Flammschutzlösungen für technische Thermoplaste

Leistungsfähigkeit bei hohen Verarbeitungstemperaturen steigern

Verarbeitungsfenster (Temperaturbereich vom Aufschmelzen bis zur Zersetzung) eines Compounds PA6 GF30 UL94 V-0 mit unterschiedlichen Flammschutzmitteln.

Speziell für "technische Thermoplaste in anspruchsvollen Einsatzumgebungen", genauer für Polyamide und Polyester, angeboten werden neue Formulierungen von Phosphinat-Flammschutzmitteln. Sie sollen außer den Brandschutzeigenschaften auch die Verarbeitbarkeit und mechanische Leistungsfähigkeit der Materialien optimieren.

Die neuen synergistischen Formulierungen der Exolit-Reihe überwinden laut Anbieter Clariant die typischen Schwierigkeiten traditioneller Flammschutzmittel bei den hohen Verarbeitungstemperaturen von Polyamiden und thermoplastischen Polyestern. Die Varianten Exolit OP 1400 (TP) und OP 1260 (TP) erzielen demnach ab 0,4 Millimeter Wanddicke die Einstufung nach UL94 V-0 sowie besonders gute CTI-Werte (CTI 600 V).

Beide Additivtypen setzen auf die bereits bestehenden auf, die für ein breites Spektrum von Polyamiden und Polyestern und vorwiegend für verstärkte Compounds eingesetzt werden. Sie jedoch dem Hersteller zufolge einen Schritt weiter. Variante OP 1400 (TP) zeichne sich durch hohe thermische Stabilität aus und eigne sich daher speziell für Compounds, die bei hohen Temperaturen in komplexe Kavitäten eingespritzt werden. Es verhindere Probleme wie Polymerabbau, die Bildung von Zersetzungsprodukten und Verfärbungen, die beim Verarbeiten von Polymeren mit unzureichend wärmestabilen Flammschutzmitteln auftreten können.

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Die Wärmestabilität erweitere den Einsatzbereich flammwidriger Polyamide in heißer und feuchter Umgebung und erschließe dem Verarbeiter Produktivitätsvorteile. Gegenüber bisherigen Exolit-Typen für Polyamide lasse sich der Durchsatz der Compounder steigern, was die Verarbeitung wirtschaftlicher mache.

Als synergistischer Blend soll Exolit OP 1260 (TP) eine neue Flammschutzlösung für Hersteller bieten, die für Anwendungen wie Isolierbauteile in der Elektrotechnik und Elektronik (E&E) halogenfreie Polybutylenterephthalate (PBT) einsetzen wollen. Verstärkte PBT haben eine niedrigere Schmelztemperatur und Wärmeformbeständigkeit als Polyethylenterephthalate (PET), sind aber die besseren elektrischen Isolatoren. Festigkeit und Steifheit verstärkter PBT gestatten außerdem geringere Wanddicken. Daraus ergeben sich wirtschaftliche Vorteile und Möglichkeiten zur Miniaturisierung von Endprodukten, was die Marktchancen für Hersteller und Originalausrüster (OEM) erweitert.

Das Additiv trage dazu bei, die Brandschutz- und Leistungskriterien spezifischer PBT-Anwendungen ohne den Einsatz eines weiteren Flammschutzadditivs zu erfüllen. Es verbessert die Fließfähigkeit und die mechanischen Eigenschaften von PBT-Spritzgießtypen und sorgt schon ab 0,4 mm Wanddicke für eine Flammwidrigkeitseinstufung von UL94 V-0.

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