Fernstudium-Angebote

Annina Schopen,

Berufsbegleitend den Horizont erweitern

Im Beruf arbeiten und gleichzeitig studieren: Die vom Verband Deutscher Werkzeug- und Formenbauer (VDWF) mitgetragenen Weiterbildungsstudiengänge der Hochschule Schmalkalden bieten vertiefte Einblicke rund um die Themenfelder Werkzeug- und Formenbau sowie Kunststoffverarbeitung – praxisnah, flexibel und bestens betreut.

Weiterbildung muss Spaß machen! Im Unterricht, wenn es beispielsweise darum geht, Projekte budgetgerecht und just in time zu stemmen. © Hochschule Schmalkalden

Als zweisemestrige Weiterbildung sind in Schmalkalden berufsbegleitend beispielsweise die Zertifikatsstudiengänge „Anwendungstechniker für Additive Verfahren/Rapid-Technologien“ oder „Projektmanager für Werkzeug- und Formenbau“ möglich. Masterstudiengänge sind „Maschinenbau und Management“, „Informatik und IT-Management“, „Elektrotechnik und Management“ und „Angewandte Kunststofftechnik“. Allen Studiengängen gemein ist der dezidierte Fokus auf die Anwendbarkeit des vermittelten Wissens in der Berufspraxis beziehungsweise der flexible Aufbau mit wenig Präsenzphasen und ohne Belastungsspitzen, sodass sich das Studium nicht nur mit Beruf, sondern auch mit familiären Verpflichtungen vereinen lässt.

Spezialwissen der Kunststoffindustrie und Praxisbezug

Fabian Habich hat in seinem Studium schon immer den Praxisbezug geschätzt: Seinen Bachelor mit Schwerpunkt Maschinenbau und Produktionstechnik hat er dual absolviert und somit neben der Theorie im Studium die Anwendung im Unternehmen erlebt. Nach seinem Abschluss nahm er die Arbeit in der Projektierung bei PSG Plastic Service (inzwischen Meusburger Deutschland) auf, wo er auch während seines berufsbegleitenden Studiums der Angewandten Kunststofftechnik an der Hochschule Schmalkalden tätig war und heute immer noch ist.

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„Wir bauen vor allem Heißkanalverteiler. Weil ich aber aus dem Maschinenbau komme, habe ich gemerkt, dass mir an manchen Stellen das fachspezifische Hintergrundwissen in der Kunststofftechnik oder im Werkzeugbau fehlt, um diesen Bereich vollständig zu durchdringen“, zeigt Habich seine Motivation für die Weiterbildung auf – der Masterstudiengang decke eben alle Bereiche der Kunststoffindustrie ab, von Rohmaterialerzeugung und -verarbeitung, über Werkzeug- und Formenbau bis hin zu Recht und Management.

Ähnlich sieht das auch Miriam Rommel. Nach ihrem dualen Maschinenbaustudium hat sich die Ingenieurin bei ElringKlinger auf die Entwicklung von Leichtbauteilen spezialisiert. Anschließend absolvierte sie ihren berufsbegleitenden Master an der Hochschule Schmalkalden: „Ich wollte etwas Technisches studieren, das über den Maschinenbau hinausgeht. Und weil Kunststofftechnik und Leichtbau auch meine Schwerpunkte im Beruf sind, fiel dann schnell die Entscheidung für Schmalkalden.“

Sowohl Miriam Rommel als auch Fabian Habich sind durch gezielte Online-Recherche auf die „Angewandte Kunststofftechnik“ aufmerksam geworden: „Es gab mehrere Optionen zur Auswahl, aber ich habe mich für Schmalkalden entschieden, weil man beim Aufbau des Studiums schon ganz klar den Praxisbezug erkennen konnte. Ich wollte nicht noch mehr Theorie, sondern Inhalte, die ich in meinem Arbeitsalltag konkret anwenden kann“, betont Habich.

Miriam Rommels und Fabian Habichs Erwartungen wurden während ihres Studiums dann auch voll erfüllt. „In unseren Projekten haben wir beispielsweise ein Kunststoffteil konzipiert und im Anschluss das passende Werkzeug dafür entwickelt“, erläutert Habich. Im Kunststofflabor der Hochschule können Studierende außerdem mit moderner Technik in ihrem Spezialgebiet forschen. Doch die Studieninhalte gehen über die Kunststofftechnik hinaus und vermitteln auch andere Themengebiete, die im Berufsalltag eine Rolle spielen: „Es gab ebenso Kurse für Recht und BWL. Diese Qualifikation hat mir fürs Tagesgeschäft extrem viel gebracht“, sagt Habich. „Und für diejenigen, die sich selbstständig machen möchten oder eine Managementposition anstreben, ist es unabdingbar, sich in solchen Bereichen auszukennen“, ergänzt Miriam Rommel.

