Ausblick

Ulrich Reifenhäuser: „Modernisierungs- und Upgrading-Projekte werden größere Bedeutung gewinnen.“

Wie ist das Jahr 2018 für Ihr Unternehmen gelaufen?
Die Geschäftsentwicklung für die Reifenhäuser Gruppe im Jahr 2018 war erfolgreich. In allen Produktbereichen, die Reifenhäuser im Extrusionsmarkt bedient, konnte profitables Wachstum erzielt werden. Hierbei war die erste Jahreshälfte stärker als die zweite Hälfte. Die Sommer-/Spätsommerflaute belebt sich jedoch im vierten Quartal spürbar. Das Investitionsklima in den USA ist zur Zeit außergewöhnlich gut. Die anderen Wirtschaftsregionen sind unterschiedlichen Einflüssen ausgesetzt und entwickeln sich zum Teil verhalten auf recht hohem Niveau.

Ulrich Reifenhäuser ist Geschäftsführender Gesellschafter in der Reifenhäuser Gruppe, Vorsitzender des Fachverbandes Kunststoff- und Gummimaschinen im VDMA und Vorsitzender des Ausstellerbeirats der K. © Reifenhäuser

Politische Unsicherheiten und diverse Szenarien, Kunststoffprodukte zu verbieten, nehmen entscheidenden Einfluss auf geplante Projekte.

Welche Erwartungen haben Sie an die Jahre 2019 und 2020?
Eine weltweit schwächere Gesamtkonjunktur für etablierte Kunststoffprodukte wird teils durch alternative Rohstoffe und verbesserte Recyclingfähigkeit der Produkte und Prozesse belebt. Dennoch wird gesamtheitlich die enorme Wachstumsphase der letzten acht Jahre nicht im gewohnten Maße fortgesetzt werden. Modernisierungs- und Upgrading-Projekte werden größere Bedeutung gewinnen.

Wie schätzen Sie speziell die Region Asien als Anbieter- und als Käufermarkt der nächsten zwei Jahre ein?
Asien ist und bleibt langfristig der Wachstumstreiben weltweit. Dies ist maßgeblich der ständig und schnell wachsenden Mittelschicht der bevölkerungsreichen Länder geschuldet. Der Bedarf nach hochwertigem Konsumieren und Hygieneprodukten sind die Gründe hierfür.

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Die Anstrengungen der asiatischen Maschinenbauer, sich dem europäischen Niveau anzunähern, werden intensiv fortgesetzt. Ich sehe jedoch absehbar noch keine maßgebliche Schwächung der aktuell marktführenden europäischen Maschinenbauer.

Welche Risiken erreichen für Ihr Geschäftsfeld besondere Relevanz?
Die politischen Unwägbarkeiten, die den freien internationalen Handel behindern und unvorhersehbare Devisenschwankungen können regional geschäftlich große Auswirkungen bedingen. Gleichermaßen wird die politische Abkehr vom Kunststoff als ökologisch und ökonomisch wertvoller Werkstoff regional tiefe Spuren hinterlassen.

Welche technische Innovation sehen Sie als prägend für die beiden nächsten Jahre?
Die Kunststoffbranche mit Kunststofferzeugern, Kunststoffmaschinenbau und Kunststoffverarbeitern wird unvermindert und eher mit größeren Anstrengungen an der Verbesserung der Kunststoffanwendung arbeiten. Speziell die Themen „circular economy“ und „Digitalisierung“ werden die Schwerpunkte hierbei darstellen.

Ihr persönlicher Kommentar?
Ich denke, dass die Welt des Kunststoffs in ihrer Größe und Wichtigkeit Bestand haben wird sich aber Veränderungen stellen muss. Verbesserte Recyclingfähigkeit, die Reduzierung von „nice to have“ Anwendung und durchgreifende Änderungen in der Handhabung mit gebrauchten Kunststoffprodukten sind keine Kann-Optionen sondern Muss-Optionen.

Die Welt des Kunststoffs in zehn Jahren wird eine andere sein als heute.

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