Konjunkturerwartungen

Kunststoff- und Gummimaschinenbau im Rückwärtsgang

Im Jahr 2018 erreichten die deutschen Kunststoff- und Gummimaschinenbauer nach Angaben des Branchenverbands VDMA 2 Prozent Umsatzplus im Vergleich zum Vorjahr. „Die ursprünglich für 2018 prognostizierten 3 Prozent Wachstum konnten nicht erreicht werden. Wir freuen uns dennoch über das gute Gesamtjahr, denn gerade gegen Ende machte sich bereits eine spürbare Eintrübung des Marktes bemerkbar“, erläutert Ulrich Reifenhäuser, Vorsitzender des Fachverbands Kunststoff- und Gummimaschinen im VDMA.

Kennzahlen des Deutschen Kunststoff- und Gummimaschinenbaus – für 2019 Forecast. © VDMA

Im Jahr 2018 verbuchten die deutschen Hersteller von Kunststoff- und Gummimaschinen 1 Prozent weniger Aufträge als im Vorjahr. Damit markiere die Situation zum Jahresende einen Wendepunkt. Die außerordentlich lange Boomphase mit zehn Jahren ungebrochenem Wachstum ist offenbar zu Ende. 2019 werde mit Sicherheit nicht mehr an die guten Ergebnisse des Vorjahres anknüpfen. Im ersten Quartal 2019 verbuchten die Unternehmen insgesamt 10 Prozent weniger Aufträge als im Vorjahresquartal. Diese Entwicklung werde sich voraussichtlich im Jahresverlauf fortsetzen. Der Verband rechnet daher mit mindestens 10 Prozent Umsatzminus.

Der Kunststoff- und Gummimaschinenbau stehe derzeit vor großen Herausforderungen durch starke negative Einflüsse. Das seien zum einen der zyklische Abschwung, der nach zehn Jahren des Wachstums überfällig war. Dieser Abschwung wird jedoch verstärkt von der Verunsicherung, die derzeit im Automobilbereich herrscht. „Bei den Investitionen besteht hier gewissermaßen Stillstand“, erläutert Verbands-Geschäftsführer Thorsten Kühmann. „Firmen mit großer Nähe zu diesem Absatzmarkt merken den Einbruch bereits jetzt umso heftiger. Aber auch im Verpackungssektor wird der Einsatz von Kunststoffen immer stärker hinterfragt. Hier schlägt das schlechte Image, das dem Kunststoff heute anhaftet, voll durch.

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Zum anderen sorge der Handelskonflikt zwischen den USA und China für weltweite Verschiebungen in den Lieferketten und verunsichere die Märkte spürbar. In Europa bestehen zudem Unwägbarkeiten auf Grund der weiterhin unklaren Modalitäten über den EU-Austritt Großbritanniens sowie der immensen Staatsverschuldung Italiens.

Der Spitzenplatz der wichtigsten deutschen Absatzländer gehört 2018 wieder China. Dorthin wurden aus Deutschland Kunststoff- und Gummimaschinen im Wert von 853 Millionen Euro (plus 19 Prozent) geliefert. Noch nie zuvor wurden aus Deutschland so viele Maschinen in ein einzelnes Land exportiert. Neben den Exporten wurden außerdem für rund eine halbe Milliarde Euro Kunststoff- und Gummimaschinen von VDMA-Firmen vor Ort gefertigt. Damit sei China der mit Abstand wichtigste Gesamtmarkt. Die USA landeten nach drei Jahren an der Spitze auf Platz zwei der wichtigsten Absatzländer. Mit einem Gesamtwert von 820 Millionen Euro wurden dorthin 3 Prozent weniger Kunststoff- und Gummimaschinen exportiert als im Jahr 2017.

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