Interview

Von der Umgehung von Lieferengpässen bis Industrie 4.0

Albis-CEO Philip O. Krahn zu Entwicklungen im Vorfeld der Fakuma. „Nah am Kunden“ – das ist Anspruch und Motto der Albis Plastic, Distributeur und Compoundeur technischer Thermoplaste im Vorfeld der Fakuma. Auf keiner anderen Messe seinen so viele Kundengespräche in vertrauter Atmosphäre wie hier möglich, erklärt CEO Philip O. Krahn. Die Fakuma sei auch in diesem Jahr das wichtigste Branchenevent für das Hamburger Unternehmen. Weitere Informationen zum Unternehmen und zum Messeauftritt hat er im Gespräch gegeben.

Visualisierung des Albis-Standes zur Fakuma 2017 – hier werden die Neuheiten präsentiert und Möglichkeiten für Gesprächspartner für alle Fragen zur Verfügung stehen. (Bild: Albis)

Herr Krahn, was erwartet Kunden, Partner und Messebesucher auf dem diesjährigen Fakuma-Stand von Albis Plastic?
Philip O. Krahn: Zum einen präsentieren wir unseren Besuchern die neuen Produktentwicklungen sowie branchenspezifische Anwendungsbeispiele, zum anderen beraten wir Kunden bei aktuellen Projekten und nutzen selbstverständlich die Gelegenheit, neue Projekte anzustoßen. Der intensive Austausch mit Kunden und Geschäftspartnern hilft dabei, Produkte, Anwendungen und Technologien weiterzuentwickeln und Innovationen zu fördern.

Pünktlich zur Fakuma werden wir auch unsere neue Website in einem neuen und frischen Design live schalten, um interessante Produkt-, anwendungs- und servicebezogene Informationen bereitzustellen.

Was bedeutet das für ihr Albis als Compoundeur?
Krahn: Als technischer Dienstleister reagieren wir schnellstmöglich auf Kundenwünsche und Marktanforderungen. Das erfordert natürlich ein hohes Maß an Flexibilität. Unsere Entwicklung und Produktion sind genau darauf ausgerichtet. Wir bieten Kunden möglichst individuelle und speziell zugeschnittene Materiallösungen.

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Philip O. Krahn: „Wir sind außerdem dabei, unsere Präsenz in der Balkan-Region auszubauen. Neben erfolgreich laufenden Geschäften in Slowenien haben wir besonders auch in Kroatien und Serbien – beides stark wachsende Märkte – entsprechenden Bedarf identifiziert. (Bild: Albis)

Sie bezeichnen Ihr Unternehmen gern als „technischer Dienstleister“. Welchen Mehrwert bieten Sie aber Kunden als Distributeur?
Krahn: Wir arbeiten eng mit führenden Kunststoffproduzenten zusammen, bieten ein breites Portfolio an namhaften Marken, die hohe Akzeptanz im Markt genießen, und setzen auf eine langfristige Zusammenarbeit – mit manchen Partnern verbindet uns eine jahrzehntelange Kooperation. Mit BASF und Lyondellbasell beispielsweise feiern wir in diesem Jahr 50 Jahre vertrauensvolle Partnerschaft. Albis hat nicht zuletzt deshalb einen sehr guten Zugang zu Rohstoffen und wir wissen, dass unsere langjährigen Kunden auch bei marktweiten Lieferengpässen wie derzeit in Europa die Zusammenarbeit mit uns sehr schätzen.

Darüber hinaus erweitern wir stetig unser Produktportfolio sowie unseren Aktionsradius. Zuletzt erhielten wir von Ineos Styrolution die Distributionsrechte für K Resin in Europa, wodurch wir unsere Zusammenarbeit weiter intensivieren.

