Effiziente Absaugung schafft mehr Effizienz

Wo gefräst wird fallen Späne ...

Faltenbälge für den Maschinenbau produziert das Unternehmen Tec Support. Wichtige Komponenten dafür entstehen auf leistungsstarken,
automatisierten Fräsanlagen. Das Absaugen der Späne übernehmen zwei stationäre Absauganlagen mit vorgeschalteten Zyklonabscheidern.

Auf HSC-Anlagen entstehen aus hochwertigen technischen Kunststoffen Rahmen für Faltenbälge.

Faltenbälge benötigt der Maschinen- und Anlagenbau, um bewegliche Elemente wie Linearantriebe, Führungsbahnen oder ganze Maschinenteile vor dem Eindringen von Verunreinigungen wie Spänen und Kühlschmierstoffen zu schützen. Auch der Aspekt der Maschinensicherheit, der Schutz der Bediener vor gefahrbringenden Bewegungen, spielt hier eine Rolle.

In diesem Umfeld ist die Bielefelder Tec Support aktiv. Das 1995 gegründete Unternehmen konzentriert sich auf die Entwicklung und Fertigung kundenspezifischer Faltenbälge, die zur Strahlführung an Laseranlagen sowie als Gleitbahnschutz verwendet werden. Für das Fräsen der Rahmenteile setzt das Unternehmen mehrere High Speed Cutting-Anlagen (HSC) ein, die vollständig automatisiert die zuvor in der Steuerung hinterlegten Formen aus dem Vollmaterial schneiden. Abgesaugt werden die in großen Mengen anfallenden Späne von je einem Ruwac-Sauger DS 1400 mit einem Filter der Staubklasse L in Ex-Schutz-Ausführung (Zone 22), denn Kunststoffstaub ist - in bestimmter Konzentration mit Luftsauerstoff - explosibel. Den Saugern vorgeschaltet ist jeweils ein Zyklonabscheider, und diese Kombination arbeitet nach Unternehmensangaben ausgesprochen effektiv.

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Gründer Nicholas Haagensen: "Die Kunststoff-Frässpäne sind relativ schwer. Sie setzen sich zu fast 100 Prozent schon im Zyklonabscheider ab, so dass die Taschenfilter in den eigentlichen Saugaggregaten kaum belastet werden und eine sehr hohe Standzeit erreichen.

Bei jedem Fräsvorgang sammeln sich die Späne am Boden des Zyklons. Wird die Absauganlage ausgeschaltet, weil die HSC-Anlage ihren Job abgearbeitet hat, öffnet sich automatisch eine Klappe, und die Späne fallen in eine Gitterbox als Sammelbehälter, der einfach per Hubwagen getauscht werden kann, wenn die Fräsanlage eine andere Kunststoffsorte bearbeitet. Nicholas Haagensen: "So sammeln wir sortenrein und haben im Vergleich zum Handling von Säcken, Fässern oder Big-Bags minimalen Aufwand. Die Späne lassen sich als sortenreines Rezyklat sogar gut verkaufen."

Somit ist der vorgeschaltete Zyklonabscheider ein maßgeblicher Faktor für die Effizienz, mit der die Absaugung arbeitet. Nicholas Haagensen: "Das ist wirklich gut gelöst. Der Zyklonabscheider ist so dimensioniert, dass er die Späne, die während eines Fräsvorgangs anfallen, komplett aufnimmt. In vier Jahren hat sich kaum eine Handvoll Späne im Sauger abgesetzt. Deshalb erreichen die Taschenfilter extrem lange Standzeiten und wir können mit einem in sich geschlossenen Absaugsystem arbeiten, das die Späne erst freisetzt, wenn die Fräsanlage abschaltet."

Auch aus energetischer Sicht sei die Absauganlage eine gute Lösung: Obwohl die Späne relativ schwer sind, reicht ein 4 kW-Antrieb aus. Die Zuverlässigkeit überzeuge ebenfalls. Aus diesen Gründen setzt Tec Support auch mehrere mobile Ruwac-Sauger ein. Demnach arbeiten sowohl die stationären als auch die mobilen Geräte zuverlässig bei geringem Wartungsbedarf, obwohl die Umgebungsbedingungen nicht optimal sind: Da die Fräsanlagen auch PVC verarbeiten, entsteht säurehaltige Abluft, die weder die Funktion noch das Aussehen der Sauger beeinträchtige.

Kunstharzproduktion - zentrale statt mobile Absaugung

Ebenfalls auf eine zentrale Absaugung der Kunstharz-Hersteller Arakawa. Das Unternehmen hat von den zuvor eingesetzten mobilen Absaugungen auf das zentrale System umgestellt. Seitdem profitieren die Bediener davon, dass schlecht zugängliche Anlagenteile einfacher gereinigt werden können. Und die automatisierte Entleerung des zentralen Sammelbehälters Zeit spart.

Arakawa Europe - ein Joint-Venture von Dow Chemical und der japanischen Arakawa Chemical - produziert in Böhlen, am Standort des Dow-Olefinverbundes, Kunstharze, die unter anderem als Klebemittel in Hygieneartikeln und Windeln sowie für die Versiegelung von Kunstwerken weiterverarbeitet werden. Der Staub, der bei der Abfüllung der pastellierten Produkte anfällt, wurde ursprünglich von mobilen Saugern aufgesaugt. Ziel der Entscheidung, eine zentrale Absauganlage zu installieren war es, dem Personal die Reinigung zu erleichtern. Denn die Produktionsanlagen sind sehr weitläufig und viele Bereiche schwer zugänglich.

Die Anlage besteht aus einem Antriebs-und einem Filteraggregat sowie einem Sammelbehälter, der das Sauggut zunächst speichert und bei Bedarf direkt in einen Big-Bag entleert. In der gesamten Produktion wurde eine ringförmige Rohrleitung verlegt, die an geeigneten Stellen Adapter zum Anschluss des Sauggeschirrs aufweist. Sobald das Personal den Saugschlauch am Adapter
anschließt, schaltet sich die Anlage selbsttätig ein, und der Boden bzw. die Produktionsanlage kann gereinigt werden.

Mit der Inbetriebnahme der Absauganlage haben sich laut Unternehmen die Reinigungsvorgänge im Werk vereinfacht, und das Personal spare Zeit. Denn man muss nicht mehr die einzelnen Sauger entleeren, sondern die Anlage erledigt diese Aufgabe selbsttätig: Wenn der Vorratsbehälter gefüllt ist, öffnet die Steuerung ein Ventil, und der Inhalt wird in einen Big-Bag entleert. Bei jedem dieser Vorgänge werden außerdem automatisch die Filter mit einem pneumatischen Druckstoß gereinigt, so dass die Wirksamkeit der Absaugung stets erhalten bleibt.

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