Investitionen in Automatisierung und Management

Meinolf Droege,

Corona beschleunigt Digitalisierung

Die Covid-19-Pandemie lähmt die Wirtschaft in weiten Teilen. Andere nutzen die Situation, um sich besser aufzustellen, ihr Unternehmen auf vielfältige Art zu stärken. Aktuelles Beispiel: LKH Kunststoffwerk. Mit zielgerichteten Investitionen in Automatisierung, Digitalisierung und Organisation sieht sich das Entwicklungs- und Spritzgießunternehmen heute besser positioniert als vor der Krise.

Eine neue hochautomatisierte Produktionszelle hat mitten in der Krise ihren Betrieb aufgenommen. © LKH

Eine neue hochautomatisierte Produktionszelle im Kunststoffwerk LKH hat mitten in der Krise ihren Betrieb aufgenommen. „Hier werden zusätzlich Kunststoffkomponenten produziert, die in modernen Pkw-Luftfedern verbaut werden. Für diese Hightech-Bauteile erwarten wir in den nächsten Monaten deutlich ansteigende Bestellmengen. Denn diese bieten signifikante Vorteile gegenüber den traditionellen Feder-Dämpfsystemen – beispielsweise in puncto Funktionsintegration und Bauteilgewicht“, sagt LKH-Geschäftsführer Volker Hindermann.

Diese Investition steht exemplarisch dafür, dass das Unternehmen die Aktivitäten in der Krise nicht heruntergefahren hat, sondern neue Chancen und Potenziale für zukunftsorientiertes Handeln erschließt. Einige Projekte, die bereits vor der Corona-Pandemie geplant waren, wurden nun beschleunigt umgesetzt. Außerdem hat das Unternehmen seine Kapazitäten erhöht, um Aufträge von anderen, in der Krise schwächelnden Kunststoffverarbeitern zu übernehmen.

Digitalisierung auf allen Ebenen forciert

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Diese Investition steht exemplarisch dafür, dass das Unternehmen die Aktivitäten in der Krise nicht heruntergefahren hat, sondern neue Chancen und Potenziale für zukunftsorientiertes Handeln erschließt. © LKH

LKH gehörte nach eigener Einschätzung in Sachen Digitalisierung bereits vor der Covid-19-Krise zu den Vorreitern in seiner Branche, hat diese Entwicklung jetzt jedoch auf allen Prozessebenen und in allen Unternehmensfunktionen weiter vorangetrieben. Dies zeige sich auch durch die Inbetriebnahme weiterer Module von Hydra, einem Manufacturing Execution System (MES), das mit dem datenführenden Warenwirtschaftssystem SAP vernetzt ist. Die Lösung ermöglicht es unter anderem, die hochautomatisierten Produktionszellen effizienter zu nutzen und auf Störungen schneller zu reagieren. Darüber hinaus können Wartungen der eingesetzten Spritzgießwerkzeuge über das digitale Werkzeugbuch mit den Produktionsaufträgen effizient über Hydra mit SAP verzahnt werden. Somit lassen sich frühzeitig Werkzeugschäden verhindern.

Auch den Digitalisierungsprozess zwischen Kunden und LKH sowie in den internen Abläufen hat das Unternehmen ausgebaut. Höhere Effizienz und Prozesssicherheit auf den verschiedenen Ebenen seien erreicht worden. So werden beispielsweise auf Kundenanfragen hin Machbarkeitsanalysen erstellt. Auf dieser Basis werden kritische Punkte ermittelt, Herstellkosten und Risiken durch Konstruktionsvorschläge reduziert und damit der anschließenden Serienanlauf beschleunigt.

Geschäftsführer Volker Hindermann: „Die aktuelle Situation hat wie ein Katalysator gewirkt.“ © LKH

„Die kommenden Monate fordern von Unternehmen unserer Branche enorme Agilität. Wer schnell Veränderungsprozesse einleiten und umsetzen kann, wird sich im Markt stärker positionieren“, erklärt Volker Hindermann und ergänzt: „Die nächsten Aktivitäten in unserem Hause sind bereits geplant. So möchten wir zum Beispiel in eine weitere hochautomatisierte Fertigungszelle investieren, um neueste Schäumtechnologien verstärkt zu nutzen.“ In der Summe wirke die Digitalisierung und Prozessoptimierung wie ein Katalysator auf das Unternehmen.

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