Hochleistungspolymere für neue Technologien

Katja Preydel,

Evonik: weltgrößte Polyamid-12-Anlage eingeweiht

Evonik feierte am 8. Juli einen Meilenstein in der Konzerngeschichte. Die Bauarbeiten an der neuen Polyamid-12-Anlage im Chemiepark Marl sind praktisch abgeschlossen, wie das Unternehmen mitteilt. Noch in diesem Jahr soll die Produktion voll anlaufen.

Einweihung der neuen Polyamid-12-Anlage am 8. Juli 2021 im Chemiepark Marl. Von links nach rechts: Michael Vassiliadis., Vorsitzender der IG BCE; Armin Laschet, Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen; Christian Kullmann, Vorstandsvorsitzender Evonik Industries; Bernd Tönjes, Aufsichtsratsvorsitzender Evonik Industries © Evonik

Rund eine halbe Milliarde Euro hat Evonik nach eigenen Angaben in das Zukunftsprojekt investiert – die größte Investition der Unternehmensgeschichte in Deutschland.

Ministerpräsident Armin Laschet würdigte das Projekt: „Diese Anlage steht für die Zukunftsfähigkeit des Industrielandes Nordrhein-Westfalen. Mit Investitionen in modernste Anlagen schaffen wir neue, hochqualifizierte Arbeitsplätze. Die Politik muss auch in Zukunft alles dafür tun, damit solche Investitionen bei uns in Deutschland erfolgen und nicht in andere Länder abwandern.“

Das Hochleistungspolymer Polyamid-12 kommt in attraktiven Wachstumsmärkten wie dem 3D-Druck, der Medizintechnik, dem Automobilbau sowie als Ersatz für Stahl zum Einsatz. Für den Bau der weltweit modernsten PA-12-Anlage standen auch Evonik-Standorte in Asien mit attraktiven Konditionen bereit.

„Dass sich Evonik für Nordrhein-Westfalen als Standort für die neue Polyamid-12-Anlage entschieden hat, ist ein weiterer starker Beleg für die Attraktivität unseres Wirtschaftsstandorts. Dafür muss Politik die richtigen wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen setzen. Wenn wir als Landesregierung nicht sofort nach Amtsantritt mit dem Abbau unnötiger und hemmender Vorschriften und der Entfesselung unserer Wirtschaft begonnen hätten, stünde diese Anlage heute vielleicht in Asien. Damit Deutschland klimaneutral wird und gleichzeitig Industrieland bleibt, brauchen wir ein Modernisierungsjahrzehnt, in dem wir Bürokratie abbauen und unsere Genehmigungs- und Planungsverfahren beschleunigen.“, so Armin Laschet weiter.

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Dass der neue Anlagenkomplex trotz der pandemiebedingten Einschränkungen in diesem Jahr den Betrieb aufnehmen kann, würdigte Evonik-Chef Christian Kullmann als „Meisterleistung unserer Mannschaft. Vor drei Jahren haben wir uns entschieden, dieses Spitzenprodukt deutscher Hochtechnologie für den Weltmarkt hier im Ruhrgebiet zu produzieren“, stellte er klar. „Wir haben Wort gehalten und die anspruchsvolle Bauphase nahezu planmäßig realisiert. Das schafft Wachstum, Wert und Arbeitsplätze.“

Die Bauarbeiten für den neuen Anlagenkomplex sind nach knapp zwei Jahren nahezu abgeschlossen. Die einzelnen Anlagenteile gehen nun schrittweise in den Regelbetrieb über. Die komplette Inbetriebnahme erfolgt im vierten Quartal. Damit entstehen 120 neue hochqualifizierte Arbeitsplätze. Zugleich erhöht Evonik die Gesamtkapazität für das Hochleistungspolymer um mehr als 50 Prozent und verfügt damit in Marl über den weltweit größten Verbund zur Herstellung von PA-12.

„Die Stärke des Standorts Deutschland geht maßgeblich auf das große Know-how und die Motivation seiner Beschäftigten und die Gestaltungskraft der Mitbestimmung zurück“, sagte der IG-BCE-Vorsitzende Michael Vassiliadis. „Die Entscheidung von Evonik für Marl trägt diesem Umstand Rechnung. Auf diesen Stärken müssen wir weiter sorgsam aufbauen.“

Evonik-Aufsichtsratschef Bernd Tönjes betonte die hohe Bedeutung des Dreiklangs aus Unternehmen, Politik und Mitbestimmung: „Wenn wir das Erfolgsmodell, das die deutsche Industrie stark und weltweit erfolgreich macht, fortführen wollen, dann geht das nur gemeinsam!“ Auf drängende Zukunftsfragen wie etwa den Klimawandel werde die chemische Industrie Antworten geben müssen. „Die Chemie ist nicht das Problem, vielmehr ist sie Teil der Lösung“, so Tönjes.

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