IMU-Branchenanalyse

Chancen und Herausforderungen für die K-Industrie

Welche Auswirkungen haben die Megatrends Digitalisierung und Nachhaltigkeit auf Beschäftigung und Arbeitsbedingungen in den kunststoffverarbeitenden Unternehmen? Antworten und konkrete Handlungsempfehlungen will die „Branchenanalyse kunststoffverarbeitende Industrie 2020“ geben, die die Hans-Böckler-Stiftung als Arbeitspapier veröffentlicht hat.

Die kunststoffverarbeitende Industrie zählt rund 338 000 Beschäftigte in mehr als 3000 zumeist kleinen und mittleren Unternehmen. 2018 wurden 66 Milliarden Euro Umsatz erwirtschaftet. Beschäftigungspolitisch und wirtschaftlich gehörte der Industriezweig in den letzten Jahrzehnten zu den Wachstumsbranchen. Dennoch steht sie vor einigen Herausforderungen, die vor allem mit den zwei Megatrends Digitalisierung und Nachhaltigkeit/Kreislaufwirtschaft beschrieben werden können. Weitere Herausforderungen liegen in fortschreitender Globalisierung und steigender Wettbewerbsintensität, in der Fachkräftesicherung und dem demografischen Wandel sowie in rechtlichen Rahmenbedingungen und neuen regulatorischen Anforderungen.

Kurzfristig erwarten viele der in der Studie befragten Branchenakteure ein gebremstes Wachstum oder Stagnation, so der Stand vor der Corona-Krise (die nach Beendigung der Branchenstudie einsetzte). Dagegen wurden die mittelfristigen Perspektiven als eher positiv eingeschätzt.

Chancen und Vorteile von Kunststoffprodukten sind ihr Beitrag zu Lebensmittelhaltbarkeit, Wärmedämmung, Energieeffizienz, Leichtbau etc. Auf der anderen Seite rücken globale Probleme wie Mikroplastik, Verpackungsmüll und Marine Litter immer stärker in die öffentliche Kritik. Die kunststoffverarbeitende Industrie, so heißt es weiter, muss sich als Teil des Wertschöpfungsnetzwerks ihrer Produktverantwortung stellen und Lösungen für den gesamten Produktlebenszyklus entwickeln. Kreislaufwirtschaft und Recycling sind damit in Verbindung mit Digitalisierung zu zentralen Zukunftsfeldern der Branche geworden.

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Weitere wichtige Themen für die Branche aus Mitbestimmungssicht und damit Handlungsfelder für Betriebsräte sind: Fachkräftesicherung, Aus- und Weiterbildung, strategische Personalpolitik, präventiver Gesundheitsschutz, Gestaltung guter Arbeit in der digitalen Transformation, Beschäftigtenbeteiligung und weitere arbeitspolitische Themen, auf die im Schlusskapitel der Branchenstudie eingegangen wird.

Der Branchenreport wurde auf Initiative des Industriegruppenausschusses Kunststoffe/Leder der IG BCE und mit Unterstützung der Hans-Böckler-Stiftung vom IMU Institut Stuttgart erarbeitet. Die ganze Studie kann hier heruntergeladen werden.

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