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Haidlmair investiert erneut in Großformenbau

Dass die Größe allein kein Leistungskriterium ist, bestätigt Formenbauer Haidlmair ohne Vorbehalt. Trotzdem sieht man hier den Markt, in dem das Unternehmen in den nächsten Jahren erfolgreich wachsen kann. Allerdings mit Sinn und Verstand: Manchmal ist nämlich weniger mehr: Maßgebliches Know-how sehe man darin, Großformen deutlich leichter und kompakter zu bauen als Wettbewerber und sie in vielen Punkten zu optimieren, um so eine erheblich effizientere Produktion zu ermöglichen.

Sie treiben die Entwicklung von Unternehmen und Technologie voran: Unternehmensgründer Josef Haidlmair, Geschäftsführender Gesellschafter Mario Haidlmair und Vertriebsleiter Roland Gradauer (v.li.). Nicht im Bild ist Rene Haidlmair, der seit April ebenfalls im Unternehmen tätig ist.

Für die Fertigung von Werkszeugen bis etwa 120 Tonnen Gewicht sieht sich Haidlmair mit der neuesten Investition bestens gerüstet: In einer soeben fertig gestellten Produktionshalle am Stimmsitz im oberösterreichischen Nußbach wurde eine neues Bearbeitungszentrum mit Verfahrwegen bis 8 Meter und einem zusätzlichen Drehtisch in Betrieb genommen. Hier können Einzelnteile bis 80 Tonnen gehandelt werden. Die Beschaffung eines weiteren Groß-Bearbeitungszentrum ist bereits in Planung. Zudem soll die Spritzgießkapazität zur Bemusterung auf 32.000 Kilonewton erweitert werden. Ebenso wichtig wie die diese Daten sei jedoch das Konstruktions-Know-how: "Wir haben inzwischen Erfahrungen aus der Konstruktion und dem Bau von rund 1200 Formen für Getränkekisten und 600 weiteren für containerartige Behälter, von Faltboxen sehr unterschiedlicher Art bis zu Palettenboxen", erklärt der geschäftsführende Gesellschafter Mario Haidlmair. "Mit unseren Werkzeugsystemen, vor allem mit dem 4-Schieber-Prinzip, haben wir eine ganze Reihe von Möglichkeiten, die Produktionskosten deutlich zu senken." Da bei diesem Aufbau die Schieber auf der feststehenden Düsenseite der Spritzgießmaschine montiert sind, muss die Maschine sehr viel geringere Werkzeuggewichte bewegen, was der Zykluszeit und dem Energieverbrauch zu Gute kommt. Außerdem seien die Außenabmessungen sehr kompakt, was eventuell den Einsatz einer kleineren Maschine ermögliche - und damit die Kosten nochmals senkt. Zudem ist die Kernseite frei zugänglich, was die Automatisierung mit Standardsystemen ermöglicht.

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Wie sich das auswirken kann, zeigt Mario Haidlmair an einem konkreten Beispiel: Während ein typisches Werkzeug für den 4-Rad-Müllbehälter mit 1,1 Kubikmeter Volumen über 100 Tonnen wiege, bringe das Haidlmair-Werkzeug nur etwa 62 Tonnen auf die Waage. Und mit einer Plattengröße von 2100 x 1950 Millimeter benötige sie bei gleicher Schließkraft nur rund 70 Prozent der Aufspannfläche eines "konventionellen" Werkzeugs.

Die von Josef Haidlmair über viele Jahre konsequent vorangetriebene Spezialisierung auf Werkzeuge für containerartige Behälter unterschiedlicher Bauart und Größe, speziell auch im Bereich Getränkekisten, setzt zunehmend auf eine sehr frühzeitige Zusammenarbeit mit den Designern. Marco Haidlmaier: "Nur wenn die Designer wissen, was wir technisch ermöglichen können, sind die wirklich innovativen Lösungen effizient realisierbar." Beispiele nennt und zeigt Vertriebsleiter Roland Gradauer aus der 2-Komponenten-Technik mit geometrisch aufwendigen Weich-Komponenten, mehrfarbige Kisten, Einsatz von Recyclaten im Innenbereich und Neuware an den Sichtflächen oder Inmold-Labeling ermöglichen optisch attraktive Lösungen. Wobei immer auch funktional gedacht werde. Als Beispiel dient eine Kunststoff-Palette, die im Bereich der Gabelaufnahme besonders verschließfest gestaltet ist und auf Ober- und Unterseite eine Vielzahl streifenförmiger Elastomerapplikationen mit Antislip-Eigenschaften aufweist. Zudem erwartet Roland Gradauer von der zunehmenden Berücksichtigung der Möglichkeiten der Wasser- und der Gasinjektionstechnik in frühen Produktentwicklungsstadien neue Lösungen für außerordentlich robuste, optisch attraktive, extrem leichte - und damit kostengünstige - Behälter.

Um die Kundenunterstützung noch weiter zu intensivieren, arbeitet Haidlmair nach eigenen Angaben derzeit an der Einführung einer verbesserten Moldflow-Analysetechnik und FEM-Methoden zur Optimierung von Produkt- und Formenkonstruktion. "Allerdings", so Mario Haidlmair, "wird das die Erfahrungen auch in Zukunft nicht komplett ersetzen, sondern immer nur ergänzen können." Dafür dass diese Erfahrungen im familiengeführten Unternehmen möglichst verlustfrei weiter gegeben werden, sorgt nicht nur ein ausgefeiltes Ausbildungskonzept mit einem außerordentlich hohen Anteil besonders ausgezeichneter Lehrlinge, sondern auch die Kontinuität der Unternehmensleitung: Gründer Josef Haidlmaier hat die Verantwortung bereits weitgehend an seinen seit mehreren Jahren in verschiedenen Positionen im Unternehmen aktiven Sohn Mario weiter gegeben, Sohn Rene ist inzwischen ebenfalls im Unternehmen aktiv.

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