Schnittmenge von Arbeit und Studium

Dieser geschärfte Rundumblick, den die Studierenden erlangen, bietet deshalb auch aus Arbeitsgebersicht Vorteile. Die Struktur des Studiengangs ermöglicht Studierenden, ihre individuellen Schwerpunkte auf genau jene Themenbereiche zu setzen, die sie auch in ihren Unternehmen am meisten beschäftigen. In seiner Abschlussarbeit hat Fabian Habich deshalb eine Heißkanaldüse entwickelt – nah an der Praxis und unter Berücksichtigung der neuesten Forschung.

Für Miriam Rommel war es ebenfalls wichtig, auf die Schnittmenge von Job und Studieninhalten zu setzen: „Meine Masterarbeit war eine Analyse des Leichtbaupotenzials und der Wirtschaftlichkeit von Automobilteilen. Das ist genau das Thema, mit dem ich auch beruflich sehr viel zu tun habe.“ Entsprechend positiv war auch die Reaktion ihres Arbeitgebers – und das von Beginn an: „Ich wurde rundum unterstützt, zum Beispiel bei Projektarbeiten oder dann später bei der Masterarbeit.“ Die Wertschätzung im Unternehmen gegenüber ihrem Engagement, sich weiterzubilden, freut Miriam Rommel sehr: „Auch ein Teil der Ausbildungskosten wurde von meinem Arbeitgeber übernommen, um mir diese Zusatzqualifikation zu ermöglichen.“

Bei Meusburger sei Weiterbildung ebenfalls ein wichtiges Thema, erklärt Fabian Habich: Das Unternehmen arbeitet auch mit der Hochschule Mannheim zusammen, um so die Ausbildung dual Studierender mitzugestalten und künftige Mitarbeitende optimal zu qualifizieren. „Und nach einem dualen Studium ist der berufsbegleitende Master an der Hochschule Schmalkalden die logische Folge“, so Habich. Einen Mitarbeiter seiner Abteilung hat er aus diesem Grund bereits ebenfalls nach Schmalkalden geschickt. Denn: „Weiterbildung lohnt sich immer“, ist sich Habich sicher. „Egal, ob man schlicht sein Kunststoffwissen erweitern oder ob man in eine Führungsrolle hineinwachsen möchte.“

Soziales Miteinander im Fernstudium

Das dritte Jahr in Folge wurde das Zentrum für Weiterbildung (ZfW) der Hochschule Schmalkalden 2021 durch das unabhängige Bewertungsportal FernstudiumCheck zum „Top Fernstudienanbieter“ gekürt. In der Kategorie „Top Betreuung“ erreichte das ZfW jeweils den 1. Platz. „Betreuung und Organisation waren wirklich herausragend“, bestätigt Habich diese Auszeichnung. „Gleich zu Studienstart gab es einen klaren Fahrplan für das gesamte Studium und auch danach standen die Ansprechpartner immer mit Rat und Tat zur Verfügung.“

Auch unter den Kommilitonen hat sich ein Zusammenhalt entwickelt: „Es war eine coole Zeit“, sagt Miriam Rommel. „Der Austausch mit meinen Mitstudierenden war immer sehr bereichernd.“ Fabian Habich erinnert sich ebenfalls gerne an seine Projektgruppe, die sich bereits am Einführungstag zusammengeschlossen hat: „Diese Gemeinschaft besteht heute noch. Sie hat uns durch das ganze Studium getragen. Wir sind da Seite an Seite zusammengestanden und haben uns Lerninhalte aufgeteilt und aufbereitet.“

Dass im Fernstudium vor allem zu Hause gearbeitet werden muss, war weder für Miriam Rommel noch für Fabian Habich deshalb ein Problem. „Natürlich braucht man Disziplin, man muss sich hinsetzen und konzentrieren, einen Fokus finden. Das Berufsleben läuft ja weiter … Aber gerade deswegen bin ich mein Studium mit hoher Motivation angegangen“, erläutert Habich und fügt hinzu: „Man muss einfach wissen, wofür man das macht, nämlich für den Horizont – für den eigenen und auch für den des Unternehmens!“

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