Ausbildung spezial

Berufsstart für Flüchtlinge – Kunststoffland bringt Unternehmen zusammen

Starthilfe für Flüchtlinge bei der Integration ins Arbeitsleben – dafür engagieren sich in der Kunststoffindustrie bereits zahlreiche Unternehmen und Einrichtungen mit konkreten Maßnahmen. Die neue Herausforderung aktiv annehmen und zugleich für Fachkräftenachwuchs sorgen, ist für Kunststoffunternehmen unterschiedlicher Größenordnung das Gebot der Stunde. Schwierigkeiten, die dabei in der Praxis auftreten, aber auch positive Erlebnisse mit hochmotivierten jungen Geflüchteten standen im Vordergrund des erneuten Treffens der Vereinsplattform Qualifikation bei Kunststoffland NRW am 13. September 2016.

Starthilfe für Flüchtlinge bei der Integration ins Arbeitsleben – dafür engagieren sich in der Kunststoffindustrie bereits zahlreiche Unternehmen und Einrichtungen mit konkreten Maßnahmen.

Eindrucksvoll berichtete Wolfgang Oehm, Geschäftsführender Gesellschafter der Oni Wärmetrafo, über sein persönliches Engagement für Geflüchtete, das von der Finanzierung von Sprachkursen über die Organisation von Unterkünften bis hin zur Schaffung von zehn zusätzlichen Ausbildungsplätzen reicht. Von der Sinnhaftigkeit dieses – auch finanziell erheblichen – Engagements ist Wolfgang Oehm überzeugt und appelliert an alle Unternehmerkollegen, seinem Beispiel zu folgen – nach der Devise „Handeln statt Reden!“ Auch bei Evonik ist der Start in den Beruf für zahlreiche Flüchtlinge gut gelungen. Hans-Jürgen Metternich, Leiter Evonik Ausbildung Nord, gab einen Überblick. Demnach konnten 21 von 30 Personen direkt in eine Ausbildung vermittelt werden, 13 Prozent in eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung. Das KIMW hat im Mai eine fachspezifische Ausbildung für Migranten gestartet. Andreas Balster, Leiter Polymer Training Centre beim KIMW, bestätigte viele der Eindrücke seiner Vorredner. Auch am KIMW habe man überwiegend positive Erfahrungen gemacht und plant bereits mit der nächsten Gruppe.

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Die anschließende intensive Diskussion ließ allerdings auch zahlreiche bisher ungelöste Probleme erkennen: Was tun, wenn etwa ein Mittelständler drei Flüchtlinge aufnehmen möchte und dafür kein Deutschkurs zustande kommt? Oder: Wie geht man mit Widerständen gegen die Integration von Flüchtlingen in der eigenen Belegschaft um? Nach wie vor bleibt eine der größten Herausforderungen: Wie lässt sich die (Weiter-)Vermittlung von Flüchtlingen in andere Betriebe unterstützen, wenn sie aus Kapazitätsgründen keine Perspektive im eigenen Unternehmen finden können? Inwieweit hier ein Netzwerk wie Kunststoffland NRW helfen kann, ist nun genauer zu prüfen.

K 2016, Halle 6, Stand D76

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