Ausbildung im Betrieb

Meinolf Droege,

Junge Flüchtlinge mit 100 Prozent Erfolgsquote

Wolfgang Oehm, geschäftsführender Gesellschafter der Oni-Wärmetrafo aus Lindlar hat mehr als 1 Million Euro in zehn junge Flüchtlinge und deren Ausbildung gesteckt. Seine Rendite: Alle zehn haben die Ausbildung in anspruchsvollen Berufen erfolgreich abgeschlossen. Sie stehen seinem Unternehmen nun als qualifizierte Fachkräfte zur Verfügung. Nicht zuletzt dürfte er in diesem Fall Menschen im Unternehmen haben, die besonders glücklich für diese Ausbildungschance waren und sind.

Als Dank für seine Unterstützung erhielt der Firmenchef von den jetzt ausgebildeten Fachkräften eine Urkunde mit der Auszeichnung „Weltbester Chef“. © Oni

Vor rund viereinhalb Jahren startete Wolfgang Oehm ein Projekt mit – vermeintlich – nur geringen Chancen. Aus einer Gruppe von 50 Flüchtlingen, für die er seinerzeit die Sprachkurse finanziert hatte, gab er zehn jungen Leuten die Chance, in seinem Unternehmen eine Ausbildung zu machen. Nur den zeitlichen Aufwand betrachtet, der von einer ganzen Anzahl von Personen aus der Gemeinde- und Kreisverwaltung sowie bei Oni in der verwaltungstechnischen Begleitung geleistet wurde, addiert sich laut Unternehmen auf mehr als 220 Arbeitstage.

Nach der Entscheidung, diese Ausbildungsplätze einzurichten, erstellte Oehm eine komplexe Struktur für die Projektumsetzung um sicherzustellen, das Projekt auf jeden Fall erfolgreich ins Ziel zu bringen. Unter anderem ging es darum, die Jugendlich intensiv in den Bereichen Antragsverfahren, Kontakte mit Behörden, persönliche Begleitung bei Gesprächen mit Behörden wie dem Ausländeramt und anderen, eigentlich nicht zur Ausbildung gehörenden Aktivitäten zu unterstützen. Alle zugänglichen politischen Ebenen, vom Wirtschaftsminister bis zum Arbeitsministerium, Kontakte in Kreis- und Kommunalverwaltungen wurden genutzt, um geeignete Rahmenbedingungen für die Flüchtlinge zu schaffen.

Anzeige

Innerbetrieblich wurde die Ausbildungskapazität kurzfristig auf das Dreifache vergrößert, weil jeder der jungen Ausländer je einen eigenen Bereich gleich für mehrere Disziplinen benötigte. Die Einrichtung dieser Plätze mit Werkbänken, Werkzeugen, Messgeräten und anderem war ebenso erforderlich, wie die Einstellung eines zusätzlichen Ausbilders. Um die Grundvoraussetzungen für die erfolgreiche schulische Berufsausbildung zu schaffen, wurden mehre Lehrkräfte engagiert. Schwerpunkte dabei lagen auf der sprachlichen sowie der Förderung in Richtung Mathematik und Physik. Es wurden Lehrräume eingerichtet, in denen die jungen Leute nach der praktischen Ausbildungszeit an mehreren Tagen in der Woche und mit entsprechender Verpflegung versorgt, von den Lehrkräften mit unterstützt und begleitet wurden. Darüber hinaus wurden Patenschaften mit deutschsprachigen Auszubildenden ins Leben gerufen. Es wurden Lern-Trainingseinheiten auf freiwilliger Basis angeboten und erfreulicherweise gut angenommen.

Alle Maßnahmen dienten Wolfgang Oehms Ziel nicht nur die Berufsausbildung erfolgreich zu absolvieren, sondern auch die volle Integration im beruflichen und privaten Umfeld zu erreichen.

Nun, nach viereinhalb Jahren, haben vor wenigen Tagen die letzten vier Auszubildenden ihre anspruchsvolle Prüfung zum Mechatroniker für Kältetechnik erfolgreich abgelegt. Damit wurde das komplexe Projekt „Ausbildung von zehn Flüchtlingen“ mit einer Erfolgsquote von 100 Prozent abgeschlossen. Wie versprochen, wurde allen eine feste Anstellung angeboten – und die jungen Leute haben das Angebot dankend angenommen.

Aus einer Statistik des Bundesinstituts für Berufsbildung geht hervor, dass im Handwerk durchschnittlich 41,2 Prozent der Auszubildenden aus den Haupt-Asylzuzugsländern außerhalb der EU das Ausbildungsziel erreichen. Dass bei Oni alle jungen Menschen im Zusammenwirken mit vielen Unterstützern und Helfern das Ziel erreicht haben, spricht für das besondere Engagement von Firmenchef Wolfgang Oehm.

Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige

Kosten senken

Verbändebündnis für Energiewende

Nach Angaben des Gesamtverbands Kunststoffverarbeitende Industrie (GKV) haben sich über die jeweiligen Branchenverbände 10 000 Unternehmen aus den Bereichen Keramik, Gießereien, Stahl- und Metallverarbeitung, Kautschuk, Kunststoffverarbeitung,...

mehr...