Interview Weiterbildung

Erfolgreich im Fernstudium Angewandte Kunststofftechnik

Auch Frauen erfolgreich in technischen Studiengängen. Nebenberuflich einen Masterabschluss erwerben – dieses anspruchsvolle Konzept der Hochschule Schmalkalden verlangt den Studierenden durchaus einiges ab. Aber es bringt außerordentlich interessante Perspektiven für die Studierenden und für die Unternehmen.

Maxi Borkenhagen setzt auf ein Studium parallel zu ihrer Tätigkeit als Konstrukteurin in einem Industrieunternehmen. (Bild: HS Schmalkalden)

So wie bei Maxi Borkenhagen: Sie studiert berufsbegleitend im zweiten Semester des Masterstudiengangs „Angewandte Kunststofftechnik (M.Eng.)“ an der Hochschule Schmalkalden. Noch sind ihre männlichen Kommilitonen in der Überzahl. Doch das Klischee, dass Frauen nichts mit Technik am Hut haben, ist längst überholt. Im Gegenteil: bundesweit steigt die Zahl der Frauen, die sich für ein ingenieurwissenschaftliches Studium wie Maschinenbau, Kunststofftechnik und Co. entscheiden. Maxi Borkenhagen hat bereits ihr Bachelor-Studium Maschinenbau mit Fachrichtung Kunststofftechnik an der DHBW Mosbach absolviert. Heute arbeitet sie bei der Bürkert Werke GmbH in Ingelfingen als Betriebsmittelkonstrukteurin. Warum Sie sich neben ihrem Beruf für ein weiterqualifizierendes Master-Studium im Bereich Kunststofftechnik entschied und welche Herausforderungen sie dabei zu meistern hat, erzählt sie im Interview.

Frau Borkenhagen, vielen Dank, dass Sie uns einen Einblick in Ihren Studien-Alltag gewähren. Wie beurteilen Sie die Frauenquote in Ihrem Studiengang?
Wir sind im Studiengang ‚Angewandte Kunststofftechnik vier Frauen und 16 Männer. Eine Frauenquote von 20 Prozent schätze ich für diesen Bereich schon als sehr gut ein. Während meines Bachelor-Studiums im Bereich Maschinenbau war der Frauenanteil wesentlich geringer. Ich finde es toll, dass sich immer mehr Frauen für ein ingenieurwissenschaftliches Studium entscheiden.

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Sie haben das Bachelor-Studium Maschinenbau mit der Studienrichtung Kunststofftechnik erfolgreich absolviert. Warum haben Sie sich ausgerechnet für diese Studienrichtung entschieden?
Schon seit Schulzeiten haben mich Kunststoffe sehr fasziniert – vor allem die Kunststoffchemie, und daher habe ich mich auch für ein Bachelor- und Master-Studium mit diesem Schwerpunkt entschieden.

Sie arbeiten als Betriebsmittelkonstrukteurin bei der Bürkert Werke und studieren nebenberuflich im zweiten Semester des Masterstudiengangs „Angewandte Kunststofftechnik (M.Eng.)“ an der Hochschule Schmalkalden. Warum nebenberuflich und warum an der Hochschule Schmalkalden?
Die Entscheidung für das Master-Studium ist sehr spontan gefallen. Ich habe das Studium im Internet entdeckt und die Studieninhalte haben mich sofort angesprochen. Im Bachelor-Studium wurde zunächst ein breitgefächertes Grundlagenwissen vermittelt. Das jetzige Master-Studium beschäftigt sich hingegen mit speziellen Themen. So kann ich meine Kenntnisse aus dem Bachelor-Studium vertiefen und Spezialwissen in einzelnen Bereichen erwerben. Zudem ist die Hochschule Schmalkalden die einzige, die ein Master-Studium zur Kunststofftechnik in dieser Form berufsbegleitend anbietet. Dadurch kann ich trotz Studium meine finanzielle Unabhängigkeit erhalten sowie Vollzeit-Job und Studium zeitlich gut unter einen Hut bringen.

Welche Erkenntnisse konnten Sie bereits aus dem Studium direkt in Ihre berufliche Praxis einbringen?
Da gibt es schon einige. Gerade aus dem Bereich Konstruktion konnte ich bereits neue Kenntnisse in meinen beruflichen Alltag einbringen. Zudem habe ich mir viel Hintergrundwissen angeeignet und bin nun bei mancher Diskussion besser aufgestellt.

Gibt es konkrete Ziele, in welche Richtung Sie sich beruflich weiterentwickeln möchten? Welchen Beitrag kann das berufsbegleitende Studium dazu leisten?
Kunststoffe sind ein interessantes und weites Gebiet, das große Perspektiven bereit hält und in das ich gerne mehr Einblicke erhalten möchte. Zudem möchte. Außerdem möchte ich mir ein breites Wissen aneignen – denn man weiß ja nie wo die Reise hingeht. Ein großer Vorteil ist, dass das Master-Studium nicht nur das klassische Spritzgießen behandelt, sondern Kenntnisse aus vielen Bereichen der Kunststofftechnik vermittelt. Besonders interessiert mich das Thema Kunststoffentwicklung, da hier die Grundlagen für meine aktuelle Arbeit gelegt werden. Zudem bekomme ich durch das Studium eine neue Blickweise auf meine aktuelle Arbeit. Es regt zum Nachdenken an und man hinterfragt doch das ein oder andere.

Wie empfinden Sie das Studium? Werden Ihre Erwartungen erfüllt? Sind Sie zufrieden mit dem Studium hinsichtlich der Inhalte, Dozenten und Betreuung?
Ich bin bisher sehr zufrieden. Einige Studieninhalte kenne ich bereits aus dem Grundstudium, diese werden im Master-Studium jedoch weiter vertieft und detaillierter behandelt. Es haben ja auch nicht alle Kollegen bereits ein Grundstudium im Umfeld der Kunststofftechnik absolviert, so dass zunächst alle Studierenden auf einen gemeinsamen Wissenstand gebracht werden. Auch finde ich es gut, dass Themen behandelt werden, mit denen man nicht täglich zu tun hat. Gerade auf den Management-Bereich mit betriebswirtschaftlichen und rechtlichen Aspekten freue ich mich. Auch was zum Werkzeug- und Formenbau gelehrt wird interessiert mich sehr. Da dies mein aktuelles berufliches Aufgabenfeld ist, bin ich gespannt, was ich hier Neues lernen kann.

Worauf sollten sich Interessierte einstellen, wenn sie Angewandte Kunststofftechnik berufsbegleitend an der Hochschule Schmalkalden studieren wollen?
Es ist wichtig, dass Studieninteressierte Hintergrundwissen aus der Kunststoffbranche mitbringen beziehungsweise bereits in der Kunststoffindustrie tätig waren. Technische Kenntnisse werden vorausgesetzt. Auch sollten sich Interessierte darauf einstellen, dass sie ihre Arbeit und ihr Privatleben mit dem Studium vereinbaren müssen. Da kann es schon mal sein, dass man hin und wieder Abstriche machen muss.

Welchen Herausforderungen mussten Sie sich während des Studiums stellen?
Da ist vor allem das Thema Zeit. Man muss sich schon zu Hause hinsetzen und sich Zeit zum Lernen nehmen. Was dabei gut hilft, ist der Austausch mit den Kommilitonen und das Bilden von Lerngruppen. Wie viel Zeit man zum Lernen aufbringen muss, hängt, denke ich, auch davon ab, wie viel Hintergrundwissen man bereits ins Studium mitbringt. Für mich sind Studium und Vollzeit-Job sehr gut miteinander zu vereinbaren.

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