen, wurde eine kompakte Anlage entwickelt, die den Einsatz eines Roboters und das Umspannen entbehrlich machen soll.

Der neue Fünf-Seiten-Montageautomat arbeitet laut Entwickler schneller, präziser und platzsparender als ein Roboter mit vergleichbaren Fähigkeiten. Er könne ohne großen Programmieraufwand intuitiv auf neue Bearbeitungsprogramme "geteacht" werden und eigne sich damit besonders für die Fertigung unterschiedlicher Bauteile mittlerer Größe in Kleinserie.

Der Automat erledigt unterschiedliche Montagearbeiten von fünf Seiten in einer Aufspannung. Das ermögliche höhere Präzision und Geschwindigkeit durch weniger Umspannvorgänge und dazu mehr Freiheit in der Konstruktion. Hinter der Konstruktion steht, so Hersteller Henkel und Roth, der Schwenk weg von der "montagegerechten Konstruktion", die in der Praxis oft nicht perfekt möglich ist, zur "konstruktionsgerechten Montage". Weil das Werkstück bearbeitungsgerecht auf einem beweglichen Tisch aufgespannt wird, seien auch größere Bearbeitungskräfte ohne Einbußen an der Präzision möglich - ein entscheidender Vorteil gegenüber einem Montageroboter, der für eine höhere Anzahl von Bearbeitungsachsen auch mehr Gelenke brauche und dadurch zwangsläufig elastischer und ungenauer werde. Hier wird das Werkstück gedreht, nicht der Werkzeugarm.

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Entwickelt wurde der Montageautomat Kund aus einem Fünf-Achs-Warmeinsenkautomaten, der sich seit seiner Premiere auf der Automatica 2010 am Markt bereits bewährt habe. Von ihm habe der Fünf-Seiten-Montageautomat auch die Fähigkeit zur faktischen Sechs-Achs-Bearbeitung unter Einsatz einer zusätzlichen Z-Achse übernommen. Eine mögliche Anwendung ist, die zweite Z-Achse mit einem Greifer zu versehen, der beispielsweise Teile zuführt und einpasst, die mit dem Werkzeug der anderen Achse montiert werden.

Bearbeitungsprogramme für neue Werkstücke können durch intuitives „Teachen“ leicht und ohne spezifische Programmierkenntnisse und aufwendiges Umprogrammieren ähnlich wie bei einem Industrieroboter gelernt werden: Die Bearbeitungsposition wird per Joystick-Steuerung angefahren und mit Knopfdruck gespeichert. Zusätzlich können verfahrenstechnische Parameter gespeichert werden.

Auch bei der Beschickung zeigt der Montageautomat werkstattgerechte Flexibilität. Das Einlegen und Entnehmen der Werkstücke ist manuell oder automatisch möglich – mit einem fest installierten Portalroboter oder „mobile robot“ vom gleichen Hersteller.

Der Automat kommt mit einer Grundfläche von 2 x 2 Metern aus und kann bei Bedarf per Gabelstapler umgesetzt werden. Der mit Glaswänden abgeschlossene Bearbeitungsraum gewährleiste auch auf kleinem Raum die Bedienersicherheit. Auch in diesen Punkten könne ein konventioneller Montageroboter mit dem Fünf-Seiten-Montageautomaten kaum mithalten.


Fakuma, Halle A7, Stand 7113

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