Digitalisierung in der Haushaltsgeräteproduktion

Digitalisierungslabor soll Entwicklungen beschleunigen

Als Gemeinschaftsprojekt wollen Covestro und die Haier-Gruppe, eine globale Marke für Haushaltsgeräte, in China ein gemeinsames Labor für die Digitalisierung der Geräteproduktion einrichten. Darüber haben beide Partner einen Vertrag unterzeichnet.

Werkstoffhersteller und Verarbeiter treiben die Digitalisierung der PUR-Verarbeitung für die kundenspezifische Massenfertigung gemeinsam voran. © Covestro

Das Labor soll digitale Lösungen für den Einsatz von Polyurethanen in der Produktion dieser Geräte entwickeln – im Einklang mit der globalen Digitalisierungsstrategie von Covestro. Ziel ist es nach Unternehmensangaben, einen neuen Maßstab für die Digitalisierung der Chemieindustrie zu setzen.

Überall auf der Welt ist Polyurethan-Hartschaum das Material der Wahl für die effiziente Wärmedämmung von Kühlgeräten. Dazu wird eine genau dosierte Menge an Polyurethan-Rohstoffen in den äußeren Hohlraum gespritzt und füllt ihn beim Aufschäumen komplett aus. Dieser Werkstoff sowie der zugehörige Schäumprozess sind entscheidend für die Kühlgeräteindustrie.

Für die automatische und smarte Produktion kommt es vor allem auf eine genaue Charakterisierung der Polyurethan-Komponenten an – eine komplexe Aufgabe. Mit der Entwicklung digitaler Lösungen möchte Covestro neue Wege erschließen, um Herstellern von Haushaltsgeräten bei der Überwindung dieser Herausforderungen zu helfen.

Ulrich Liman (rechts) und der Vertreter von Haier freuen sich auf die Einrichtung eines gemeinsamen Digitalisierungslabors für die Kühlschrankherstellung. © Covestro

Prozessoptimierung durch Digitalisierung
Im neuen Haier-Covestro Digitalization Joint Laboratory wollen beide Unternehmen innovative Lösungen zur Datensammlung und -analyse, zur Überwachung von Schaumqualität und Prozessabläufen sowie zur kontinuierlichen Optimierung der Prozesse entwickeln. Diese Maßnahmen sollen den Schäum- und Herstellprozess mit Polyurethan sowie die Schaumqualität kontinuierlich verbessern, die Kosten senken und so der Haushaltsgerätebranche neue Möglichkeiten in einer zunehmend digitalisierten Welt eröffnen.

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„Mit dieser Kooperation nutzen wir unsere umfangreichen Kenntnisse der Polyurethan- und Schäumtechnologien, während Haier seine Expertise in der industriellen Automatisierung und der Analyse großer Datenmengen einbringt“, erläuterte Ulrich Liman, globaler Leiter Forschung und Entwicklung im Segment Polyurethanes bei Covestro. „Diese Kombination dürfte eine neue Ära der digitalen Transformation in der Chemieindustrie einleiten.“

Pioniere der intelligenten Produktion
Das Cosmoplat-System ist laut Haier die weltweit erste industrielle Internet-Plattform, die Nutzer am gesamten Prozess teilhaben lässt. Sie könne die Umwandlung von der klassischen zur kundenspezifischen Massenfertigung vorantreiben und dabei die industrielle Wertschöpfungs- sowie die ökologische Lieferkette entsprechend umgestalten. Außerdem kann sie Unternehmen, Nutzer und Lieferanten dabei unterstützen, eine neue ökologische Produktion aufzubauen, die allen Seiten Nutzen bringt.

Haier selbst bezeichnet Cosmoplat als „multilaterale, interaktive Plattform für gemeinsame Wertschöpfung, die Nutzererfahrungen mit einbezieht“. Sie könne an Anforderungen aus verschiedenen Branchen, Bereichen und Kulturen rund um den Globus angepasst werden. Im Rahmen unserer Kooperation wird Covestro Haier auf seinem Weg zur intelligenten Fertigung unterstützen, indem es seine Erfahrung in der Digitalisierung der Chemie einbringt.

Lösungen für die kundenspezifische Massenfertigung
In den vergangenen Jahren haben verschiedene Branchen in China die digitale Transformation vorangetrieben. Für die traditionelle chemische Industrie hat dies auch Auswirkungen auf die Entwicklung der vor- und nachgelagerten Prozessketten. Covestro und Haier wollen eine langfristige und für beide Seiten vorteilhafte Partnerschaft eingehen, in der sie kontinuierlich innovative Digitallösungen entwickeln. Mit Hilfe der Plattform sei die Entwicklung von Lösungen auch für verschiedene Polyurethan-Anwendungen denkbar, um eine kundenspezifische Massenfertigung zu ermöglichen.

Michael Schmidt, bei Covestro verantwortlich für den Bereich Innovation in Asien-Pazifik und Leiter des dortigen Forschungs- und Entwicklungsteams, und John Dou, Vizepräsident Commercial Operations im Segment Polyurethanes in China und Leiter des Verkaufsteams, sind zuversichtlich, dass das Modell weitere Synergien zwischen beiden Unternehmen schaffen wird.

Das neue Labor ist Teil der globalen Digitalisierungsstrategie von Covestro und wird sich auf die Entwicklung digitaler Lösungen für Polyurethan-Werkstoffe konzentrieren, um die intelligente Herstellung von Haushaltsgeräten und die Massenfertigung in der chemischen Industrie voranzutreiben.

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