Wir sind außerdem dabei, unsere Präsenz in der Balkan-Region auszubauen. Neben erfolgreich laufenden Geschäften in Slowenien haben wir besonders auch in Kroatien und Serbien – beides stark wachsende Märkte – entsprechenden Bedarf identifiziert. Dort werden wir zum einen unsere Vertriebspräsenz weiter ausbauen und zum anderen planen wir, auch unser Lager- und Logistik-Netzwerk sowie vorhandene Ressourcen in dieser Region auszuweiten.

Kürzlich haben Sie berichtet, dass Albis in Italien die Aktivitäten ausbauen möchte und in den USA den Bau eines weiteren Produktionswerks plant. In welchem Stadium sind diese Projekte?
Krahn: In Italien wurde eine Auslandsgesellschaft gegründet und die Geschäftslage ist äußerst positiv. Wir erweitern dementsprechend unser Team vor Ort. In Amerika wurde am 31. August 2017 unser neues Produktionswerk in Duncan offiziell eröffnet. Das ist selbstverständlich eine sehr gute Nachricht für unsere Kunden, die wir bereits in Europa betreuen. Von nun an können wir unsere Kunden in Amerika direkt vor Ort aus lokaler Produktion bedienen. Albis verfügt an allen Produktionsstandorten über eine Zertifizierung des Qualitätsmanagementsystems nach IATF 16949 – in Duncan ist diese für 2018 geplant.

Neben Italien und den USA haben wir übrigens auch in unseren Maschinenpark am Produktionsstandort in Großbritannien investiert und damit einhergehend unsere Produktionskapazitäten erweitert.

Welche Rolle spielen SCM-bezogene Prozesse und Leistungen in ihrer Strategie?
Krahn: Eine ganz entscheidende. Albis verfügt über ein ebenso breites wie effizientes Netz an Lagerstandorten und beliefert Kunden in Europa in der Regel innerhalb von 24 Stunden. In diesem Zusammenhang möchte ich darauf hinweisen, dass unsere „On time delivery“ Rate für Standardlieferungen bei über 98 Prozent liegt. EDI-Anbindungen mit Produzenten, Lieferanten, Dienstleistern und natürlich nicht zuletzt auch Kunden vereinfachen zudem entscheidend das Order-Management. Das Ganze wird zusätzlich gestärkt durch unsere automatisierte Verfügbarkeitsprüfung, mit der wir die Verfügbarkeit sämtlicher Materialien entlang der gesamten Lieferkette vor einer Auftragsbestätigung für jeden einzelnen Auftrag prüfen und damit die Planungssicherheit für unsere Kunden deutlich erhöhen.

Darüber hinaus halten wir für Kunden gewisse Spezialleistungen bereit. Selbstverständlich bieten wir Sonder- und Zusatzverpackungen nach Kundenwunsch an. Darüber hinaus arbeiten wir mit einer breiten Klaviatur verschiedener Auftragstypen, die unseren Kunden garantierte Bevorratung bis hin zu Konsignationslagerung oder VMI-Lösungen bietet.

Welche Anforderungen und Herausforderungen sehen Sie aktuell auf Ihr Unternehmen und die Branche zukommen? An welchen Projekten arbeiten Sie?
Krahn: Wir haben den Weg zur Digitalen Transformation eingeschlagen und messen diesem Thema hohe Priorität bei – beispielsweise im Bereich Industrie 4.0. Hier sehen wir vor allem die stärkere Vernetzung unserer Produktionsmittel, die intelligente Steuerung der Arbeitsabläufe und die Möglichkeit, auch größere Mengen an Prozessdaten zeitnah zu verarbeiten sowie Ansätze für Predictive Maintenance und Predictive Quality.

Wir erwarten außerdem tiefgreifende Veränderungen in der Zusammenarbeit mit unseren Geschäftspartnern, Kunden und Lieferanten. Hierbei geht es unter anderem um eine optimierte Integration der Geschäftsprozesse zum Beispiel per EDI oder durch die Bereitstellung von prozessbezogenen Daten über ein Internetportal. Dabei kommen auch Cloudtechnologien zum Einsatz.

Fakuma 2017, Halle A3, Stand 3105

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