Plasmatechnik für Kunststoffe

Unverbindbares verbinden

Es wächst zusammen, was eigentlich nicht zusammen passt: Ein spezielles Plasmaverfahren, das ohne Vakuum auskommt, ermöglicht beispielsweise innige Verbindungen von PP und PU-Schaum.

Das auf einem Düsenprinzip basierende Openair-Plasmaverfahren arbeitet bei Atmosphärendruck. Es ist laut Anbieter uneingeschränkt robotertauglich und prozesssicher, die verwendeten Systeme benötigen weder eine Kammer (Vakuum), noch bewirken sie die Unterbrechung des Produktionsprozesses. Sie werden in-line, also direkt in die neue oder auch bereits bestehende Fertigungslinie, integriert.

Ohne Einsatz von Chemikalien werden Kunststoffe mit dem atmosphärischem Plasma mikrofein gereinigt, statisch entladen, hoch aktiviert oder auch nanodünn beschichtet. Die brilliante Optik von Lackierungen, optimale Haftung bei Verklebungen oder das makellose Erscheinungsbild von Bedruckungen der Kunststoffbauteile sind beispielhafte Resultate. Die Vorbehandlungstechnik soll nicht nur wirtschaftlicher, sondern auch weit umweltfreundlicher als die meisten konventionellen Verfahren sein.

Zieltechnologien für diese Plasmabehandlung sind das 2K-Spritzgießen sowie vor- und nachgeschaltete Prozesse. Die Technik ermöglicht kostengünstige Hart-Weich-Verbunde. Für feste Verbindungen zwischen normalerweise nicht kombinierbaren Kunststoffen kann mit einer Openair Plasmavorbehandlung beispielsweise ABS/PC durch die kostengünstigeres Polypropylen in Hart-Weich-Verbunden mit TPU (Thermoplastische Polyurethane) ersetzt werden. Ebenso biete das Verfahren Möglichkeiten zur Feinreinigung und Verbesserung der Adhäsion auch in der Mehrkomponententechnik bei Kunststoff-Kunststoff bzw. Kunststoff-Metall-Verbunden. Es wird sowohl bei Thermoplast-Thermoplast als auch Duromeranwendungen eingesetzt.

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Fakuma, Halle A1, Stand 1510

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