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Engel: Freiheiten preiswürdig nutzen

Im Rahmen des diesjährigen Symposiums verlieh Engel vor wenigen Tagen die HL-Awards. Ausgewählt wurden Unternehmen und ihre Lösungen, die die Vorteile der Holmlostechnik des Spritzgießmaschinentyps Victory innovativ nutzen, um die Fertigung wirtschaftlicher zu gestalten. Diese Bauart inspiriert Formenbauer und Verarbeiter immer wieder zu interessanten, teils verblüffenden Prozessideen. Die Juroren untersuchten die eingereichten Bewerbungen hinsichtlich des Innovationsgrades der Anwendungen und der wirtschaftlichen Vorteile im Vergleich zu Lösungen auf konventionellen Maschinen und bewerteten diese.

Sie haben allen Grund zur Freude: Die Preisträger des HL Awards 2012, verliehen von Engel CEO Dr. Peter Neumann (Mitte).

Die Awards in Gold, Silber und Bronze gingen an Volkswagen in Wolfsburg, Deutschland, O.C.S.A. in Creazzo, Italien, und Anton in Zalaegerszeg, Ungarn.

Den ersten Platz, den HL-Award 2012 in Gold, vergaben die Juroren an Volkswagen. Das Geschäftsfeld Kunststoffe am Stammsitz Wolfsburg nutzt zur Herstellung von Bauteilen für Tankklappenmodule des Golfs die Vorteile der Holmlostechnik gleich doppelt aus. Zum Ersten ragen die sehr großen Werkzeuge über die Aufspannplatten hinaus, zum Zweiten gelangen die großen Greifer der Roboter ungehindert in den Werkzeugraum. Beide Faktoren sorgen dafür, dass die Fertigungszelle aus zwei holmlosen Spritzgießmaschinen und zwei Mehrachsrobotern von Kuka wenig Stellfläche benötigt. Zudem reduziert die freie Zugänglichkeit für die Roboter die Zykluszeit deutlich. Für die Herstellung von Einsatztöpfen für die Tankklappen werden zunächst die Grundkörper aus Polypropylen mit 30 Prozent Glasfaser gespritzt und diese auf der zweiten Maschine mit einer Dichtung aus EPDM versehen.

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Schneller mit Spezialkühlung
Ein optisch, vor allem aber technologisch interessantes Werkzeug konnte dank der holmlosen Maschine im Bereich Verpackungstechnik umgesetzt werden und die Zykluszeiten drastisch gesenkt werden: Der Werkzeugbauer und Spritzgießer O.C.S.A. aus dem italienischen Creazzo produziert Kaffeekapseln für Espressomaschinen der Marke Illycaffè nach eigenen Angaben doppelt so schnell wie sein Wettbewerber. Damit habe man bereits weitere Projekte dieses Kunden gewonnen. Die Jury honorierte diese Leistung mit dem HL-Award in Silber.

Beispiel für eine nur auf einer holmlosen Maschine realisierbaren Lösung: Die Rohre folgen der Bewegung des Drehwerkzeugs.

Das Kernstück der Kapseln, der Kaffeebehälter, werden auf einer Combi Maschine in einem 32+32-fach-Drehtellerwerkzeug aus Polypropylen und TPE gespritzt. Der Schlüssel zur Zykluszeitreduktion liegt in der Abkühlung der Hartkomponente. Um diesen Prozess zu beschleunigen, hat der Formenbau die Schläuche zur Kühlwasserversorgung durch dickere Rohre ersetzt. Diese ragen oben aus dem Werkzeugraum und sind direkt mit der Kühleinheit verbunden. Da keine Holme stören, können die Rohre problemlos den Bewegungen des Drehtellers folgen und ein sehr hohes Wasservolumen in das Werkzeug einbringen.

Kleinere Schließkraftgröße nutzen
Den HL-Award 2012 in Bronze konnte das Unternehmen Anton an den Unternehmenssitz in ungarische Zalaegerszeg mitnehmen. Dank Holmlostechnik gelang es, vier Spritzeinheiten auf einer Maschine mit nur 4000 kN Schließkraft zu positionieren und zudem den Mehrkomponentenspritzguss mit der Inserttechnik zu kombinieren. Produziert werden auf der Engel Victory Gehäusen für Elektro-Handwerkzeuge des Kunden Bosch. Nachdem ein Viper-Linearroboter die Metalleinleger im 2+2-fach-Drehtellerwerkzeug platziert hat, werden zunächst die linke und rechte Gehäuseschale aus grünem PP GF30 gespritzt. Danach dreht das Werkzeug in die zweite Position, wo die drei folgenden Komponenten mit Kernzügen in einem Schritt aufgebracht werden: Zunächst der rote Bosch-Schriftzug (PP GF30), anschließend schwarzes und graues TPE S an den Griffflächen.

Für die Form der Dimensionen 1250 mal 910 mal 900 Millimeter hatte das Unternehmen verschiedene Spritzgießmaschinen-Typen angefragt. Klassische Holmmaschinen wurden mit Schließkräften zwischen 6000 und 8000 kN projektiert. Mit der schließlich eingesetzten 4000 kN Maschine von Engel senkte der Anwender die Investitionskosten und im laufenden Betrieb die Fertigungskosten.

Die weiteren Plätze des Wettbewerbs belegten die Unternehmen Schneegans aus Deutschland für die Herstellung von Fahrzeugschlüsseln in Mehrkomponententechnik, Doctor Zeta aus Russland für die hochautomatisierte Herstellung von Zahnreinigungsstiften und die beiden finnischen Unternehmen Okartek in Kaarina und Fiskars für die Produktion von Gartengerätegriffen.

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