Verbindungssystem 5958FR

Stabile Lösungen am laufenden Band

Klebebänder zeigen ihre starken Seiten
Völlig neue Anwendungen für die Klebtechnik ermöglichen innovative Bänder, die immer mehr Anwendungen der klassischen Verbindungstechnik erobern – bis hin zu Einsätzen unter brandschutztechnischen Bestimmungen.

Spätestens, wenn hohe Temperaturen und Brandgefahr ins Spiel kommen, war bisher für Klebetechniken häufig das Ende erreicht. An Nieten, Schrauben und andere klassischen Verbindungtechniken ging dann kein Weg vorbei. Aber selbst diese Regionen reklamieren die Entwickler innovativer Klebetechniken zunehmend für sich: Jüngstes Beispiel ist, das Hochleistungs-Verbindungssystem 5958FR (Bild oben). Dank seiner flammhemmenden Eigenschaften kann es laut Hersteller Schrauben, Schweißnähte oder Nieten auch in Bereichen ersetzen, wo strenge Brandschutzbestimmungen geklebte Verbindungen bisher unmöglich machten.

Einsetzbar ist es zum Beispiel in Hightech-Branchen, wo der Brandschutz hohe Priorität hat, etwa in der Automobil- oder Luftfahrtindustrie, im Schienenfahrzeug- und Schiffbau oder in der Elektro- und Elektronikfertigung. Im Objektbau eignet es sich bei der Herstellung von Isolationen, Brandschutzfenstern und <nonbreaking-hyphen>türen, Innentrennwänden oder Aufzügen.

Das ein Millimeter dicke, schwarze Band aus geschlossenzelligem Acrylschaum ist beidseitig mit einem Klebstoff aus modifiziertem Acrylat beschichtet. Es hat den Flammbarkeitstest nach FAR 25.853 (1) bestanden und erfüllt die Anforderungen der RoHS-Richtlinie. Es ist temperaturbeständig, kurzzeitig bis 149 Grad Celsius, über lange Zeit bis 93 Grad Celsius.
Wie alle bekannten und bewährten doppelseitigen Klebebänder dieser Art eignet sich auch das neue Produkt für die Verbindung unterschiedlicher Materialien, darunter viele Kunstststoffe und Metalle sowie lackierten Bauteilen. Der anschmiegsame Schaumstoff ermöglicht die gute Anpassung an die jeweils zu klebenden Oberflächen. Der flexible Klebstoff-Kern widersteht in einer spannungsfreien Verbindung sogar einer Schockbelastung bei Minus-Temperaturen, versichert der Anbieter. Hinzu komme die hohe Beständigkeit gegen UV-Strahlung und Bewitterung sowie gegen Weichmacher und andere chemische Einflüsse.

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Aufgrund ihres viskoelastischen Verhaltens können die VHB Hochleistungs-Verbindungssysteme im Vergleich zu mechanischen Verbindungen dynamische Kräfte und Schwingungen besser auffangen. Sie können Unterschiede in der Längenausdehnung der verbundenen Materialien bis zum Dreifachen ihrer Dicke kompensieren und machen es möglich, Konstruktionen mit geringerem Gewicht zu realisieren.

Beständig gegen Rütteln und Witterungseinflüsse

Weniger das Thema Brandschutz steht bei Fahrzeuganwendungen von Klebebändern im Mittelpunkt als vielmehr hohe Zuverlässigkeit über einen langen Zeitraum auch unter widrigen Umgebungsbedingungen. Vor allem für die Befestigung elastomerer Anbauteile am Automobil wurde das Acrylic Foam Klebeband GSE 9004 entwickelt. Beispiele für seine Anwendung sind Dichtungen an Scheinwerfern oder Verglasungen. Das neue Klebesystem soll sich durch seine gute Adhäsion zu einer Vielzahl automobiltypischer Oberflächen auszeichnen. Eine Seite wird mit selbstklebenden Acrylatschaum zur Lackoberfläche, die andere durch einen hitzeaktivierbaren Klebstoff zum elastomeren Anbauteil verklebt. Dieser ermöglicht eine dauerhafte Verbindung vor allem zu Teilen aus EPDM oder TPE.

Dank seiner Viskoelastizität kombiniert das Produkt seine große Kohäsionskraft mit einer hohen Schock- und Witterungsbeständigkeit. Eine gute innere Festigkeit, seine Stabilität über lange Zeit und die Anpassungsfähigkeit an die zu verklebenden Flächen sind weitere Charakteristika des grauen, 0,4 Millimeter dicken Klebebandes mit oranger Schutzabdeckung.

Universalisten sind gefragt

Im Gegensatz zu solchen speziellen Anwendungen benötigen viele Branchen zudem Klebesysteme mit breitem Anwendungsbereich – und dementsprechend breiten Leistungsprofil. Vielfältige Einsatzmöglichkeiten, von der Industrie das Handwerk bis zum Messebau soll das Gewebe-Klebeband 1909 bieten. Zudem zeichne es sich durch ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis aus.

Das neue Produkt besteht aus einem engmaschig gewebten Trägermaterial, das auf einer Seite mit Polyethylen, auf der anderen mit einem synthetischen Gummi-Harz-Klebstoff beschichtet ist. Es eignet sich zum Bündeln, Fixieren oder Reparieren ebenso wie zum Abdecken, Abdichten oder Kennzeichnen.

Das belastbare Band haftet sofort und bietet eine dauerhaft gute Klebkraft auf einer Vielzahl unterschiedlicher Oberflächen. Sein wasserbeständiges Material passt sich gut an und ist von Hand leicht abreißbar. Zudem ist es stanzbar und von den meisten Oberflächen rückstandsfrei entfernbar. Erhältlich ist das Gewebe-Klebeband in den Farben Schwarz und Silber in einer Breite von 50 Millimeter auf Rollen zu 50 Meter.

So unterschiedlich die Anwendungen sind, so unterschiedlich sind die zur Verfügung stehenden Klebebandsysteme. Sie können häufiger klassische Verbindungstechnologien ersetzen, als gemeinhin angenommen. Die intensive Beschäftigung mit den Möglichkeiten der Klebetechniken kann Designer und Konstrukteure auf ganz neue Produkt- und Produktionsideen bringen – und dem Unternehmen mitunter eine erkleckliche Summe einsparen.

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