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75 Jahre EMS Chemie

1936 gründete Dr. Werner Oswald die Hovag, um aus Holz Aethylalkohol als Ersatz-Treibstoff (Emser Wasser) für Fahrzeuge und Flugzeuge herzustellen. 1956 entschied das Schweizer Volk, dass die subventionierte Abnahme von "Emser Wasser" nicht weitergeführt werden sollte. Nun konzentrierte man sich auf die Produktion und Vermarktung synthetischer Textilfasern Grilon (Polyamid 6/Nylon), die ab 1951 aus eigenproduziertem Caprolactam hergestellt wurden.

Nachdem sich die Textilindustrie in den 80er-Jahren zunehmend nach Asien verlagerte, stellte EMS die Produktion von Textilfasern ein. Als technische Spezialfasern, beispielsweise in der Herstellung von Papiermaschinenfilzen, gehören Grilon-Produkte noch heute zum Produktsortiment. Mit der Produktion von Caprolactam starteten auch Düngemittelproduktion und -verkauf (bis 1988). Bis 1980 wurden viele weitere Produkte entwickelt, zum Beispiel Polyesterfasern, Epoxidharze für die Bau- und Lackindustrie und Polyamid 12.

Mit der Namensänderung in EMS-Chemie folgte 1981 die Konzentration auf die Entwicklung und Vermarktung von Polymeren. 1991 lancierte EMS mit Grivory GV eine neue Generation hochsteifer und -ester Polyamide und läutete damit die Ära des Metallersatzes ein. 1995 folgte die Hochtemperatur-Polyamidfamilie Grivory HT für den Einsatz bei hohen Temperaturen. Es wurde die laut Unternehmen bis heute einzige Produktionsanlage für Hochtemperatur-Polyamide in Europa in Betrieb genommen. 2008 stieg EMS in die Produktion langfaserverstärkter Polyamide (LFT) ein.

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Heute fokussiert sich EMS auf das Thema Metallersatz durch Polyamide. In den letzten Jahren wurden die Produkte in ihrer Leistungsfähigkeit für deutlich höhere Gebrauchstemperaturen und metallähnlichere Festigkeiten gezielt weiterentwickelt. Neue, speziell faserverstärkte Polyamide eröffnen zusätzliche Möglichkeiten. Als ein Beispiel können die im Pultrusionsverfahren hergestellten Langglasfaser- und Langkohlenstofffaser-verstärkten Produkte dienen.

Neben einem breiten Angebot an Polyamiden werden heute auch anwendungstechnische Dienstleistungen wie Berechnungen und Simulationen angeboten, um die Leistungsfähigkeit der Materialien in Anwendungen der Kunden voll ausschöpfen zu können.

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