Alternative Werkstoffe weltweit

Biokunststoffmarkt wächst kräftig zwischen 2012 und 2017

Der 2012 rund 1,4 Million Tonnen zählende Biokunststoffmarkt wird bis 2017 auf über 6 Millionen Tonnen wachsen. Selbst unter Berücksichtigung dieses Wachstumspotentials wird die für den Anbau von Biomasse benötigte Fläche 2017 lediglich etwa 0,02 Prozent der weltweiten Landwirtschaftsfläche betragen. Diese Daten nennt eine Marktprognose, die der Branchenverband European Bioplastics in Kooperation mit dem Institut für Biokunststoffe und Bioverbundwerkstoffe der Hochschule Hannover veröffentlicht hat.

Deutlich am stärksten wachse die Gruppe der biobasierten, nicht-biologisch abbaubaren Biokunststoffe. Vor allem die "drop-in" Lösungen, also Massenkunststoffe wie PE und PET, die auf Basis nachwachsender Rohstoffe hergestellt werden, bauen große Kapazitäten neu auf. Die Sparte der biologisch-abbaubaren Kunststoffe, die beispielsweise die Bioabfallsammlung unterstützen und so zu effizienteren Abfallströmen beitragen, zeige ebenfalls stolze Wachstumsraten: Um etwa 60 Prozent werden die Produktionskapazitäten laut Studie bis 2017 voraussichtlich steigen.

Der Verpackungsmarkt bleibe auch in den kommenden Jahren das führende Anwendungsgebiet für Biokunststoffe. Die Biokunststoffbranche biete eine breite Auswahl an marktreifen Anwendungen - dringend benötigte, innovative Lösungen, die beispielsweise die Abhängigkeit von fossilen Rohstoffen sowie den CO2-Fußabdruck von Verpackungen reduzieren und zusätzliche Entsorgungs- und Recyclingwege eröffnen. Obwohl Verpackungen gegenwärtig das größte Anwendungsfeld sind, holen andere Segmente auf: Das gelte besonders für die Märkte Verbraucherelektronik, Automobil und Fasern.

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Regionale Entwicklung - Europa und die Welt
Die wachsende Biokunststoffindustrie biete ein Potenzial für neue Arbeitsplätze in ganz Europa, besonders in ländlichen Gegenden. Weitere Beschäftigungsmöglichkeiten bietet die rund um die Biokunststoffwirtschaft entstehende Wissensbasis - hochqualifizierte Jobs werden laut Studie geschaffen und sichern Beschäftigung für kommende Generationen.

European Bioplastics aktuelle Daten weisen Europa und Nordamerika als weiterhin interessant im Bereich Forschung und als Absatzmärkte. Produktionskapazitäten werden jedoch eher in Südamerika und Asien aufgebaut. "Die EU muss sich anstrengen, wenn sie auch künftig eine führende Position in allen Stufen der Wertschöpfungskette besetzen möchte. Wir fordern die Europäische Kommission auf, Chancengleichheit für die gesamte biobasierte Industrie in Europa zu schaffen und klar definierte politische Rahmenbedingungen für vielversprechende Zukunftsmärkte wie die Biokunststoffindustrie zu setzen", plädiert François de Bie, Vorstandsvorsitzender European Bioplastics, angesichts der aktuellen Prognosen.

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