Berufsbegleitendes Studium für Additive Fertigungsverfahren

Hochschulübergreifendes Angebot zu modernster Produktionstechnologie

Zum Sommersemester 2017 bietet die Hochschule Schmalkalden in Kooperation mit dem VDWF, mit dem Institut für werkzeuglose Fertigung (IwF) der FH Aachen und mit dem Lehrstuhl für Fertigungstechnik der Universität Duisburg-Essen ein Studium für Additive Verfahren an.

Schachspiel, gefertigt mit Hilfe additiver Produktionsverfahren.

Additive Fertigungsverfahren bzw. Rapid-Technologien boomen. Ihre Bedeutung wächst vor allem in Märkten, die durch schnell aufeinander folgende Produktzyklen, durch zunehmende Individualisierung von Produkten oder steigender Bauteilkomplexität geprägt sind.

Das neue berufsbegleitenden Studium zum „Anwendungstechniker (FH) für Additive Verfahren / Rapid-Technologien“ soll nun eine grundlegende Ausbildung schaffen, die besonders technische Fachkräfte kleiner und mittelständischer Unternehmen in die Lage versetzt, additive Fertigungsverfahren zielführend und gewinnbringend in die betrieblichen Prozesse ihrer Unternehmen einzubinden. „In diesem Bereich sind auf der einen Seite viele Autodidakten unterwegs, die ihren Job richtig und gut machen. Auf der anderen Seite fehlt uns eine generelle Basis, auf die wir uns verlassen können – sei es bei der Qualitätssicherung, bei der Technologiebewertung und -handhabung, bei der Nachwuchsgewinnung oder einfach auch beim Einstellen neuer Mitarbeiter“, erklärte Thomas Seul, wissenschaftlicher Leiter und Dozent des Studiums an der Hochschule Schmalkalden.

Neben additiven Technologien, die Kunststoffe als Basis nutzen, stehen verschiedene metallische Werkstoffe im Fokus.

Ziel der zweisemestrigen Weiterbildung ist es daher, den Studierenden fundierte fachliche Kenntnisse über technologische Aspekte, Werkstoffe und Konstruktionsweisen additiver Fertigungsverfahren zu vermitteln. Darüber hinaus sollen sie Kompetenzen erwerben, um Chancen und Risiken der Rapid-Technologien zu analysieren und zu bewerten sowie Projekte eigenständig und unter Berücksichtigung von Kosten- und Qualitätsaspekten zielorientiert umsetzen zu können. Das Curriculum umfasst kunststoffbasierende Verfahren wie Stereolithographie, Polymerdrucken, Lasersintern und FDM als auch metallbasierende Fertigungsprozesse wie Selektives Sintern oder Schmelzen mit Pulverdüse. Im ersten Semester stehen vor allem die Grundlagen der verschiedenen Verfahren und die dafür geeigneten Materialien sowie die Besonderheiten der Konstruktion 3D-gedruckter Bauteile im Mittelpunkt. Im zweiten Semester geht es um Projekt- und Innovationsmanagement, Qualitätssicherung, rechtliche Rahmenbedingungen und die Einführung Additiver Verfahren und Prozesse in das betriebliche Produktionsumfeld.

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Praxisnah und mit aktuellen Entwicklungen
Das Studium bietet laut Hochschule einen hohen Praxisanteil und eine große Anzahl an Labortagen. Zudem umfasst das Dozententeam neben Wissenschaftlern der Hochschule Schmalkalden und der Bildungspartner auch Berufspraktiker aus Unternehmen der Branche. „Die Unternehmen sollen das Studium mitgestalten. So soll gewährleistet werden, dass die Ausbildung praxisnah und ‚am Puls der aktuellen Entwicklungen‘ stattfindet. Das ist Wunsch und Ziel zugleich“, erklärt Thomas Seul.

Thomas Seul, wissenschaftlicher Leiter und Dozent: „… eine grundlegende Ausbildung schaffen, die besonders technische Fachkräfte kleiner und mittelständischer Unternehmen in die Lage versetzt, additive Fertigungsverfahren zielführend und gewinnbringend in die betrieblichen Prozesse ihrer Unternehmen einzubinden.“

Wer das Studium absolvieren möchte, benötigt mindestens einen Realschulabschluss sowie eine abgeschlossene Berufsausbildung in einem anerkannten technischen Beruf und mindestens zwei Jahre für das weiterbildende Studium förderliche Berufspraxis. Für Studieninteressierte mit (Fach)Abitur oder erfolgreich abgelegter Meisterprüfung verkürzt sich die Zeit der notwendigen Berufspraxis auf zwei Jahre, für Personen mit abgeschlossenem technischen oder naturwissenschaftlichen Hochschul- oder BA-Studium auf ein Jahr.

Das Studium kann berufsbegleitend absolviert werden – ohne Unterbrechung der beruflichen Karriere und ohne auf das geregelte Einkommen verzichten zu müssen. Dank Unterteilung in Selbststudien- und Präsenzphasen lassen sich Studium und Beruf miteinander vereinbaren. Kleine Jahrgangsgruppen und eine individuelle Betreuung jedes einzelnen Studierenden in fachlichen und organisatorischen Angelegenheiten sollen zudem für gute Studienbedingungen sorgen.


Auf einen Blick
Studienform: berufsbegleitend
Studiendauer: 2 Semester
Abschluss: Hochschulzertifikat
ECTS: 30
Nächster Studienstart: Sommersemester 2017
Bewerbungsschluss: 31. Januar 2017
Studiengebühr: 3900 Euro pro Semester plus Semesterbeitrag
Studienorte: Schmalkalden, Aachen, Duisburg, Lüdenscheid

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