Sicherheit im Fahrzeug

Klebstoffe unter Feuer

Der Brandschutz stellt im Personen-Schienenverkehr hohe Anforderungen an die dort eingesetzten Materialien. Bodo Möller Chemie und Dow Automotive wollten es im Vorfeld der Einführung neuer Normen genauer wissen und starteten ein paar heiße Experimente.

Brandversuche entsprechend der im Jahr 2018 gültig werdenden Norm sollen Sicherheit in die Verwendung von Klebstoffen unter verschiedenen Bedingungen bringen. (Bild: Bodo Möller Chemie)

Mit einer umfassenden Versuchsreihe in einem Labor für Brandversuche haben Möller und Dow Automotive das Brandverhalten gängiger Klebstoffe für Schienenfahrzeuge geprüft. Seit diesem Jahr befindet sich die Norm EN 45545-2 in der Testphase, um die Brandschutzanforderungen an Werkstoffe und Komponenten für Schienenfahrzeuge festzulegen. Ab 2018 wird diese Norm verbindlich gelten. Die Betriebs- und Bauartklassen legen fest, welches Hazard Level (HL) die Werkstoffe für welche Anwendung erfüllen müssen. Doch die Fahrzeughersteller brauchen nach Auffassung der Unternehmen Leitlinien, welche Klebstoffe wirklich passen. Daher wurden gemeinsam Laborversuche vorgenommen, um die Entflammbarkeit und das Brandverhalten der Klebstoffe einzeln und im Verbundprodukt zu prüfen.

Die Erfahrung in anderen Branchen wie der Elektroindustrie hätten gezeigt, dass Kunden im Zweifel den sichersten Weg gehen und Produkte für das höchste Hazard Level 3 anfragen. Auch im Schienenverkehr wäre das eine Möglichkeit. Die geringere Brennbarkeit und Rauchentwicklung geht allerdings zu Lasten von Eigenschaften wie Biegesteifigkeit, UV-Beständigkeit oder Temperaturstabilität. Getestet wurden drei repräsentative Klebstoffe. Gemäß der EN 45545-2 wurden die Klebstoffe in Einbau-Situationen im Verbund mit Stahl untersucht. Die geprüften Klebstoffe werden vor allem für das Kleben von Fenstern und Oberflächen innen und außen verwendet, für Fußbodenstrukturen sowie für Klebeanwendungen im Innen- und Außenbereich generell.

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Die Ergebnisse des Brandtestes fielen demnach eindeutig aus: Alle drei Produkte erfüllen weite Bereiche der neuen Norm. Die Brandeigenschaften seien bereits in der bisher vorliegenden Formulierung gut und erfüllen die Ansprüche aller drei Gefährdungsstufen für R1, R7, R10, R22 und R23 – von HL1 bis HL3 für Betamate 7170. Betamate 7120 wurde für Verklebungen von Stählen getestet und erfüllt für die Anforderungen R1 und R7 die Level HL1 und HL2 sowie für R10, R22 und R23 die Level HL1, HL2 und HL3. Damit können – so die Unternehmen – die Klebstoffe auch in Zukunft für den Bau von Schienenfahrzeugen verwendet werden, ohne unnötige und nicht normgemäße Risiken für den Brandschutz einzugehen.

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