Kongress zur ILA

Kunststoff trifft Luftfahrt

Flugzeuge werden immer leistungsfähiger, zuverlässiger und leichter. Das ist auch ein Verdienst der Chemie- und Kunststoffindustrie in Mitteldeutschland. Mit Leichtbaumaterialien, Verbund und Faserverbundwerkstoffen erfüllt sie die hohen Anforderungen der Luft- und Raumfahrtindustrie. Innovative Polymere stehen deshalb am 21. Mai 2014 im Mittelpunkt der Konferenz "Kunststoff trifft Luftfahrt" auf der Internationalen Luftfahrtausstellung ILA 2014. Bei dem nunmehr bereits traditionellen Treff der beiden Branchen sollen deren Entwicklungspotenziale vorgestellt werden. Ein Schwerpunkt konzentriert sich auf die Anwendung von kohlenfaserverstärkten Kunststoffen (CfK). Dr. Christian Sauer, Manager Engineering, Airframe Related Component Services von der Lufthansa Technik, will das innovative Reparaturverfahren Caire (Composite Adaptable Inspection and Repair) erläutern. Erstmals werde damit die Möglichkeit geschaffen, auch andere Strukturbauteile als die Flugzeugzelle werkstoffgerecht instand zu setzen, kündigt Sauer an.

Cluster Mitteldeutschland
Cluster Mitteldeutschland

Dr. Ralf Schäuble vom Fraunhofer Institut für Werkstoffmechanik IWM Halle (Saale) will Kriterien und Methoden zur Fehlerbewertung von Faserverbundstrukturen vorstellen. Dieser Beitrag werde besonders auf das Einsatzverhalten und die Schadenstoleranz von CFK-Schaum-Sandwichstrukturen eingehen. Durch seine hohe gewichtsspezifische Biegesteifigkeit und -festigkeit haben diese Strukturen einen entscheidenden Vorteil für die Luft- und Raumfahrt.

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Allgemeine Anforderungen an die Kabine der Zukunft formuliert Karsten Hesse von der Airbus Operations. Prof. Monika Bauer, Leiterin der Fraunhofer Einrichtung für Polymermaterialien und Composite, PYCO Teltow, ergänzt diese Anforderungen mit dem Blick auf die "Grüne Kabine". Bei weiterer Gewichtsminderung wird nach ihrer Auffassung die Lärmreduzierung in der Kabine an Bedeutung gewinnen. Denn weniger Gewicht führt in der Regel zunächst zu mehr Lärm. Die Wissenschaftlerin beleuchtet auch die Wieder- und Weiterverwendung sowie die Reparatur von Kabinenteilen. Damit gewinne das Thema Recycling an dieser Stelle an Bedeutung.

Die Konferenz "Kunststoff trifft Luftfahrt" will somit auch nachweisen, dass der Kohlefaserverbund-Leichtbau nicht nur immer populärer wird, sondern einen bedeutenden Beitrag zur ressourcenschonenden und umweltfreundlichen Mobilität beiträgt. Die Kunststoffindustrie erwartet von der Konferenz Anregungen, wie sie mit ihren Produkten und Verfahren noch besser auf die Anforderungen der Luftfahrtbranche eingehen kann.

Die Veranstaltung steht unter der Schirmherrschaft des Ministers für Wirtschaft und Europaangelegenheiten des Landes Brandenburg, Ralf Christoffers. Einladende sind die Zukunfts-Agentur Brandenburg, Wirtschaftsförderung Sachsen, Investitions- und Marketinggesellschaft Sachsen-Anhalt und das Cluster Chemie/Kunststoffe Mitteldeutschland (koordiniert von der ISW mit Sitz in Halle). Erwartet werden etwa 90 Teilnehmer aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft.

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