Additive Fertigung

Annina Schopen,

BAM eröffnet AM-Kompetenzzentrum

Die BAM hat ein Kompetenzzentrum für Additive Fertigung gegründet. Ziel ist es, additiv gefertigte Komponenten für sicherheitsrelevante Bereiche, wie die Luft- und Raumfahrt, schneller in die Anwendung zu bringen.

Im Kompetenzzentrum Additive Fertigung der BAM werden Verfahren erprobt, wie hier beispielsweise der 3D-Druck metallischer Bauteile. © Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM)

Die additive Fertigung erlaubt es, komplexe Bauteile schnell und ressourcen-schonend herzustellen. Aktuell wird sie in der Industrie zum Beispiel für die Herstellung von Prototypen und im Anlagenbau genutzt. Nur in Einzelfällen und mit hohem Entwicklungsaufwand kommt additive Fertigung in sicherheitsrelevanten Bereichen wie der Luft- und Raumfahrt oder im Fahrzeugbau zum Einsatz. Zum einen fehlen Kriterien für eine Beurteilung der Qualität und Zuverlässigkeit 3D-gedruckter Produkte. Zum anderen lassen sich vorhandene Erkenntnisse und Normen nicht eins zu eins auf additiv gefertigte Komponenten übertragen.  

Das neue Kompetenzzentrum Additive Fertigung der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM)will dies ändern. Dazu wurde ein interdisziplinäres Team aus den Bereichen additive Fertigungstechnik, Werkstoffanalytik und zerstörungsfreie Materialprüfung gebildet. Es soll gemeinsam Lösungen erarbeiten und additive Fertigungsverfahren weiterentwickeln.   

Um Unternehmen beim Aufbau additiver Produktionsketten zu unterstützen, bietet die BAM verschiedene Dienstleistungen an: von der Beratung zur Werkstoffwahl über die Entwicklung werkstoffangepasster Prozesse bis zur Prüfung und Bewertung mechanischer Eigenschaften von Bauteilen. So liefert das Kompetenzzentrum beispielsweise Antworten dazu, wie sich additiv gefertigte Komponenten bei hohen Temperaturen und unter mechanischen Belastungen verformen und wie diese Verformungen berechnet werden können. Mittels neuer Messmethoden sollen Materialdefekte zukünftig zuverlässig lokalisiert und möglichst bereits im Herstellungsprozess behoben werden.

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Des Weiteren soll im Rahmen der Initiative Qualitätsinfrastruktur Digital (QI-Digital) eine vernetzte und digital überwachte additive Fertigungskette als Testumgebung für den Mittelstand entstehen. Sie soll alle relevanten Prozessschritte von der Geometriedatenerfassung über die additive Fertigung und Wärmenachbehandlung bis zur finalen zerstörungsfreien Prüfung abbilden. Dieses Vorhaben wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) gefördert und zielt darauf ab, eine digitale Qualitätssicherung für die additive Fertigung zu entwickeln. 

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